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Neuzugang Francisco "Maza" Rodriguez (r.) spielt seit 2004 für Mexiko © getty

Stuttgarts Neuzugang Rodriguez spricht bei SPORT1 über seine ersten Tage beim VfB, seine Erwartungen und sein sportliches Vorbild.

Aus dem VfB-Trainingslager berichtet Thorsten Mesch

Längenfeld - Ankunft am Freitagmittag, Training am Nachmittag, eine Einheit am Samstagvormittag, Testspiel gegen den bulgarischen Erstliga-Aufsteiger PFC Ludogorez am Samstagnachmittag, Testspiel gegen Raika Längenfeld am Sonntag:

Im Trainingslager in Längenfeld im Ötztal nimmt Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia die Spieler des VfB richtig ran.

Ein Glück für die Profis, dass sie sich im Hotel Aqua Dome und der dazugehörigen Wellness-Therme von dem knackigen Auftakt erholen können.

Kurze Wege

"Ich kenne das Hotel und die Trainingsplätze noch von meiner Zeit aus Hamburg", verrät Labbadia.

"Das Hotel ist sehr gut und der Weg zum Trainingsplatz ist kurz. Wir können uns hier konzentriert vorbereiten."

Auf dm Fußmarsch zum Platz bleibt auch Zeit für ein Gespräch mit Neuzugang Francisco Javier "Maza" Rodriguez zu führen.

"Ich habe einen sehr guten Eindruck. Alle sind sehr freundlich und deshalb fühle ich mich wohl", sagt der Mexikaner, der von der PSV Eindhoven kam und beim VfB die Lücke in der Abwehrmitte schließen soll.

Ersatz für Delpierre

"Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Matthieu Delpierre war es wichtig, dass wir uns in der Innenverteidigung verstärken konnten", erklärt Labbadia.

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"Es kann auch immer schnell passieren, dass sich noch ein Spieler verletzt, wie man im Test gegen die Stuttgarter Kickers-Spiel bei Georg Niedermeier gesehen hat. Jetzt kommt es darauf an, dass wir Maza so schnell wie möglich integrieren", so der Coach (SERVICE: Die Sommerfahrpläne).

"Meine Mitspieler, die Trainer und das gesamte Team helfen mir sehr. Die Voraussetzungen sind bestens, um auf dem Platz das Maximale herauszuholen", sagt Rodriguez zu SPORT1.

Beim 0:0 gegen Ludogorez durfte der 1,91 Meter lange Abwehrmann ab der 59. Minute sein Können zeigen, er ersetzte den wieder genesenen Niedermeier.

Dritter Neuzugang mit erstem Einsatz

"Ich bin sehr stolz und glücklich, dass ich mein erstes Spiel für den VfB machen durfte", meint der mexikanische Nationalspieler, der nach Ibrahima Traore und William Kvist der dritte Neue beim VfB ist.

Ein paar Worte Deutsch kann er auch bereits, ansonsten kann er sich auf Dolmetscher Jens Andrej verlassen, der auch schon für Mazas Landsleute Pavel Pardo und Ricardo Osorio übersetzt hat.

Bei Pardo und Osorio über Stuttgart informiert

"Ich habe vor meinem Wechsel mit Ricardo und Pavel über den VfB gesprochen. Sie haben mir von ihren Erfahrungen erzählt", verrät Rodriguez und blickt selbstbewusst in Richtung Ligastart am 6. August.

"Die Mannschaft hat eine Siegermentalität. Wir haben zu Beginn ein schwieriges Spiel gegen Schalke, aber wir haben ein gutes Team. Ich bin sicher, dass wir große Dinge erreichen können." (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan)

Gegen das technisch versierte Team aus Ludogorez reichte es für den VfB in Längenfeld allerdings nur zu einem torlosen Unentschieden.

"Der letzte Pass kam oft nicht an und unsere Abschlüsse waren nicht gut. Wir waren insgesamt nicht zwingend genug", resümierte Labbadia.

"Haben noch viel Arbeit vor uns"

"Ein großes Problem ist noch, dass die Spieler noch große Unterschiede haben, was ihren Leistungsstand anbelangt. Wir haben noch viel Arbeit vor uns."

Das gilt auch für Rodriguez, der direkt nach seinem Urlaub zur Mannschaft gestoßen ist.

"Ich bin noch etwas müde von der langen Reise und den ersten Trainingseinheiten hier", gibt er zu. "Aber ich werde Schritt für Schritt auf den Bundesligastart hinarbeiten."

Mit mehr als 80 Spielen für Eindhoven und 61 Einsätzen in der Nationalmannschaft gehört der 29-Jährige zu den routiniertesten Akteuren beim VfB.

Positiver Dopingtest beim Gold Cup

"Ich habe zwei Weltmeisterschaften und in der Champions League gespielt und will dem Team mit meiner Erfahrung helfen", sagt Rodriguez, der beim Gold Cup im Juni in den USA wie vier seiner Nationalmannschaftskollegen positiv auf das Dopingmittel Clenbuterol getestet wurde.

Weil sie das Kälbermastmittel, das auch zur Behandlung von Asthma eingesetzt wird, aber durch den Verzehr von belastetem Fleisch aufgenommen hatten, wurden aber alle von der Disziplinarkommission ihres Verbands freigesprochen.

Auch die FIFA hält die Spieler für unschuldig.

Nur ein Unfall

Dieser Vorfall sei ein Unfall gewesen. Er sei in seiner ganzen Karriere sauber geblieben, betont Rodriguez, dessen Rufname "Maza" sich aus seinem Geburtsort Mazatlan ableitet.

Sein Vorbild ist übrigens Mexikos Rekordnationalspieler Claudio Suarez.

"Er hat mir viele Ratschläge gegeben", sagt Rodriguez zu SPORT1. "Ich will aber auch hier beim VfB weiter dazulernen. Man hört nie auf zu lernen."

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