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Marcel Schäfer wechselte 2007 von 1860 München zum VfL Wolfsburg © imago

Marcel Schäfer spricht bei SPORT1 über seinen Besuch bei Nowitzki, den Umbruch im Kader des VfL und die Situation mit Diego.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Vorbereitung unter Felix Magath Magath ist ein hartes Stück Arbeit.

Das weiß Marcel Schäfer, Kapitän des VfL Wolfsburg, besser als manch anderer. Bereits in Magaths erster Amtszeit bei den "Wölfen" zwischen 2007 und 2009 bekam Schäfer die Methoden von "Quälix" zu spüren - aber auch die Konsequenzen.

Die Krönung war die sensantionelle Meisterschaft 2009.

Nach der Horror-Saison im vergangenen Jahr, die fast mit dem Abstieg endete, soll es in dieser Spielzeit für den VfL wieder aufwärtsgehen.

Für den Kapitän hat Wolfsburg Trainer in der Vorbereitung viel Lob übrig, preist seine "Leichtigkeit" in den Übungseinheiten (420225DIASHOW: Der Start in die Vorbereitung).

Für Schäfer, bekennender NBA- und Dallas Mavericks-Fan, ein großes Kompliment, auch wenn er gegenüber seinen Kollegen ein Plus hatte.

"Es ist ein Vorteil, die Vorbereitung von Felix Magath schon zu kennen. Es war ja quasi zu erwarten, dass die Spieler, die schon mal unter ihm trainiert haben, sich etwas leichter tun würden", berichtet der Linksverteidiger.

"Und ehrlich gesagt: Wer Magaths Training kennt, ist gut beraten, schon ein paar Tage vorher anzufangen."

Im Interview mit SPORT1 spricht der 27-Jährige zudem über seinen Trip zu Basketball-Superstar Dirk Nowitzki, die Ziele des VfL und Spielmacher Diego.

SPORT1: Herr Schäfer, stimmt es, dass Sie in der Sommerpause gemeinsam mit Christian Gentner vom VfB Stuttgart nach Dallas geflogen sind, um eine Partie von Dirk Nowitzki in den Playoffs zu sehen?

Marcel Schäfer: Ja, das war ein kleiner Chaostrip (lacht). Wir haben ja ziemlich schnell Tickets und Flüge gebraucht. Wir sind beide bekennende NBA-Fans. Und es hat uns riesig gefreut, dass Dirk es bis ganz nach oben geschafft hat.

SPORT1: Nowitzki hat trotz einer Fingerverletzung und einer Fieberattacke gegen Miami den Titel geholt. Inspiriert Sie solch ein Kampfgeist?

Schäfer: Sicher. Denn Dirk Nowitzki hat nie aufgesteckt und immer an sich geglaubt, obwohl er ja viel Kritik aushalten musste, die Leute sagten: Der gewinnt nie was. Er hat immer an sich gearbeitet und das zahlt sich irgendwann aus - auch wenn es 13 Jahre bis zum Titel gedauert hat.

[kaltura id="0_pz683692" class="full_size" title="Brazzo ist wieder da"]

SPORT1: Und was muss beim VfL Wolfsburg passieren, damit in der neuen Saison der Umbruch gelingt?

Schäfer: Wir leiten den Umbruch ein, wir müssen als Team auftreten wie die Mavericks. Miami hatte zwar vielleicht die besseren Einzelspieler, doch die Mavs haben zusammengehalten und so überzeugt. In der Bundesliga haben alle von einer verrückten Saison gesprochen, doch die war gar nicht so verrückt.

SPORT1: Das müssen Sie erklären.

Schäfer: Die Mannschaften, die als Team überzeugt haben und kompakt standen, die waren wie Hannover und Mainz auch oben mit dabei. Bei anderen - wie auch bei uns - lief es auch deshalb nicht so.

SPORT1: Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang Ihre Rolle als Kapitän?

Schäfer: Ich bin überzeugt, dass die Harmonie im Team stimmen muss, und auch harte Arbeit zum Erfolg dazugehört. Felix Magath betont immer, dass wir uns mit harter Arbeit freie Tage und auch Mannschaftsabende verdienen können. Entsprechend versuchen wir zu Werke zu gehen.

SPORT1: Sie haben schon früher mit Felix Magath zusammengearbeitet. Hat er sich seitdem verändert?

Schäfer: Nein, er ist der Gleiche geblieben wie früher. Er hat auch keinen Grund sich zu ändern, er ist Deutschlands erfolgreichster Trainer der vergangenen Jahre. Wir haben mit ihm den maximalen Erfolg geschafft, als wir mit Wolfsburg Meister wurden. Jeder hat von ihm und seiner Arbeit profitiert, so müssen wir die neue Aufgabe auch wieder angehen.

SPORT1: Zu den namhaften Neuzugängen des VfL zählen Patrick Ochs, Marco Russ, "Brazzo" Salihamidzic und Srdjan Lakic: Gibt es aus Ihrer Sicht einen Charakterzug, den diese vier gemeinsam haben? (BERICHT: Magath bastelt am neuen VfL)

Schäfer: Wir versuchen mehr Deutsch zu sprechen, das bringen bisher ja auch die genannten Neuzugänge mit. Wir haben vom Charakter Leute bekommen, die zu uns passen. "Brazzo" hilft uns zum Beispiel als Persönlichkeit unheimlich weiter, und auch ein Patrick Ochs passt sehr gut rein. Wir haben noch einiges vor uns, was wir einstudieren müssen. Dann wollen wir angreifen.

SPORT1: Provokativ gefragt: Muss der VfL nach der vergangenen Saison nicht zuerst die Punkte gegen den Abstieg sammeln?

Schäfer: Wir sind gewappnet, nicht wieder so aufzutreten wie damals. Und wir sind es unseren Fans und unserem Partner Volkswagen schuldig, wieder ins internationale Geschäft zu kommen. Den Investitionen der vergangenen beiden Jahre wurden wir nicht gerecht und das wissen wir auch.

SPORT1: Mit etwas Abstand zur Vorsaison: Warum ist der VfL so in den Abwärtsstrudel hineingeraten?

Schäfer: Wir haben keine Konstanz in unsere Spiele gebracht, in wichtigen Partien wie gegen Mainz und Leverkusen haben wir phasenweise gut gespielt und doch noch verloren. Das hat sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison gezogen und sich auch in den Köpfen widergespiegelt. Wir waren bei weitem nicht so fit wie in der Zeit unter Felix Magath, haben viele Spiele zum Schluss abgegeben.

SPORT1: Zum Saisonbeginn geht es nach Köln, dann kommt der FC Bayern. Der VfL startet mit drei Auswärtsspielen in den ersten vier Partien. Wie sehen Sie dieses Programm? (DATENCENTER: Bundesliga-Spielplan 2011/12)

Schäfer: Es wird nicht einfach, sollte aber machbar sein. Wir wollen von Beginn an erfolgreich spielen. Das gilt, auch wenn wir noch ein bisschen Zeit und Geduld brauchen. Es hat ja damals unter Felix Magath auch eine Zeit gedauert, bis wir uns gefunden hatten. Wir hoffen natürlich, dass es diesmal schneller geht.

SPORT1: Diego trainiert im Moment im Trainingslager mit. Wie geht die Mannschaft mit ihm um? (BERICHT: Diego verlässt Wolfsburg)

Schäfer: Ganz normal, wir gehen kollegial mit ihm um, und er verhält sich auch korrekt. Er hat im Saisonfinale einen großen Fehler gemacht, den er aber auch eingesehen hat.

SPORT1: Braucht Wolfsburg nun einen neuen Zehner? (316092DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Schäfer: Das muss allein der Trainer entscheiden.

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