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Hoffen weiter, dass Vidal kommt: Trainer Heynckes (l.) und Sportdirektor Nerlinger © getty

Bayerns Trainer kämpft weiter subtil um den Wechsel des Leverkuseners. Auch, weil er Kräfte schonen will für die Champions League.

Von Maik Rosner

München - Jupp Heynckes lässt nicht locker.

In Leverkusen können sie noch so oft betonen, sie werden Arturo Vidal nicht zum FC Bayern gehen lassen. Ihr ehemaliger Trainer hält jedes Mal dagegen.

Immer wieder erinnert er an andere angeblich unmögliche Wechsel. Und vor allem an die Folgen, wenn eine Freigabe verweigert wurde.

Denn Heynckes will Vidal unbedingt. Und zwar sofort.

"Der Spieler will zu uns"

Bayerns Coach erhöht den Druck, wenn auch eher subtil. Die Medien nutzt er als Vehikel. Bei Bayer knirschen sie mit den Zähnen.

"Ich hoffe immer noch, dass wir Arturo verpflichten können", sagte Heynckes in einem Interview mit dem "kicker".

Dass Juventus Turin angeblich ernsthaft an dem Chilenen interessiert und neben anderen Klubs nun auch der FC Chelsea in den Poker eingestiegen sein soll, lässt Heynckes kalt 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele).

Denn er weiß: "Der Spieler will zu uns."

Im Gewand eines Ratschlags

Heynckes kleidet seinen Wunsch immer wieder geschickt in das Gewand eines Ratschlags an Leverkusen, wo er zuletzt für zwei Jahre tätig war und den Werksverein in die Champions League führte.

Wenn Vidal nun keine Freigabe erhalte, komme er eben erst in einem Jahr.

"Dann ist er ablösefrei, deshalb denke ich, dass Leverkusen irgendwann einlenken sollte." Reisende sollte man schließlich nicht aufhalten.

"Wenn immer wieder Bayern ins Spiel gebracht wird, wird das Publikum rebellisch und kritisch, und dann geht der Schuss nach hinten los", sagte Heynckes.

[kaltura id="0_wjkps11e" class="full_size" title="Boateng Gro e Ziele bei den Bayern"]

Provoziertes Rumoren

Doch er bringt selbst immer wieder die Bayern ins Spiel, um genau jenes Rumoren in Leverkusen zu provozieren, vor dem er warnt.

Bei Bayer sind sie über diese Taktik nicht gerade glücklich.

Dass der defensive Mittelfeldspieler kaum zu halten sein wird, wissen sie zwar.

Doch zum Konkurrenten FC Bayern wollen sie ihn eigentlich unter keinen Umständen ziehen lassen. Zumindest offiziell.

Juve bietet 15 Mio

Inoffiziell dürfte wohl auch das vor allem eine Frage des Preises sein. 15 Millionen Euro soll Juventus Turin bereit sein zu zahlen.

"Ich kann klar sagen, dass wir mit Juventus Turin über Vidal reden", bestätigte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser der "Bild".

Und öffnete doch ein Hintertürchen: "Momentan gehen wir davon aus, dass wir Arturo ins Ausland verkaufen."

Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger ließ unterdessen wissen, er gebe keine Wasserstandsmeldungen mehr ab.

Sondern wolle nur noch verkünden, "wenn das in trockenen Tüchern ist". Auch er glaubt weiter an Vidals Kommen.

Vidal bittet um Freigabe

Zumal der Spieler von der Copa America vorsichtig um seine Freigabe bittet.

"Mir ist wichtig, dass bei einer solchen Sache alle Beteiligten zufrieden vom Tisch aufstehen", sagte er und bedankte sich bereits bei seinem aktuellen Verein für die erhaltene Chance, sich in Europa zu etablieren.

"Deshalb ist es mir wichtig, dass wir eine vernünftige Lösung finden."

Heynckes will Vidal für die Doppelsechs und als Alternative für Rafinha als rechten Außenverteidiger.

Bis zu 34 Pflichtspiele hätten die acht deutschen Nationalspieler bis zur Winterpause zu absolvieren. "Ich muss mit den Kräften meiner Spieler haushalten", sagt Heynckes.

Bank als "Belohnung"

Zur "Belohnung" will der 66-Jährige seine Profis auch mal nach einem starken Spiel auf die Bank setzen.

Er denkt auch an die Champions League. Denn dort steht das Finale in der eigenen Arena in Aussicht.

Dafür will Heynckes den bestmöglichen Kader bei Kräften haben, in der Bundesliga darf auch mal die zweite Reihe ran.

Alle kommen so zu Einsätzen, keiner sitzt bockig auf der Tribüne. Soweit jedenfalls die Theorie.

Empfehlen für das Pokalspiel bei Zweitligist Eintracht Braunschweig am 1. August sollen sich die Spieler im LIGA total! Cup in Mainz am Dienstag und Mittwoch und beim Audi-Cup kommende Woche in München.

Scheinbare Gelassenheit

"Wer sich in den vier Spielen in den Vordergrund spielt, der fängt an", kündigte Heynckes an. Bei ihm gelte das Leistungsprinzip.

Aber: "Sobald wir ins Rollen gekommen sind, unser System funktioniert und die Automatismen greifen, werde ich den ein oder anderen auch mal auf die Bank setzen."

Auch um mehr dieser Möglichkeiten zu haben, soll Vidal kommen. Zur Not erst Ende August.

"Uns drückt der Schuh dort nicht. Da können wir viel Geduld haben", sagte Heynckes. Seine scheinbare Gelassenheit gehört natürlich mit zu diesem Pokerspiel.

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