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Der FCB leiht Takashi Usami für ein Jahr von Gamba Osaka aus © getty

Der Backup für "Robbery" hat sich in München hohe Ziele gesetzt. Bei der Vorstellung grüßt er sogar auf Bayerisch.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Für eine Premiere wirkte Takashi Usami nicht aufgeregt.

Mit großen Schritten marschierte er am Montagnachmittag auf den Rasen der Allianz Arena, blickte dann die steilen Ränge des Fußball-Tempels hinauf.

Die Arena soll sobald wie möglich die Wohnstube des Bayern-Neuzugangs werden, es ist die große Bühne für den ersten Japaner im Dress des FCB.

"Servus mein Name ist Takashi Usami, nennen Sie mich Takashi", sagte der 19-Jährige auf Deutsch bei seiner Präsentation.

Usamis Ziel: "Viele Spiele, viele Tore"

In seiner Muttersprache schilderte er dann vor zirka 40 Journalisten, davon wohl etwa die Hälfte aus Japan, seine wichtigsten Ziele und Wünsche.

"Ich möchte viele Spiele machen und viele Tore erzielen", erklärte der Edeltechniker (BERICHT: Riesentalent und Türöffner).

Die Bayern haben Usami für ein Jahr vom japanischen Klub Gamba Osaka ausgeliehen und besitzen eine Kaufoption für den Offensivallrounder (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

Die Aufgabe in der Bundesliga geht er realistisch an, ohne große Töne zu spucken.

Weltfußballer als Ziel?

"Das ist für mich ein Versuch, in Europa auf höchstem Niveau zu spielen, das möchte ich auch erreichen", sagte er auf SPORT1-Nachfrage.

Das klang doch deutlich verhaltender als seine Ankündigung, in München am besten auf den höchsten denkbaren Thron klettern zu wollen.

"Wenn ich ehrlich sein soll, ist es mein Ziel, Weltfußballer zu werden. Und falls es mir gelingen sollte, Leistungsträger bei Bayern zu werden, habe ich auch die Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen", hatte Usami vor kurzem in der Zeitung "Hochi Shimbu" selbstbewusst behauptet.

Für Christian Nerlinger muss es im Moment ohnehin das erste Ziel sein, den begabten Japaner schrittweise aufzubauen und zu integrieren (SERVICE: Die Sommerfahrpläne).

[kaltura id="0_bc96wtu2" class="full_size" title="Bayerns Japaner stellt sich vor"]

Ein Backup für Ribery und Robben

"Wir waren grundsätzlich interessiert, einen Back-Up für unsere Flügelzange zu bekommen", erklärte der FCB-Sportdirektor.

Bei der Suche für Ersatz für die verletzungsanfälligen Superstars Franck Ribery und Arjen Robben sind die Münchner dank Ex-Bayern-Profi Wiggerl Kögl dann auf Takashi gestoßenen.

Überlegungen den FCB so auch in Japan noch prominenter zu machen, dürften dabei gleichfalls eine Rolle gespielt haben. Auch deshalb haben die Münchner Bosse für die Vorstellung Takashis die ganz große Bühne Allianz Arena gewählt.

Nerlinger bemühte sich indes die Erwartungen an den Jungspund, der bereits mit 17 in Japans höchster Liga debütierte, nicht in den Himmel zu schrauben.

"Werden ihm die Zeit geben"

"Wir werden ihm die Zeit geben, die er braucht. Der Schritt in die Bundesliga ist gewaltig und auch ein Wechsel der Kultur", berichtete Nerlinger und verwies zugleich auf die "fantastische Entwicklung" Takashis und seine großen Fähigkeiten in der Offensive.

Mit welchem Zug und Tempo es an der Säbener Straße zugeht, hat der 19-Jährige bereits beim ersten Training gesehen. Und auch von München sowie der noblen Maximilianstraße hat er nach einem ersten Stadtbummel mit Ehefrau Ran einen ersten Eindruck.

"Ich würde gerne eine offensive Position spielen, links oder rechts oder in der Mitte", sagte er und gestand: "Ich bin am meisten von Arjen Robben und Franck Ribery beeindruckt."

Die Ausgangslage will es, dass Takashi eben für jene als Ersatzkandidat zur Verfügung stehen soll.

Noch kaum Deutschkenntnisse

Aktuell spricht der Japaner weder Deutsch noch Englisch, ein Hemmnis bei der Integration ins Team soll das aber laut Nerlinger nicht darstellen. "Er ist ein schneller Lerner", meint der FCB-Sportdirektor.

Den ersten Einsatz hat Trainer Jupp Heynckes dem Neuling bereits zugesichert.

Beim LIGA total!-Cup am Dienstag und Mittwoch in Mainz soll Usami für den FC Bayern auflaufen, dabei werden Takashi von Anfang an die Vergleiche mit Dortmunds Entdeckung Shinji Kagawa begleiten.

"Er ist mein Freund, wir haben in Japan zusammen für die Juniorennationalmannschaft gespielt", entgegnete er dazu gelassen.

Stolz auf Japans Erfolg

Und natürlich hat Usami Japans Frauen im WM-Finale gegen die USA die Daumen gehalten.

"Ich bin sehr stolz auf die Frauen", kommentierte er nach Japans Erfolg ganz patriotisch.

In der Bundesliga will er sich bestmöglich auf seine eigenen Stärken konzentrieren: "Ballsicherheit", die er bereits beim ersten Training zeigte, ist seine Stärke.

Auf die hofft er auch bei den ersten Schritten beim FCB: "Das ist mein Stil und den werde ich auch in Deutschland durchziehen."

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