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Andreas Wolf (l.) bestritt 175 Bundesliga-Spiele für den 1. FC Nürnberg © getty

Werder-Neuling Andreas Wolf spricht über seine hohen Ziele, die erste Zeit in Bremen und die Rivalen in der Abwehr.

Von Jakob Gajdzik und Matthias Becker

München - Dass Fußball ein schnelllebiges Geschäft ist, gehört zu jenen Floskeln, die im SPORT1-Doppelpass mit einer Strafe nicht unter drei Euro ins Phrasenschwein bestraft werden.

Und doch trifft sie manchmal einfach den Nagel auf den Kopf.

Noch im Mai feierten Andreas Wolf und Mehmet Ekici mit dem 1. FC Nürnberg den Abschluss einer starken Saison und Platz 6.

Gut zwei Monate später laufen der Abwehr-Routinier und der Mittelfeld-Künstler wieder im gleichen Team auf.

Allerdings fast 600 Kilometer weiter nördlich, beim SV Werder Bremen.(316092DIASHOW: Die Wechselbörse).

Und während der eigentliche Hoffnungsträger, Ekici, wegen Adduktorenproblemen derzeit kürzer treten muss, ist Überraschungs-"Schnäppchen" Wolf binnen kürzester Zeit ein zentraler Spieler in den Planungen von Trainer Thomas Schaaf geworden.

Mertesacker fehlt zum Start

Werder hat in der Defensive große Verletzungssorgen.

Per Mertesacker, Naldo, Sebastian Prödl, Sebastian Boenisch und Mikael Silvestre - sie alle fehlen hinten, manch einer sogar noch monatelang. (DATENCENTER; Spielplan 2011/12)

Der ablösefrei vom Club gekommene Innenverteidiger Wolf muss deshalb erstmal den Laden zusammenhalten.

Im 7. Teil der SPORT1-Interviewserie vor dem Bundesligastart spricht er über die ersten Wochen in Bremen, die Saisonziele beim neuen Klub und die Vorfreude auf die Rückkehr der Konkurrenten.

SPORT1: Herr Wolf, Sie sind nun seit über zwei Woche bei ihrem neuen Verein. Wie sind Sie mit dem Auftakt im neuen Klub zufrieden?

Andreas Wolf: Ich bin sehr zufrieden. Ich bin gut aufgenommen worden, in der Mannschaft stimmt es, alle ziehen im Training mit.

[kaltura id="0_imuu8ftk" class="full_size" title="Werder im Schlingerkurs"]

SPORT1: Nachdem klar war, dass es in Nürnberg nicht mehr weitergeht, wären Sie fast in der Türkei bei Eskisehirspor gelandet. Sind Sie froh, dass es doch in der Bundesliga weitergeht?(Sommerfahrpläne: Von Bremen bis Augsburg)

Wolf: Die Geschichte mit dem Wechsel in die Türkei habe ich auch nur gelesen, das stimmt so nicht. Es war immer mein primäres Ziel in der Bundesliga weiter zu spielen. Dass es nun mit Werder klappt, ist besonders erfreulich. Werder ist ein guter Klub.

SPORT1: Nach Ihrem Wechsel ging es gleich ins für harte Einheiten berüchtigte Trainingslager nach Norderney. Wie haben Sie es überstanden? Wie ist Ihr erster Eindruck von Trainer Thomas Schaaf?

Wolf: Sicher waren die ersten zwei, drei Tage hart, aber nicht außergewöhnliches für eine Vorbereitung. Hier wird hart gearbeitet wie woanders auch. Thomas Schaaf hat klare Ziele vor Augen und vermittelt sie sehr gut. Jetzt liegt es an uns, alles umzusetzen.

SPORT1: Aufgrund der Verletzen-Misere in der Abwehr werden Sie gleich ins kalte Wasser geworfen. Wie gehen Sie mit der Rolle um, als Neuzugang gleich so viel Verantwortung zu übernehmen?

Wolf: Ich glaube nicht, dass man hier vom kalten Wasser sprechen kann, nach meinen zehn Jahren in der Bundesliga. Ich bin hergekommen und wollte Verantwortung übernehmen. Jetzt spiele ich in einer jungen Mannschaft und versuche ihr weiterzuhelfen. Genauso war es vorgesehen.

SPORT1: Nach ihren ersten Eindrücken, ist die Werder-Abwehr in der Konstellation konkurrenzfähig oder würden Sie sich ebenfalls noch eine Verstärkung für hinten wünschen?

Wolf: Wir werden das beste aus der Situation machen. Es ist nicht nur Aufgabe der Defensive, die dünne Personaldecke auszugleichen, sondern da wird sich das ganze Team einbringen müssen. Persönlich freue ich mich aber auch schon auf die Rückkehr von Per Mertesacker, Sebastian Prödl und Naldo, mit denen ich mich im Training sportlich messen möchte und auf dem Feld Erfolge feiern will.

SPORT1: Trainer Schaaf und Geschäftsführer Klaus Allofs haben zuletzt angesprochen, dass man bei derzeitiger Personallage obere Tabellenregionen aus den Augen verlieren könnte. Was sind Ihre sportlichen Ziele mit Werder?

Wolf:Der Kader hat Qualität und ich strebe mit ihm den größtmöglichen Erfolg an. Persönlich möchte ich mir viele Einsätze erarbeiten, mit der Mannschaft oben mitspielen.

SPORT1: Zum Saisonauftakt empfangen Sie mit Werder den 1. FC Kaiserslautern. Was macht Sie optimistisch, dass es trotz der großen Verletzungssorgen keinen Fehlstart gibt?

Wolf: Ich sehe, wie wir arbeiten und dass sich hier viele junge Spieler zeigen wollen. Wenn wir richtig konzentriert und eine starke Gruppe sind, werden wir von Beginn an punkten.

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