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Königsblau oder -grau? Rangnick (l.) fordert Transfers, Heldt mahnt zur Konsolidierung. © getty

Bei Schalke 04 richtet man sich wegen der Finanzsorgen auf ein Übergangsjahr ein. Sportdirektor Heldt spricht schon vom Mittelmaß.

Von Maik Rosner

München - Das Halbfinale der Champions League gegen Manchester United war in der Vorsaison der Höhepunkt.

Zudem gewann Schalke 04 den DFB-Pokal.

Eine Spielzeit der Gegensätze und der Machtkämpfe mit dem ehemaligen Trainermanager Felix Magath fand damit ein versöhnliches Ende.

Denn in der Bundesliga reichte es nur zum enttäuschenden Platz 14.

Und auch in dieser Saison müssen bei den Knappen wohl kleinere Brötchen gebacken werden (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

Sportdirektor Horst Heldt spricht schon vom Mittelmaß.

Königsgrau statt Königsblau?

"Vielleicht nur Achter"

"Nach Platz 14 vergangene Saison können wir jetzt nicht sagen, dass wir Zweiter, Dritter oder Vierter werden. Wir wollen auch Schulden abbauen und werden nicht mehr jedem Transfer mit geliehenem Geld hinterher rennen", sagte Heldt im Trainingslager im österreichischen Stegersbach.

Und weiter: "Deshalb kann es sein, dass wir ein Übergangsjahr haben und vielleicht nur Achter in der Liga werden."

Rangnick überrascht

Ralf Rangnick ist über die Finanzsorgen zwar unterrichtet gewesen, als er bei Schalke das Traineramt im letzten Drittel der vergangenen Saison übernahm.

Doch ganz so happig hat er die Situation wohl nicht eingeschätzt.

Zumal bis zu 25 Millionen Euro durch Manuel Neuers Wechsel zum FC Bayern eingenommen werden. (SERVICE: Die Sommerfahrpläne)

"Mix aus Investition und Konsolidierung"

Von Rangnick ist Verärgerung überliefert. Der Rückkehrer hatte mit Schalke große Pläne.

Heldt hofft aber auf auf die Einsicht, dass ein "Mix aus Investition und Konsolidierung" unvermeidbar ist.

[kaltura id="0_a9rgvzkc" class="full_size" title="Neuanfang nach Neuer"]

Denn die Schulden der Schalker sollen beinahe zehnmal so hoch sein wie die Einnahmen durch Neuers Verkauf. Da verbieten sich große Investitionen eigentlich ohnehin.

Für knapp vier Millionen Euro kam dennoch Christian Fuchs von Mainz 05. Zudem kehrte von dort der ausgeliehene Lewis Holtby zurück und aus Kaiserlautern Jan Moravek.

Absagen von Roux und Cisse

Nun soll noch ein Stürmer kommen. Zwei Angebote für Wunschspieler Nolan Roux hat sein Verein Stade Brest aber abgelehnt.

Und Wunschspieler Papiss Demba Cisse vom SC Freiburg ist mit 15 Millionen Euro fast doppelt so teuer wie Roux und damit erst recht nicht finanzierbar.

Nun gilt Ciprian Marica, zuletzt beim VfB Stuttgart rausgeflogen, als mögliche Schnäppchen-Lösung 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

Auf der Torwartposition muss Ralf Fährmann derweil das schwierige Erbe von Nationalkeeper Neuer antreten.

Heldt stärkt dem Nachfolger den Rücken: "Ralf Fährmann macht sich gut, sehr gut sogar."

Dennoch müsse abgewartet werden, wie der Rückkehrer dem Druck standhält.

"Kader zu vielem in der Lage"

Vorsichtshalber soll noch ein Torwart verpflichtet werden. Laut Heldt aber nur für den Fall, dass Fährmann einmal längere Zeit verletzungsbedingt ausfällt.

In Gelsenkirchen wagen sie offenbar selbst noch nicht einzuschätzen, wohin die Reise in dieser Saison geht.

Mit einem möglichen Platz acht hat Heldt deshalb erst einmal die Erwartungen gebremst.

"Unser Kader ist zu vielem in der Lage", sagte Heldt, verwies aber darauf, die Mannschaft müsse sich erst einmal finden.

Kampf und Attraktivität

Seine Vision: "Wir wollen eine Mannschaft aufbauen, die zu Schalke passt, die attraktiven Fußball spielt und zu kämpfen versteht."

Aus der Erfahrung der Vorsaison wissen sie bei Schalke, dass der Kader tatsächlich zu vielem in der Lage ist.

Allerdings gilt das für beide Richtungen.

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