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Manuel Neuer (M.) hat bisher 156 Bundesligaspiele bestritten © getty

Der Rekordmeister erleidet beim LIGA total!-Cup gegen den jungen HSV eine Bruchlandung. Neuer patzt grob. Dortmund spielt auf.

Aus Mainz berichtet Matthias Becker

Mainz - Auf der Suche nach neuer defensiver Stabilität hat der FC Bayern knapp zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel der Saison noch einen weiten Weg vor sich.

Ein Patzer des neuen Torhüters Manuel Neuer und einige Unsicherheiten in der Viererkette bescherten dem Rekordmeister im Halbfinale des LIGA total!-Cups gegen den Hamburger SV eine 1:2 (0:2)-Niederlage - und damit die erste Pleite der Vorbereitung.

Neuer segelte in der 7. Minute unter einem Freistoß hindurch und ermöglichte HSV-Stürmer Heung Min Son den ersten von zwei Treffern.

Vor dem 0:2 ließ sich die Bayern-Defensive auf der linken Abwehrseite von Dennis Diekmeier düpieren, Son musste aus kurzer Distanz nur noch vollstrecken (30.). Kroos (58.) traf zum Endstand.

Im Finale des Vorbereitungsturniers treffen die Hamburger auf Meister Borussia Dortmund (Mi., ab 20.15 Uhr im ).

Der BVB hatte zuvor Gastgeber FSV Mainz 05 durch einen Treffer von Neuzugang Ivan Perisic mit 1:0 (0:0) besiegt. Die Mainzer treten im Spiel um Platz 3 gegen den FCB an (Mi., ab 18.30 Uhr im ).

"Wenn es das erste Saisonspiel gewesen wäre, hätten wir eine grausame Leistung attestieren. Jetzt gehe ich mal davon aus, dass das am harten Vorbereitungsprogramm gelegen hat", kommentierte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger.

Boateng nur auf der Bank

Trainer Jupp Heynckes hatte mit wenigen Ausnahmen seine nominell stärkste Elf aufgeboten. Auf der Rechtsverteidiger-Position begann allerdings Nachwuchsmann Cüneyt Köz für den angeschlagenen Neuzugang Rafinha.

Ein weiterer Neuer, Jerome Boateng, musste auf seinen ersten Einsatz in der Startelf noch warten, in der Innenverteidigung begannen Daniel van Buyten und Holger Badstuber (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

Und bereits nach sieben Minuten sah die gesamte Bayern-Defensive schlecht aus. Nach einem Foul von Köz an Eljero Elia kam es bei der Freistoßflanke von Dennis Aogo am Fünfmeterraum zum fatalen Missverständnis zwischen Neuer und seinen Abwehrspielern. Son musste den Ball von rechts nur noch ins leere Tor schieben.

Der Nationaltorwart zeigte sich einseitig und räumte den Fehler ein: "Da hätte ich zwei Meter weiter hinten stehen müssen", blickte er zurück.

Doch auch allgemein haperte es noch.

"Wir standen in der ersten Halbzeit zu weit auseinander und haben es den Hamburgern leicht gemacht zu kontern. Wir wollten das Spiel gewinnen, aber wir sind noch in der Vorbereitung", analysierte Bastian Schweinsteiger bei LIGA total!.

Umgekrempelter HSV überzeugt

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Der komplett umgekrempelte HSV, bei dem die neu formierte Offensive mit Elia, Neuzugang Gökhan Töre, Änis Ben-Hatira und Son für mächtig Wirbel sorgte, war den Bayern ebenbürtig.

In der 11. Minute hatten die Hanseaten aber Glück, als ein Freistoß von Franck Ribery haarscharf am linken Tor-Eck vorbeizischte.

Nachdem Arjen Robben aus kurzer Distanz per Kopf den Ausgleich verpasst hatte, war wieder der HSV dran. Der starke Töre zwang Neuer aus 14 Metern zu einer Glanzparade, ehe Son mit dem Pausenpfiff zum 2:0 traf.

"Wir hatten nicht mit dem Sieg gerechnet. Die Anspannung war groß. Wir hatten das Glück, früh in Führung zu gehen. Dann waren wir gut im Spiel", war auch HSV-Coach Michael Oenning von seinem Team überrascht.

[kaltura id="0_j40g7ldq" class="full_size" title="Bayern fiebert Saisonstart entgegen"]

Gomez verpasst Anschlusstreffer

Nach dem Wechsel konnten die Münchner gegen den kompakt stehenden HSV im auf 2x30 Minuten verkürzten Duell zwar mehr Ballbesitz, aber nur wenige klare Chancen verbuchen.

Mario Gomez vergab die beste, als er einen Kopfball aus sieben Metern über das Hamburger Tor setzte. Der Anschlusstreffer von Toni Kroos war am Ende nicht mehr als Ergebniskosmetik. Bei dem Distanzschuss halfen zudem HSV-Keeper Mickel und der Innenpfosten mit.

Für den negative Schlusspunkt aus Bayern-Sicht sorgte Badstuber, der nach einer rüden Grätsche an Son mit Gelb von Schiedsrichter Tobias Christ noch recht gut bedient war.

"Eindruck war kein schlechter"

Besser als Titelfavorit Bayern machte es der aktuelle Titelträger Borussia Dortmund.

Der Meister siegte durch einen Kopfballtreffer von Neuzugang Perisic hochverdient gegen Mainz, ließ in der zweiten Hälfte aber zahlreiche Chancen für einen höheren Erfolg liegen (SERVICE: Die Sommerfahrpläne).

"Der Eindruck war kein schlechter. Wir waren besser. Allerdings hätten wir auch das ein oder andere Problem bekommen können", sagte Jürgen Klopp.

Großkreutz als Linksverteidiger

Der Meistertrainer sorgte vor dem Spielbeginn gegen seinen Ex-Klub für die größte Überraschung. Er stellte auf der linken Außenbahn defensiv Kevin Großkreutz anstelle des angeschlagenen Marcel Schmelzer auf.

Mit Moritz Leitner, der neben Kapitän Sebastian Kehl im defensiven Mittelfeld auflief, und Perisic, rechts offensiv im Mittelfeld eingesetzt, vertraute Klopp in der Startelf zudem zwei Neuzugängen.

Mainz-Coach Thomas Tuchel präsentierte den Fans im 4-4-2 mit Mittelfeldraute mit Zdenek Pospech, Julian Baumgartlinger, Nicolai Müller und Maxim Choupo-Moting gleich vier Neue.

Perisic trifft zur Führung

Das Spiel brauchte einige Minuten Anlaufzeit, nach 25 Minuten hatten die mitgereisten Dortmunder Fans aber erstmals den Torschrei auf den Lippen. Der auffällige Perisic scheiterte von links aber an 05-Keeper Heinz Müller.

Mario Götze (26.) und Shinji Kagawa (29.)auf BVB-Seite, sowie Andreas Ivanschitz (27.) für die Mainzer hatten weitere Gelegenheiten, doch es ging torlos in die Pause.

Kurz nach dem Wiederanpfiff war es dann eine Standardsituation, die der BVB zur Führung nutzte. Der spielfreudige Götze schlug eine Ecke von rechts vor das Mainzer Tor, Perisic hielt den Kopf rein und verlängerte die Kugel flach links ins Tor.

Subotic verletzt draußen

Die Mainzer hatten der Borussia nach der Führung nur noch wenig entgegenzusetzen. Der eingewechselte Neuzugang Chris Löwe scheiterte mit einem Fernschuss an der Latte (49.), den Abpraller setzte Götze nach schöner Einzelleistung über den Mainzer Kasten.

Robert Lewandowski verpasste nach Perisic-Flanke zwar ebenso das 2:0 (50.), letztlich war der Sieg des Meister aber hochverdient, die einzige Mainzer Chance der zweiten Hälfte vergabe der eingewechselte Neuzugang Anthony Ujah aus kurzer Distanz per Kopf (56.).

Wermutstropfen für den BVB: Innenverteidiger Neven Subotic musste in der Pause verletzt in der Kabine bleiben und wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht.

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