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Manuel Neuer wechselte im Sommer von Schalke 04 zum FC Bayern © getty

Der FC Bayern offenbart bei der Niederlage im LIGA total!-Cup gegen den HSV erneut defensive Schwächen. Meister Dortmund glänzt.

Aus Mainz berichtet Matthias Becker

Mainz - Den Fans des FC Bayern war es ein grausam vertrautes Bild:

Über die linke Abwehrseite des Rekordmeisters konnte ein Gegner ungestört zur Grundlinie marschieren, seine Hereingabe drückte der Stürmerkollege unbedrängt von der Münchner Innenverteidigung über die Linie.

Das 2:0 des Hamburger SV im Halbfinale des LIGA total!-Cups gegen die Bayern (Endstand 2:1) war ein Tor, wie die Münchner es in der verkorksten Vorsaison nicht selten kassiert haben.

Gut 40 Millionen Euro haben sie deshalb in die Verstärkung ihrer Defensive gesteckt, haben Kapitän Philipp Lahm wieder auf die Problemposition hinten links versetzt.

Der Effekt am Dienstag in Mainz: keiner.

Warnschuss vor dem Pflichtspiel-Auftakt

Die Pleite im 2x30 Minuten-Spiel ist für die Bayern natürlich kein Beinbruch, erstmals ernst wird es in knapp zwei Wochen im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig.

Ein Warnschuss war sie aber doch. "Man hat gesehen, dass die Bundesliga in diesem Jahr alles andere als ein Selbstläufer wird", stellte ein nur leicht angesäuerter Sportdirektor Christian Nerlinger fest, relativierte aber:

"Wäre es das erste Bundesligaspiel gewesen, müsste man eine grausame Leistung attestieren. Aber ich glaube, dass die Unkonzentriertheiten in unserem Spiel mit dem harten Vorbereitungsprogramm zu tun haben."

"Mannschaftsteile zu weit auseinander"

Dieser Lesart schloss sich auch Trainer Jupp Heynckes an, dessen klar formuliertes Ziel es ist, seinem Team wieder mehr defensive Stabilität zu verpassen.

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"Bisher hat es die Mannschaft sehr gut gemacht, heute hat man aber gesehen, dass die einzelne Mannschaftsteile bei Ballverlusten zu weit auseinanderstanden. Deshalb hatte der HSV dann leichtes Spiel beim Kontern", analysierte Heynckes und verwies die zuletzt intensiven Trainingseinheiten:

"Wenn die Frische wieder da ist, wird das schon besser."

Boateng vor Premiere

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Vielleicht wird es ja sogar schon im Spiel um Platz 3 gegen Gastgeber Mainz 05 (ab 18.30 Uhr im ) besser.

Denn die beiden defensiven Neuzugänge Rafinha und Jerome Boateng schauten gegen den HSV noch zu.

Rafinha, zuletzt nach einem Magen-Darm-Infekt geschwächt, dürfte rechts hinten für den leicht überforderten Nachwuchsmann Cüneyt Köz ins Team kommen.

Boateng steht in der Innenverteidigung vor dem ersten Einsatz im Bayern-Trikot.

"Königstransfer" Manuel Neuer, der vor dem 0:1 des HSV durch Doppeltorschütze Heung Min Son unter einer Freistoßflanke von Dennis Aogo hindurchsegelte, räumte seinen Fehler ein, wurde von den Kollegen aber in Schutz genommen:

"Wenn ein Torwart rauskommt, muss er ihn haben. Das weiß er auch selber. Aber Son darf auch nicht so frei zum Schuss kommen", erklärte Lahm.

"Der Erfolg tut uns gut"

Beim runderneurten HSV freuten sie sich über den ersten Achtungserfolg vor Saisonbeginn (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

"Das schnelle Umschaltspiel zeichnet uns aus", sagte Außenverteidiger Dennis Diekmeier, der durch schnelles Umschaltspiel das 2:0 vorbereitet hatte:

"Der Erfolg tut unserer jungen Mannschaft sehr gut."

Heiko Westermann der in der Innenverteidigung neben Neuzugang Michael Mancienne eine ordentliche Partie zeigte, war ebenfalls sehr angetan.

"Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die in Europa ganz weit vorne liegt - und die ist fast komplett angetreten", erklärte er.

Klopp sieht noch Steigerungspotenzial

Das Maß der Dinge war wie in der Vorsaison aber auch am Dienstagabend Borussia Dortmund.

Der Meister dominierte sein Halbfinale gegen Mainz 05 und hätte deutlich höher als 1:0 (0:0) gewinnen können.

Kein Wunder, dass die Bayern-Verantwortlichen Heynckes und Nerlinger vom BVB beeindruckt waren und ihn zum schärfsten Titel-Konkurrenten ernannten (SERVICE: Die Sommerfahrpläne).

Einiges habe ihm schon "richtig gut gefallen", versicherte Trainer Jürgen Klopp, dennoch habe sein Team "viele Sachen gemacht, die nicht so toll waren und im falschen Moment die falschen Mittel gewählt".

Götze beim BVB überragend

Alleine die spielerische Klasse von Mario Götze, der auch den Siegtreffer von Neuzugang Ivan Perisic per Eckball vorbereitete, nötigte dem Publikum in der nagelneuen Mainzer Coface-Arena aber mehrere Male Szenen-Applaus ab.

Unterstützung bekam Götze offensiv vom wieder genesenen Shinji Kagawa, im defensiven Mittelfeld zeigte Talent Moritz Leitner an der Seite von Kapitän Sebastian Kehl eine sehr ordentliche Partie.

Und so kann es die Konkurrenz durchaus als Drohung verstehen, wenn Kevin Großkreutz sagt: "Es war okay heute, aber wir können noch viel besser."

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