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Klaus Allofs (l.) ist bereits seit 1999 Sportlicher Leiter an der Weser © getty

Wann sich Bremens Lazarett lichtet ist unklar. Lemke erteilt den Transferwünschen von Sportchef Allofs dennoch eine weitere Absage.

Bremen - Sie redeten sich beim Krisengipfel die Köpfe heiß, doch nach einem Machtwort von Willi Lemke bleibt bei Werder Bremen erst mal alles beim Alten.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hanseaten wies Forderungen von Geschäftsführer Klaus Allofs nach finanziellen Nachbesserungen erneut zurück.

Wie der 64-Jährige am Tag nach der gemeinsamen Unterredung betonte, werde bei Werder "auch weiterhin nur das Geld ausgegeben, das eingenommen wird".

Damit bleibt der finanzielle Rahmen für die sportliche Führung weiter eng gesteckt und Unruhe programmiert.

Kein Gewinn, keine Kadernachbesserung

Geschäftsführer Allofs und Trainer Thomas Schaaf hatten zuletzt personelle Nachbesserungen gefordert, weil in Sebastian Boenisch, Per Mertesacker, Naldo, Sebastian Prödl und Mikael Silvestre fünf Abwehrspieler ausfallen (316092DIASHOW: Die Wechselbörse).

Bisher ist kaum einzuschätzen, wann die Leistungsträger wieder auflaufen können (DATENCENTER; Spielplan 2011/12).

"Wir haben hart, aber konstruktiv diskutiert. Da die Einnahmen aus der Champions League fehlen, ist die finanzielle Ausstattung gegenüber der Vorsaison, wo wir durch diese Einnahmen und den Özil-Transfer einen Gewinn erwirtschaftet haben, deutlich verringert", sagte Lemke.

Allofs und Schaaf enttäuscht

Zwar gaben beide Parteien nun bekannt, dass "die Geschäftsführung in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat verschiedene Wege abklopft, um noch einen weiteren Abwehrspieler zeitnah verpflichten zu können".

Doch um etwa den Griechen Sokratis Papastathopoulos vom FC Genua ausleihen zu können, dürfte Werder auf vorherige Spielerverkäufe angewiesen sein.

Klar ist, dass Allofs und Schaaf von der äußerst zögerlichen und geringen finanziellen Unterstützung des Aufsichtsrats schwer enttäuscht sind, dies konnten und wollten sie zuletzt nicht verbergen.

Zudem dürfte der Zwist Werders strategische Position auf dem Transfermarkt nicht gerade gestärkt haben.

[kaltura id="0_imuu8ftk" class="full_size" title="Werder im Schlingerkurs"]

Abschied am Saisonende denkbar

Sollte es im Machtkampf überhaupt einen Gewinner geben, ist es wohl Willi Lemke.

Doch misslingt der Saisonstart auch infolge fehlender personeller Alternativen, droht dem Verein eine monatelange Schlammschlacht.

Dann ist auch eine Trennung von den Bremer Idolen Allofs und Schaaf am Ende der Saison denkbar.

Die Möglichkeit wollte Werders Geschäftsführer öffentlich bereits nicht mehr ausschließen.

Pizarro: Kein neues Angebot

Die Unruhe im Klub und der zögerliche Umgang mit dem Scheckbuch sorgen dafür, dass auch die Stars offen vom Abschied reden.

Neben Torwart Tim Wiese, der bereits bedauerte, dass Werder ihm kein angemessenen Angebot für eine Vertragsverlängerung machen könnte, sondiert nun auch Torjäger Claudio Pizarro den Markt:

"Ich werde versuchen, eine gute Saison zu spielen. Danach schaue ich mich nach anderen Möglichkeiten um", sagte Pizarro der peruanischen Zeitung "El Comercio".

Im April wollte Klaus Allofs dem Torjäger ein neues Angebot vorlegen, doch dem Geschäftsführer sind derzeit die Hände gebunden.

Ekici gibt Hoffnung

Abseits des Gerangels um den finanziellen Spielraum gibt es an der Weser aber auch positive Nachrichten zu vermelden.

Der neue Spielmacher Mehmet Ekici, der aufgrund von Leistenproblem zuletzt pausieren musste, wird in den kommenden Tagen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

"Ich habe in den vergangenen Tagen für diesen Bereich ein spezielles Training absolviert, mit viel Stabilisation und Kräftigung", sagte der türkische Nationalspieler(Sommerfahrpläne: Von Bremen bis Augsburg).

Vielleicht gelingt es ja dem kleinen Techniker, seinen neuen Verein mit starken Leistungen in die Bundesliga-Spitze zu führen - und damit die Gemüter bei den Hanseaten etwas zu besänftigen.

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