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Iklay Gündogan (l.) spielt seit dieser Saison für Borussia Dortmund © getty

Der amtierende Deutsche Meister schlägt im Finale den Hamburger SV. Die Bayern zittern sich zu Platz drei.

Aus Mainz berichtet Matthias Becker

Mainz - Während der FC Bayern mit dem "zweiten Anzug" beim LIGA total!-Cup zumindest noch Platz 3 rettete, konnte Meister Borussia Dortmund schon den ersten Titel der frischen Saison feiern.

Der BVB setzte sich im Finale des Vorbereitungsturniers in der fast ausverkauften Mainzer Coface-Arena nach Toren von Felipe Santana und Mohamed Zidan mit 2:0 (0:0) gegen den Hamburger SV durch.

Die Bayern gewannen gegen Gastgeber Mainz 05 mit 5:4 nach Elfmeterschießen. Nach der regulären Spielzeit von 2x30 Minuten hatte es 2:2 gestanden (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

"Wir haben noch ganz viel Arbeit. Die Zweieinhalb Wochen bis zum Ligastart brauchen wird dringend. Hier gab es diesen Cup zu gewinnen, den haben wir gewonnen. Das ist in Ordnung", stapelte Klopp im Anschluss bei LIGA total! tief.

Probleme in der Defensive

Wie schon gegen den HSV brachten sich die Münchner durch Abstimmungsprobleme in der Defensive in Schwierigkeiten.

Die Hanseaten, in der Sommerpause personell stark verändert, hatten diese Unsicherheiten der Bayern am Dienstag noch dankbar genutzt. Im Endspiel gegen den BVB hatten sie dagegen weniger klare Torchancen.

HSV-Coach Michael Oenning hatte die exakt gleiche Startelf wie beim Sieg gegen den FCB aufs Feld geschickt. Dortmund-Coach Jürgen Klopp wechselte dagegen fast die halbe Startelf aus. Neuzugang Ilkay Gündogan durfte sich erstmals auf der großen Bühne im schwarz-gelben Dress präsentieren.

Kagawa scheitert doppelt

Das Spiel bestimmten zunächst aber bekannte Namen beim BVB. In einer verhaltenen ersten Halbzeit hatte Innenverteidiger Felipe Santana per Kopf die erste Großchance (6. Minute), HSV-Keeper Tom Mickel fischte den Ball aber aus dem Winkel.

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Nach einer verunglückten Abwehr hatte Mickel Glück, dass Shinji Kagawa das leere Tor nicht traf (11.), bei einem weiteren Schuss des Japaners von der Strafraumgrenze war Mickel wieder zur Stelle (23.).

Die beste Chance des HSV vergab Heung Min Son, gegen die Bayern noch doppelt erfolgreich, der an Dortmunds Nummer zwei Mitch Langerak scheiterte (SERVICE: Die Sommerfahrpläne).

Doppelschlag des BVB

Das erste Ausrufezeichen der zweiten Halbzeit setzte Gündogan. Sein Distanzschuss verfehlte aber ebenso das Ziel (36.) wie ein Versuch von Neuzugang Ivan Perisic von links (49.).

Kurz darauf sorgte der Dortmunder Doppelschlag dann aber für die Entscheidung. Santana nickte eine Flanke von Perisic am rechten Pfosten aus kurzer Distanz ein (50.), der Ex-Mainzer Zidan staubte kurz darauf von der Strafraumgrenze ab.

"Wir sind der Deutsche Meister, so wollten wir uns auch hier präsentieren. Dieser Sieg bringt uns Selbstvertrauen. Am Samstag wollen wir den nächsten Titel holen", blickte der Ägypter schon voraus auf den Supercup gegen Schalke.

Später Ausgleich für Mainz

Der FC Bayern tat sich gegen Mainz lange Zeit schwer. Nachdem die 05er durch Kapitän Nikolce Noveski die fehlende Zuordnung in der Bayern-Abwehr ausgenutzt hatten (11.), glich David Alaba mit dem Pausenpfiff per Kopf aus (30.).

Drei Minuten vor Schluss hatte Nils Petersen einen an Thomas Müller verschuldeten Foulelfmeter zum vermeintlichen Siegtreffer verwandelt. Eine weitere Unachtsamkeit der FCB-Defensive ermöglichte Anthony Ujah aber in der Schlussminute den Ausgleichstreffer.

Im Elfmeterschießen war es dann Danijel Pranjic, der den entscheidenden Treffer setzte. Nachdem Petersen auf der einen sowie Noveski und Ujah auf der anderen Seite gescheitert waren, traf der Kroate zum Sieg.

Debüt für Usami, Boateng noch nicht dabei

"Das war in Ordnung heute", kommentierte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger den späten Erfolg. "Die Abstimmungsprobleme sind in der Vorbereitung normal."

Trainer Jupp Heynckes gestand ein, dass es für sein Team in Mainz nicht wie gewünscht gelaufen sei. "Wir müssen noch viel an unserer Organisation arbeiten und brauchen jetzt vor allem Wettkampfpraxis."

In der Startelf hatte Heynckes aus dem Spiel gegen HSV nur Manuel Neuer und Holger Badstuber belassen. Mit Rafinha, Nils Petersen und Takashi Usami bot er neben Neuer drei weitere Neuzugänge auf. Für den Japaner Usami war es die Premiere im Bayern-Trikot.

Der fünfte Neue der Münchner, Innenverteidiger Jerome Boateng, war gesundheitlich leicht angeschlagen und stand, wie schon gegen den HSV, nicht im Kader.

Tymoshchuk lässt Noveski laufen

Dabei hätten die Bayern den Nationalspieler nach engagiertem Beginn in der 11. Minute gut gebrauchen können.

Nach einer Ecke von links durch Zoltan Stieber, einer von drei Neuzugängen in der Mannschaft von 05-Trainer Thomas Tuchel, köpfte Noveski völlig unbehelligt von Aushilfs-Innenverteidiger Anatoliy Tymoshchuk den Ball am chancenlosen Neuer vorbei ins Tor.

Petersen (22.), Pranjic und Ersatzkapitän Ivica Olic (25.) verfehlten den Ausgleich noch oder scheiterten an Mainz-Keeper Christian Wetklo. Alaba verwertete dann aber eine maßgenaue Flanke von Diego Contento per Kopf.

Zwei Pfostentreffer für Mainz

Nach der Pause hatten die Mainzer dann gleich zwei Mal Pech.

Uhja traf nach einer Flanke von Yunus Malli per Kopf den linken Pfosten (33.). Bei einem Freistoß von Elkin Soto zerfiel die Bayern-Mauer wie ein Kartenhaus, der Ball sprang vom rechten Außenpfosten neben das Tor (45.).

Nach den beiden späten Treffern brachte das Elfmeterschießen schließlich die Entscheidung.

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