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Borussia Dortmund hat auch zu Beginn der neuen Saison schon Grund zum Feiern © getty

Der BVB sichert sich den ersten Titel der Saison und beeindruckt phasenweise. Die Bayern haben noch viel Arbeit vor sich.

Aus Mainz berichtet Matthias Becker

Mainz - Wenn man so will, hat sich seit dem 14. Mai nicht viel verändert:

Borussia Dortmund feiert den Titel, der FC Bayern sichert sich mit Platz 3 so gerade eben den Trostpreis.

Gut, es ging über jeweils zweimal 30 Minuten nur um den LIGA total!-Cup.

Eine erste Standortbestimmung war das Mini-Turnier in Mainz gut eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal aber schon für die beiden Meisterschaftsfavoriten (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

Klopp relativiert Leistung

Der BVB zeigte sich im Halbfinale gegen Gastgeber Mainz 05 (1:0) und im Endspiel gegen den HSV (2:0) phasenweise in guter Frühform, schien den anderen Teams schon wieder einen Schritt voraus.

Doch Meistertrainer Jürgen Klopp wollte das Geschehen in der neuen Coface-Arena nicht überbewerten.

"Die Belastung war in Ordnung, wir haben drei Tore geschossen und keines gekriegt - da kann man dann schon auch mal zufrieden sein", sagte Klopp, versicherte aber:

"Ich habe eine relativ hohe Messlatte für die Buben und über die sind wir jetzt nicht im Minutenrhythmus drüber gesprungen. Wir hatten in beiden Spielen Probleme."

Zwei Mal zu Null

Die Spieler wollten dem Coach nach den Feierlichkeiten mit der ersten Trophäe der Saison nicht widersprechen, waren aber doch angetan vom Gesehenen.

"Das Feuerwerk war ja größer als bei der Meisterschaft", scherzte Mats Hummels im Gespräch mit SPORT1 über die Pokal-Übergabe und freute sich vor allem über die Leistung der Dortmunder Defensive.

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Die hatte in der Vorbereitung bislang nur ein Mal zu Null gespielt - gegen eine Sauerland-Auswahl:

"Sonst haben wir immer ein Tor kassiert, sogar gegen Rhede", so Hummels. (SERVICE: Die Sommerfahrpläne)

Perisic, Gündogan und Leitner überzeugen

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Vor allem die Neuzugänge gaben den BVB-Fans in Mainz Hoffnung, dass der Abgang von Nuri Sahin im Jahr nach dem Titel kompensiert werden kann.

Ivan Perisic glänzte mit einem Tor (gegen Mainz) und der Vorbereitung des vorentscheidenden 1:0 durch Felipe Santana gegen den HSV.

Ilkay Gündogan zeigte sich ebenfalls bereits in guter Verfassung und Talent Moritz Leitner lieferte als Sechser eine ordentliche Vorstellung ab.

"Das waren zwei gute Testspiele gegen zwei sehr gute Gegner und wir konnten uns gut auf die kommenden Spiele vorbereiten", fasste Mario Götze zusammen, der gegen den HSV wegen einer Zehenprellung geschont wurde.

Im Supercup am Samstag beim Erzrivalen FC Schalke 04 dürfte der Dribbler wieder mit von der Partie sein.

Westermann mit HSV zufrieden

Dann wird der HSV nur zugucken. Aber auch die personell stark veränderten Hanseaten setzten in Mainz eine erste Duftmarke.

"Am Ende waren wir nicht konzentriert genug und haben die Flanken nicht mehr unterbunden", analysierte Kapitän Heiko Westermann:

"Aber das ist nicht so tragisch. Wir haben uns gut verkauft."

"Müssen an Organisation arbeiten"

Das konnten die Bayern nur mit Abstrichen von sich behaupten. Nach der deutlichen Pleite im Halbfinale gegen den HSV mühte sich die zweite Garde gegen Mainz immerhin zu einem Erfolg im Elfmeterschießen.

Die Schwachpunkte des Rekordmeisters wurden aber erneut deutlich.

"Es wurde aufgedeckt, dass wir immer noch Probleme haben, aber nicht nur defensiv, sondern auch in der Offensive", sagte der geschonte Bayern-Kapitän Philipp Lahm im Gespräch mit SPORT1.

Trainer Jupp Heynckes, der am Donnerstag die Absage seines Wunschkandidaten Arturo Vidal (zu Juventus Turin) verkraften musste, gab den Plan für die verbleibende Zeit bis zum Saisonstart schon mal vor.

"Wir müssen noch viel an unserer Organisation arbeiten und brauchen jetzt vor allem Wettkampfpraxis", erklärte er, war aber die Ruhe selbst: "Wir haben noch Zeit."

Lahm: Neuer feiert mit

Einzig das Thema Manuel Neuer blieb für die Münchner auch in Mainz ein Ärgernis.

Am Mittwoch hatte die "Sport Bild" die Verhaltensregeln veröffentlicht, die Teile der Bayern-Fans dem neuen Keeper gerne auferlegen wollen.

Unter anderem soll der Ex-Schalker nicht mit dem Team in der Südkurve feiern. Dem schob Lahm aber gleich einen Riegel vor.

"Wir sind eine Mannschaft und machen alles gemeinsam. Manuel ist ein Teil der Mannschaft. Und wenn die Mannschaft zum Feiern in die Kurve geht, wird Manuel mitgehen", stellte er klar.

Diesen Nebenkriegsschauplatz wollen sie beim Rekordmeister möglichst schnell schließen.

Denn die Verhältnisse vom 14. Mai 2011 umzukehren, wird auch so schon eine stattliche Aufgabe.

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