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Selim Teber erzielte seinen ersten Treffer in der laufenden Saison © getty

In einem Kampfspiel kommt Hoffenheim gegen Schalke nicht über ein 1:1 hinaus, überflügelt aber die Bayern in der Tabelle.

Mannheim - Nach dem traumhaften Abschluss des märchenhaften Jahres von Aufsteiger und Herbstmeister 1899 Hoffenheim strahlte Mäzen Dietmar Hopp über das ganze Gesicht.

"Zufrieden ist kein angemessener Ausdruck dafür, was in diesem Jahr passiert ist", sagte der Milliardär nach dem 1:1 (0:1) beim Hinrundenabschluss gegen Schalke 04, der den Dorfklub dank der um vier Tore besseren Tordifferenz vor Rekordmeister Bayern München auf Platz eins überwintern lässt.

"Erst der völlig überraschende Aufstieg in die Bundesliga und jetzt Tabellenführer. Ich bin unheimlich stolz", betonte Hopp.

Zweimal Gelb-Rot gegen Schalke

Schalke war zwar durch Gerald Asamoah (40.) in Führung gegangen, machte sich dann aber selbst das Leben schwer, als Nationalspieler Jermaine Jones in der 58. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah.

Kapitän Selim Teber, der in der 49. Minute für den wegen einer Muskelverletzung ausgeschiedenen Chinedu Obasi ins Spiel gekommen war und die Binde von Marvin Compper übernahm, schaffte mit einem direkten Freistoß in der 72. Minute den Ausgleich.

Die letzten zehn Minuten mussten die Gäste sogar nur noch mit neun Spielern überstehen, weil auch Orlando Engelaar Gelb-Rot sah.

Getrübte Freude bei Rangnick

"Am Schluss hätten wir dieses Spiel gerne noch gewonnen, aber es war bemerkenswert, wie die Mannschaft nach dem 0:1 zurückgekommen ist. Ich freue mich schon über Platz eins, aber ich hätte mich noch mehr gefreut, wenn wir zwei Punkte mehr geholt hätten", sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick.

"Jetzt können wir unseren Urlaub richtig genießen", sagte Teber: "Wir wollen jetzt in der Rückrunde genau so weiterspielen."

Schalkes Sportdirektor Andreas Müller ärgerte sich allerdings über Jones' Platzverweis. "Bei der zweiten Aktion war es kein Foul", meinte Müller.

Abschied aus Mannheim

Hoffenheim verabschiedete sich ungeschlagen (sieben Siege, zwei Unentschieden) aus dem Mannheimer Carl-Benz-Stadion, das mit 26.300 Zuschauern erneut ausverkauft war.

In der Rückrunde wird der Aufsteiger seine Heimspiele in der neuen Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim austragen.

Schalke zeigt Biss

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw kauften die Schalker, die auf Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi (Oberschenkel-Blessur) verzichten mussten, den Gastgebern mit ihrer aggressiven Spielweise zunächst den Schneid ab und zeigten die beste Vorstellung seit langem.

Dagegen offenbarte die Hoffenheimer Innenverteidigung um Matthias Jaissle ungewohnte Unsicherheiten, so dass Asamoah (3.) und Halil Altintop (9.) schon früh zu guten Chancen kamen.

Dem Angriffsspiel des Aufsteigers merkte man indes das Fehlen von Spielmacher Carlos Eduardo (Grippe) an, für den Sejad Salihovic ins Team gerückt war.

Der Bosnier war es auch, der die Hoffenheimer Führung auf dem Fuß hatte. Doch Salihovics Freistoß aus 25 Metern lenkte Schalkes Torhüter Manuel Neuer in höchster Not noch um den Pfosten lenken (19.).

1899 findet kein Mittel

Im Gegensatz zu den vergangenen Monaten konnten die Hausherren nicht wie gewohnt ihr Tempospiel aufziehen.

Auch weil sich die S04-Defensive zum Hinrundenabschluss äußerst aufmerksam und konsequent präsentierte.

Auch bei Kontern waren die "Königsblauen" immer gefährlich, deren Führung folgerichtig nicht überraschend kam. Nach einem neuerlichen Patzer der Hoffenheimer Innenverterteidigung bediente Altintop Sturmkollege Asamoah, der bereits in der Vorwoche gegen Hertha BSC (1:0) getroffen hatte.

Hektische Partie

Nach dem Wechsel verstärkte Rangnick, der vor exakt drei Jahren von Schalke 04 entlassen worden war, die Offensive durch die Einwechslung des Brasilianers Luiz Gustavo.

Im Blickpunkt stand aber immer wieder Schiedsrichter Peter Gagelmann aus Bremen, der die hektische Partie kaum in den Grif bekam und eine Rudelbildung in der 55. Minute nicht verhindern konnte.

Die harten Aktionen auf beiden Seiten wurden von den beiden Platzverweisen auf die Spitze getrieben.

Zudem wurden nacheinander auch die beiden Schalker Co-Trainer Youri Mulder und Mike Büskens auf die Tribüne geschickt.

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