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Philipp Lahm (l.) absolvierte bisher 172 Bundesliga-Spiele für den FC Bayern © imago

Der FC Bayern bekommt beim LIGA total! Cup die Schwächen aufgezeigt. Philipp Lahm mahnt zur Geduld und vertraut Coach Heynckes

Aus Mainz berichtet Matthias Becker

Mainz - Es war nur ein kleiner Moment der Unachtsamkeit, doch irgendwie war er symbolisch für den Auftritt des FC Bayern beim LIGA total! Cup in Mainz (Bericht).

Nach dem Sieg im Spiel um Platz 3 gegen den gastgebenden FSV schritt FCB-Torhüter Manuel Neuer durch die Katakomben - und schnurstracks auf die Kabine von Borussia Dortmund zu.

Auf diesen sensationellen Spontanwechsel des Ex-Schalkers wird die Fußballwelt aber vergeblich warten müssen, mit einem entschuldigenden Grinsen im Gesicht machte Neuer kehrt und erreichte schließlich doch noch die richtige Tür.

Die Feinabstimmung, sie fehlt einfach noch beim Rekordmeister. Das war in beiden Spielen beim Test-Turnier zu begutachten.

"Werden an den Fehlern arbeiten"

"Es lief nicht wie gewünscht", bestätigte auch der neue Trainer Jupp Heynckes: "Wir müssen noch viel an unserer Organisation arbeiten."

Am Dienstag, nach der klaren Niederlage gegen den Hamburger SV, hatte Heynckes zu große Abstände zwischen den Mannschaftsteilen angemahnt. Gegen den HSV hatte er seine Elf nahezu in Bestbesetzung auflaufen lassen, trotzdem kassierte sie zwei Gegentore und blieb in der Offensive weitgehend harmlos.

"Wir werden an den Fehlern arbeiten. Es wurde aufgedeckt, dass wir immer noch Probleme haben, aber nicht nur defensiv, sondern auch in der Offensive", analyisierte Kapitän Philipp Lahm auf Nachfrage von SPORT1.

Baustelle Innenverteidigung

Vor allem die Innenverteidigung der Münchner machte wie schon in der Vorsaison keinen gefestigten Eindruck. Kein Wunder, es standen ja auch die gleichen Spieler auf dem Platz wie im letzten Spieljahr.

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Weder das Duo Holger Badstuber/Daniel van Buyten (gegen Hamburg), noch die Kombinationen Badstuber/Anatoliy Tymoshchuk (1. Halbzeit gegen Mainz) oder Tymoshchuk/Luiz Gustavo (2. Halbzeit Mainz) konnten überzeugen.

Zwei Mal trafen die Bayern-Gegner nach Standardsituationen, zwei Mal bereiteten sie ihre Treffer über die linke Münchner Abwehrseite vor.

Lahm: Keine Abstimmungsprobleme mit Neuer

Auf der spielte ? zumindest am Dienstag gegen den HSV - wieder Lahm. Der weiß aber, dass seinem Team noch einiges fehlt. "Wir haben zwei Mal nach Standardsituationen Tore bekommen. Da müssen wir enger dran sein und das werden wir auch noch trainieren."

Das Zusammenwirken zwischen der Abwehrreihe und dem neuen Keeper Manuel Neuer muss sich noch einspielen, auch wenn Lahm SPORT1 versicherte:

"Die Gegentore hatten nichts mit der Abstimmung zwischen der Abwehr und dem Torhüter zu tun, sondern innerhalb der gesamten Mannschaft."

Konditionsarbeit ausschlaggebend

Die Verantwortlichen versuchen den Ball flachzuhalten. "Wir sind seit zweieinhalb Wochen im Training, da ist klar, dass die Spieler nicht frisch sind", erklärte Heynckes.

[kaltura id="0_4fmo05yf" class="full_size" title="Bayern Es passt noch nicht alles"]

Fehler, wie beispielsweise der Ballverlust vor dem Hamburger 2:0 seien nicht mehr zu erwarten, "wenn die Spieler im Saft stehen", so der Coach. Auch Nerlinger hält den konditionellen Fokus der ersten Trainingswochen für ausschlaggebend:

"Ich glaube, dass die Unkonzentriertheiten in unserem Spiel mit dem harten Vorbereitungsprogramm zu tun haben", sagte er.

"Wir müssen weniger Fehler machen"

In den verbleibenden knapp zwei Wochen bis zum Testspielauftakt im Pokal bei Eintracht Braunschweig hat der Rekordmeister noch viel Arbeit vor sich. (ÜBERSICHT: 1. Runde des DFB-Pokals)

"Wir müssen kompakter spielen und weniger Fehler machen", forderte Heynckes. Die Hoffnung liegt auf Neuzugang Jerome Boateng, der möglichst schnell seinen Trainingsrückstand aufholen soll, um für den ersten Einsatz zur Verfügung zu stehen.

"Wir haben einen erfahrenen Trainer, der weiß, was uns fehlt. Die Taktik wird jetzt drankommen und dann werden wir top-vorbereitet in die Bundesliga gehen", versicherte Lahm.

Heynckes: BVB ist Favorit

Vorsichtshalber stapeln die Bayern schon mal tief. "Dortmund ist amtierender Meister, und der Meister geht natürlich auch als Favorit in die neue Saison", erklärte Heynckes. Nerlinger ergänzte: "Man hat klar gesehen, dass die Bundesliga dieses Jahr alles andere als ein Selbstläufer wird."

Alaba und Petersen sorgen für Schwung

Und immerhin, es war ja weiß Gott nicht alles schlecht bei den Bayern. Das Engagement war in beiden Spielen gut, dass ballbesitzorientierte Spiel aus der Ära van Gaal blitzte aber ab und zu mal wieder hervor.

Im defensiven Mittelfeld herrscht weiter ein qualitiatives Überangebot, gegen Mainz sorgte David Alaba für viel Schwung. Der geplatzte Vidal-Wechsel ist somit allenfalls ein emotionaler Rückschlag für Heynckes und Präsident Uli Hoeneß.

In der Offensive feierte Takashi Usami ein ordentliches Debüt, Nils Petersen zeigt einmal mehr, dass ihm der Sprung in die Bundesliga keine Probleme bereitet.

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