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Christian Träsch kam 2007 von 1860 zum VfB Stuttgart © getty

VfB-Manager Bobic bestätigt den Wechsel von Christian Träsch zum VfL. Die Ablösesumme ist wohl nur halb so hoch wie gefordert.

Längenfeld/Ötztal - Über Wochen zog sich der Poker um Nationalspieler Christian Träsch hin, an diesem Wochenende ging er nun zu Ende.

Gewinner: Felix Magath und der VfL Wolfsburg.

Schon am Samstag verließ Träsch das Trainingslager des Bundesligisten VfB Stuttgart im österreichischen Ötztal, um seinen Wechsel zu den Niedersachsen abzuschließen.

"Wir sind uns mit dem VfL Wolfsburg über einen Wechsel von Christian einig geworden", teilte der Stuttgarter Sportdirektor Fredi Bobic auf der Homepage des Vereins mit.

Vier-Jahres-Vertrag beim VfL

Über die Höhe der Ablösesumme hüllten sich der VfB und der VfL, der den Wechsel zunächst nicht bestätigen wollte, erwartungsgemäß in Schweigen.

Träsch, der noch einen Vertrag bis 2012 bei den Schwaben besaß, soll zwischen acht und zehn Millionen Euro gekostet haben.

Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler wird in Wolfsburg wohl einen Vertrag über vier Jahre unterschreiben316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

Viele Interessenten

Der VfB hatte Träsch unbedingt halten wollen und ihm eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2016 sowie eine deutliche Gehaltsaufbesserung geboten.

Bereits vor zwei Monaten wies der gebürtige Ingolstädter, der bislang sieben Mal in der Nationalmannschaft zum Einsatz kam, die Offerte allerdings zurück.

Neben dem VfL Wolfsburg sollen sich daraufhin auch Bayer Leverkusen und Schalke 04 um Träsch bemüht, auch Interessenten aus dem Ausland soll es gegeben haben.

Als abschreckend erwies sich aber wohl die Ablösesumme von 20 Millionen Euro, die Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic zwischenzeitlich aufgerufen hatte.

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Poker belastete Träsch

Das Tauziehen um seine Person hatte Träsch zuletzt ganz offensichtlich belastet. "Es beschäftigt ihn, das ist nicht optimal", sagte Trainer Bruno Labbadia am Donnerstag im Trainingslager der Schwaben in Längenfeld über den vielseitig einsetzbaren Nationalspieler.

"Es gibt Spieler", ergänzte Labbadia, "die können mit solchen Situationen besser umgehen und welche, die können es nicht so gut. Man merkt, dass bei ihm die letzten zehn Prozent fehlen."

Über diese zusätzlichen Prozente kann sich jetzt Felix Magath freuen, der Träsch schon während seiner Zeit als Schalker Trainer im Auge gehabt hatte.

VfB hat Alternativen

Träsch wär 2007 von 1860 München zum VfB gewechselt, für die Schwaben kam er seitdem in 83 Bundesliga-Spielen zum Einsatz.

Seinen vorgesehenen Platz rechts in der Abwehrkette wird nun voraussichtlich der Niederländer Khalid Boulahrouz einnehmen.

Im defensiven Mittelfeld, wo Träsch ebenfalls aufgeboten wurde, hat Labbadia in Christian Gentner, Zdravko Kuzmanovic, Mamadou Bah und Neuzugang William Kvist mehrere Alternativen.

Der Däne Kvist war für rund 3,5 Millionen Euro vom FC Kopenhagen gekommen, zudem verpflichtete Stuttgart den Mexikaner Francisco "Maza" Rodriguez für die Innenverteidigung.

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