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Raul (r.) und Schalke holen den ersten offiziellen Titel der Saison 2011/2012 © getty

In einem intensiven Spiel schenken sich beide Teams nichts. Der BVB scheitert mehrfach an Fährmann. Der wird am Ende zum Helden.

Aus Gelsenkirchen berichtet Matthias Becker

Gelsenkirchen ? Der FC Schalke 04 hat Erzrivale Borussia Dortmund den Supercup vor der Nase weg geschnappt und damit die eigenen Fans zwei Wochen vor Bundesligastart für die Derby-Niederlage der vergangenen Saison zumindest ein bisschen entschädigt.

In der heimischen Veltins-Arena setzten sich der Pokalsieger aus Gelsenkirchen mit 4:3 (0:0) nach Elfmeterschießen gegen den Meister durch. (433642DIASHOW: Die Bilder zum Spiel)

Die regulären 90 Minuten waren torlos geblieben.

Für die Schalker war es der erste Supercup-Sieg, die Dortmunder verpassten es, nach dem LIGA total!-Cup binnen einer Woche den zweiten Titel in der Vorbereitung einzusammeln.

Fährmann erleichtert - Gündogan hadert

"Der Sieg ist eine Genugtuung, einfach super", sagte der Held des Abends Fährmann, Nachfolger von Nationaltorwart Manuel Neuer im Schalker Tor: "Ich tue mein Bestes, diese Lücke in der neuen Saison zu schließen."

BVB-Neuzugang Gündogan haderte: "Ich glaube, der Sieg von Schalke ist unverdient. Wie viele hundertprozentige Chancen wir vergeben haben, habe ich lange nicht erlebt".

Klopp "Nicht unzufrieden"

Auch die Trainer schätzen die Lage realistisch ein.

"Das war schon der richtige Gradmesser. Es war klar, dass wir über 90 Minuten nicht verhindern konnten, dass Dortmund zu Chancen kommt. Aber unter dem Strich haben die Jungs das gut gemacht. Die zwei Wochen bis zum Ligastart brauchen wir aber noch, es ist gut, dass wir diese Zeit noch haben. Ralf Fährmann hat ein riesiges Spiel gemacht. Er hat sich auch viel Vertrauen von seinen Mitspielern geholt", sagte Schalkes Coach Ralf Rangnick.

Auch Jürgen Klopp zeigte sich "nicht unzufrieden. Dass nicht alles perfekt sein kann, haben wir vorher gewusst. Trotzdem glaube ich, haben wir ein tolles Fußballspiel gesehen."

Kehl scheitert am Pfosten

Den besseren Auftakt ins Spiel hatten die Dortmunder, bei denen Trainer Jürgen Klopp mit Linksverteidiger Chris Löwe und Ilkay Gündogan zwei Neuzugänge aufgeboten hatte.

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Nach einem Gündogan-Eckball hatte Kapitän Sebastian Kehl die frühe Führung auf dem Kopf, scheiterte aber an Schalke-Keeper Ralf Fährmann und dem rechten Pfosten (6.).

In einem munteren Spiel, das von der Intensität her eher ein Pflicht- denn ein Vorbereitungsspiel war, brauchten die Schalker aber nicht lange, um ins Spiel zu kommen. Benedikt Höwedes hatte die erste Chance für die Königsblauen im 138. Revierderby (16.), setzte seinen Kopfball aber nur auf das Tornetz.

Fährmann glänzend aufgelegt

Obwohl die Schalker läuferisch mit dem BVB mithalten konnte, erspielte sich der Meister in der Folge die größeren Chancen ? und rückte damit einen der vier Neuzugänge in der S04-Startelf in den Fokus.

Kevin Großkreutz scheiterte mit einem Kopfball ebenso an Fährmann im Schalker Tor (23.) wie Gündogan (27.) und Robert Lewandowski (43.), die freistehend zum Abschluss kamen.

Fährmann, der das schwere Erbe von Manuel Neuer angetreten hat und besonders im Fokus stand, verdiente sich mit seinen Paraden erste Sprechchöre aus der Schalker Nordkurve.

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Dortmund drängt auf den Führungstreffer

Direkt nach Wiederanpfiff wäre aber auch Fährmann machtlos gewesen.

Lewandowski wurde vom rechtzeitig von einer Zehenprellung genesenen Mario Götze steil geschickt. Sein Flachschuss strich aber knapp am linken Pfosten vorbei.

Und der Meister stürmte weiter. Der für den auffälligen Julian Draxler eingewechselte Jose Manuel Jurado verlor nach einer Ecke den Ball, beim folgenden Konter des BVB rettete Kyrgiakos Papadopoulos nach einem Querpass Shini Kagawas in allerhöchster Not (57.).

Drei Minuten später war es wieder Fährmann, der gegen den immer stärker werdenden Götze parierte.

Moravek setzt Lebenszeichen

Die Gastgeber hatten in dieser Phase nur Kampf zu bieten. Das international renommierte Sturmduo Raul und Klaas-Jan Huntelaar blieb völlig unsichtbar.

Folgerichtig musste Huntelaar in der 69. Minute für den aus Kaiserlautern zurückgekehrten Leihprofi Jan Moravek Platz machen. Und der wäre um ein Haar vier Minuten später zum Helden avanciert.

Von Alexander Baumjohann und Raul blenden freigespielt, scheiterte Moravek von rechts mit einem Flachschuss aus sieben Metern am blitzschnell reagierenden Roman Weidenfeller.

Schalke mit den besseren Nerven

Da Kagawa nach Zuspiel des starken Gündogan auch die letzte Chance in der regulären Spielzeit ausließ, musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.

Hier hatten die Schalker die besseren Nerven und mit Fährmann den Held des Abends in ihren Reihen.

Die neue Nummer eins der Königsblauen parierte die schwach geschossenen Elfmeter von Großkreutz und Perisic und bescherte seinem Team damit den ersten Titel der Saison.

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