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Franck Ribery hat für den FC Bayern in bisher 97 Bundesligapielen 31 Tore erzielt © imago

Eine Trainingsverletzung weckt schlimmste Befürchtungen beim FCB. Doch eine genaue Untersuchung sorgt für Erleichterung.

Von Martin Volkmar

München - Aufatmen bei Franck Ribery und dem FC Bayern:

Die Sprungelenksverletzung, die der Franzose am Sonntag im Training erlitten hat, ist nicht so schlimm wie zunächst befürchtet.

Nach einer eingehenden Untersuchung bei Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt wurde lediglich eine leichte Kapselverletzung im linken Knöchel diagnostiziert.

Ribery kann voraussichtlich Ende der Woche wieder ins Training einsteigen und im DFB-Pokal am 1. August bei Eintracht Braunschweig spielen.

"Es hat Knack gemacht"

"Ich dachte, es wäre etwas Schlimmeres. Es hat Knack gemacht", erklärte der 28-Jährige danach.

"Es ist aber nur eine Kapselverletzung. Ich hatte nochmal Glück im Unglück. Im ersten Moment dachte ich, die Bänder wären gerissen."

Entsprechend groß war der Schock unmittelbar nach dem Vorfall an der Säbener Straße gewesen.

Ribery war am Ende der Übungseinheit bei einem Zweikampf mit Diego Contento umgeknickt, zu Boden gesunken und hatte vor Schmerzen geschrien.

Erst nach minutenlanger Behandlung konnte Ribery mit einem Golfwagen vom Platz gefahren werden, die Hände hatte er vors Gesicht geschlagen.

Nur mit Hilfe von zwei Betreuern konnte der in die Kabine humpeln, den linken Knöchel dick einbandagiert.

Training sofort abgebrochen

Trainer Jupp Heynckes hatte das Training sofort nach dem Zwischenfall abgebrochen, die zuvor gute Stimmung vor rund 3000 Fans an der Säbener Straße war schlagartig gekippt.

Schließlich setzen die Münchner große Hoffnungen in Ribery, der nach zahlreichen Verletzungspausen in den vergangenen Jahren in der neuen Saison ebenso wie der FCB wieder angreifen will.

[kaltura id="0_c5aebcw8" class="full_size" title=" Es hat Krack gemacht "]

"Ich erwarte, dass Franck seine alte Form findet. Auch wenn man ein Weltklassespieler ist, muss man sich vorbereiten und arbeiten", erklärte Heynckes.

"Wenn das so ist, dann denke ich, dass wir wieder mit Franck erfolgreich sind."

Sonderschichten am trainingsfreien Tag

Ribery hatte die Vorgaben des Trainers eifrig erfüllt und zuletzt am trainingsfreien Freitag gemeinsam mit Jerome Boateng, Alaba und Jörg Butt Sonderschichten absolviert.

"Ich will einfach noch fitter werden", sagte der Dribbel-König danach der "Bild".

"Das Extra-Lauftraining habe ich eingelegt, um noch schneller in Fahrt zu kommen. Ich fühle mich im Moment richtig gut, sowohl körperlich als auch mental."

"Verspüre wieder dieses Sensationsgefühl"

In einem Interview einige Tage früher war er sogar noch weiter gegangen. Er verspüre wieder "dieses Sensationsgefühl, das mich in meiner ersten Bayern-Saison beflügelt hat", meinte Ribery da.

Und weiter:

"Wenn ich nun wieder hundertprozentig fit und frei im Kopf bin, dazu ein gutes Verhältnis mit dem Trainer habe - also wenn diese Basis wieder stimmt -, kann ich das Niveau von Messi erreichen. Das steht für mich außer Frage."

Eine Halbzeit beim Testspiel gegen Fan-Auswahl

Am Samstag hatte er beim16:2 (6:0)-Testspielsieg im "Traumspiel" gegen eine Auswahl zweier Fanklubs vor 19.000 Zuschauern in Passau 45 Minuten gespielt.

Am Tag darauf dann der nächste Tiefschlag, der Erinnerungen an die vergangenen drei Jahre weckte.

Im Sommer 2010 fehlte Ribery in der Vorbereitung wegen einer Leisten-Operation, 2009 hatte er hartnäckige Patellasehnenprobleme im linken Knie und 2008 legte ihn ein Syndesmosebandriss im linken Sprunggelenk flach.

Doch diesmal kann er wohl nach einer kurzen Pause wieder voll einsteigen.

Alaba, Olic oder Kroos als möglicher Ribery-Ersatz

Beim Audi Cup am Dienstag und Mittwoch mit dem AC Mailand, dem FC Barcelona und Internacional Porto Alegre wird Ribery allerdings fehlen.

Immerhin haben die Münchner mehrere Spieler im Kader, die die Position im linken offensiven Mittelfeld übernehmen könnten:

Der in der Vorbereitung überzeugende David Alaba, der wiedergenesene Ivica Olic oder Toni Kroos, der in dieser Rolle bei Bayer Leverkusen unter Heynckes zum Nationalspieler aufstieg.

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