Mainz, Hoffenheim oder Gelsenkirchen? An einem Ort steigt die Vorfreude bei SPORT1-Redakteur Matthias Becker ganz besonders.

Eine Woche auf Spuren der Bundesliga birgt viele Überraschungen.

Die schmalen Straßen, die zum Trainingszentrum von 1899 Hoffenheim im malerischen Zuzenhausen führen beispielsweise.

Auf den letzten drei Kilometern wird die Straße so eng, dass zwei bundesligaprofi-angemessene Fahrzeuge von der Größe eines - sagen wir mal Porsche Cayenne ? nicht aneinander vorbeipassen würden.

Gut, dass die Herren Profis immer gleichzeitig zum Training an- und abreisen, dann müssen sie nur hintereinander herfahren.

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Oder das noch nicht endgültig ausgeklügelte Verkehrskonzept rund um die neue Mainzer Coface-Arena. Auch da stehen die Straßen im Fokus - und der Reporter im Stau.

Aber gut, die ersten vier Minuten eines Testspiels kann man auch mal verpassen.

Nirgendwo fühlt es sich allerdings so wunderbar nach Bundesliga an wie in Gelsenkirchen-Buer. Mit den Straßen ist dort alles in bester Ordnung, aber es gibt einiges zu entdecken.

Einen sichtlich angetrunkenen Mitbürger beispielsweise, der rücklings auf einer Parkbank liegend zum Zielpinkeln auf den nebenstehenden Mülleimer ansetzt.

Und das um 17.30 Uhr an einem Samstagnachmittag. Der Anblick ist eher traurig, nicht lustig.

Oder einen Taxi-Fahrer der sofort Frontsitz, Du und ausführliche Geschichten über seine Flucht aus Ostpreußen 1945 entbietet.

Die wahre Schönheit von Gelsenkirchen-Buer, vom berühmten Sohn Manuel Neuer zum "Monaco Gelsenkirchens" ernannt, liegt aber in der Leidenschaft der Menschen für den Fußball.

Vier Stunden vor Spielbeginn des Supercups gegen Erzrivale Borussia Dortmund, dominieren die Farben blau-weiß bereits das Straßenbild.

Wenn man so will ist es das vorläufige Ende der Ruhrgebietsfestspiele in der Bundesliga, der Pokalsieger empfängt den Meister.

In anderen Bundesligastädten könnte man um diese Uhrzeit noch Dokumentationen über die Verödung deutscher Innenstädte drehen.

Hier riecht es schon jetzt an jeder Ecke nach Bratwurst und Bier, Omas ziehen die Enkel an der Hand in die Straßenbahn zum Stadion, die Lust auf Bundesliga kommt da ganz von selbst.

Zum Glück geht es in zwei Wochen endlich wieder los.

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