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Fährmann kam 2003 vom Chemnitzer FC zu Schalke und wechselte 2009 nach Frankfurt © getty

Schalkes Torwart Ralf Fährmann spricht im Interview über den gelungenen Einstand beim Supercup gegen Dortmund und das Neuer-Erbe.

Aus Gelsenkirchen berichtet Matthias Becker

Gelsenkirchen - Nicht nur auf dem Platz übernahm Ralf Fährmann beim Supercup-Sieg des FC Schalke 04 gegen Erzrivale Borussia Dortmund eine tragende Rolle.

Auch bei den Feierlichkeiten war der Torhüter für die Absicherung zuständig - für die der Trophäe.

Als letzter Schalker Spieler verließ der Held des Abends nach dem 4:3 (0:0)-Erfolg nach Elfmeterschießen den Rasen der Schalker Arena (Nachbericht: Ein Sieg fürs Herz).

Den Pokal hielt er dabei so fest wie all die Schüsse, die der Meister aus Dortmund zuvor in 90 Minuten auf seinen Kasten abgefeuert hatten (433642DIASHOW: Die Bilder zum Spiel).

Als Nachfolger des zum FC Bayern abgewanderten Manuel Neuer stand Fährmann am Samstagabend unter besonderer Beobachtung. Und besser hätte es für den von Eintracht Frankfurt nach Gelsenkirchen zurückgekehrten Schlussmann gar nicht laufen können.

In der regulären Spielzeit vereitelte er in bester Neuer-Manier reihenweise BVB-Chancen. Im Elfmeterschießen parierte er schließlich die Strafstöße von Kevin Großkreutz und Ivan Perisic und wurde zum umjubelten Zentrum der Feierlichkeiten.

Im Interview spricht Fährmann über die Glücksgefühle nach dem gelungen Einstand vor dem Heimpublikum, das Erbe von Manuel Neuer und die Abendgestaltung.

Frage: Herr Fährmann, wie fühlt man sich als Held des Tages?

Ralf Fährmann: Als Held des Tages sehe ich mich nicht, wir haben als Mannschaft gegen Dortmund gewonnen. Das ist das Schönste und Wichtigste.

Frage: Aber mit Ihren Paraden haben Sie Schalke im Spiel gehalten und auch das Elfmeterschießen entschieden.

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Fährmann: Heute konnte ich der Mannschaft in ein paar Situationen Halt geben, das nächste Mal gibt sie mir wieder Halt. Ich bin einer von elf Mann auf dem Platz.

Frage: War das ein Traumeinstand vor dem eigenen Publikum?

Fährmann: Wenn man aus dem ersten Heimspiel mit einem Sieg gegen Dortmund raus geht, kann man durchaus sagen, dass es gut gelaufen ist (lacht).

Frage: Ausgerechnet Kevin Großkreutz hat verschossen, da haben Sie auch eine kleine Reaktion Richtung Dortmunder Fans gezeigt.

Fährmann: Es ist egal, welcher Schütze antritt. Man ist immer glücklich, einen Elfmeter zu halten. Und der war auch noch wirklich wichtig.

Frage: Zu Beginn der Vorbereitung war Ihre Position als Nummer eins nicht in Stein gemeißelt. Jetzt sieht es etwas besser aus, oder?

Fährmann: Der FC Schalke 04 ist ein sehr großer Verein. Dass man sich da auf jeder Position viele Gedanken macht, ist völlig klar. Ich versuche einfach, jeden Tag im Training meine Leistung zu bringen, mich zu verbessern und dann bestmöglich zu spielen.

Frage: Aber ist die Diskussion um die Nummer eins jetzt nicht endgültig vom Tisch?

Fährmann: Ich habe die Nummer 1 auf dem Rücken. Einen Tag vor dem DFB-Pokalspiel wird der Trainer bekanntgeben, wer in der Startelf steht. Aber ich habe ein sehr gutes Gefühl (lacht).

Frage: Nach dem ersten Spiel ging es gleich in die Kurve, um mit den Fans zu feiern. Ein Traum?

Fährmann: Das Erbe von Manuel Neuer anzutreten, ist schwierig und wird noch sehr schwierig. Manuel hat eine sehr große Lücke hinterlassen. Meine Aufgabe ist es, die Lücke in den nächsten Jahren zu schließen. Dass es direkt mit so einem Sieg gegen Dortmund los geht ist für mich persönlich natürlich super.

Frage: Gibt dieser Sieg ein extra Stück Sicherheit?

Fährmann: Es ist weniger wichtig für mich, sondern für die Mannschaft. Wir gehen positiv und mit Rückenwind in die nächsten Spielen. Erst geht es zum DFB-Pokal und dann gleich nach Stuttgart. Das wird schwer, aber wir haben ja auch noch etwas Zeit, um uns vorzubereiten.

Frage: Werden Sie nach diesem Sieg wenigstens denn noch ein bisschen feiern?

Fährmann: Das ein oder andere Veltins werde ich mir heute noch gönnen?

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