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Bis zur Winterpause suspendiert: Marcel Koller (r) bestraft Vahid Hashemian © imago

Bochumer Chaos-Tage: Nachdem der Stürmer den Trainer attackiert, zieht der nun die Konsequenzen, wie er Sport1.de bestätigt.

Von Christian Paschwitz

München - Als ob die sportliche Talfahrt mit nur einem Sieg aus 16 Spielen nicht schon schwer genug wiegt: (Ergebnisse und Tabelle)

Zwei Tage vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln (Sa., ab 15 Uhr LIVE) gibt es beim Tabellen-Vorletzten erste Auflösungserscheinungen.

Vorerst bis zur Winterpause hat Marcel Koller Stürmer Vahid Hashemian suspendiert. Der Trainer reagierte damit auf ein Interview in der "Bild", in dem Hashemian Koller attackierte ("Das hatte ich mir alles anders vorgestellt. Ich bin nach Bochum gekommen, um dem VfL zu helfen. Dafür habe ich weitaus lukrativere Angebote aus dem Ausland sausen lassen.").

Koller wetterte nun zurück, sanktionierte den Iraner - und setzte damit auch ein Zeichen für seine übrigen Akteure. Gegenüber Sport1.de sagte der Schweizer, Hashemians Aussagen nicht akzeptieren zu können: "Er war praktisch fünf Monate nicht fit und verlangte jetzt mehr EInsatzzeiten."

Respekt, aber nicht wirklich

Weiter meinte Koller: "Keiner soll seine eigene Kiste fahren. Ich habe der Mannschaft vor Wochen gesagt, dass ich genau hinhören werde und die Interviews verfolge. In dieser Situation können wir nur zusammen bestehen."

Hashemian (Porträt) indes bevorzugte den verbalen Alleingang, beklagte sich nach nur acht Saison-Einsätzen (davon drei Aus- und zwei Einwechslungen) über mangelndes Vertrauen: "Ich respektiere zwar die Entscheidungen unseres Trainers, bin aber trotzdem ziemlich sauer darüber."

Allerdings: Bislang wusste der 32-Jährige wenig zu überzeugen beim abstiegsgefährdeten VfL, zu dem Hashemian von Hannover 96 zu Saisonbeginn zurück gewechselt war. Und wo der Angreifer 2004 mit 16 Treffern zum Publikumsliebling aufgestiegen war.

Kranke Rückkehr aus dem Iran

In dieser Spielzeit steht der 32-malige Nationalspieler noch ohne Tor da. Auch ein Grund: Zahlreiche verletzungs- und krankheitsbedingte Ausfälle. Koller (Porträt) motzte auch deshalb gegenüber "Reviersport": "Wenn ich das hochrechne, komme ich vielleicht auf drei Wochen, die Vahid mal am Stück im Mannschaftstraining war."

Und weiter: "Dann war er mal rund drei Wochen hintereinander dabei. Da habe ich gedacht, jetzt kommt er. Dann fliegt er zur Nationalmannschaft und kommt krank wieder zurück."

Hashemian, der laut Manager Thomas Ernst zudem "definitiv eine Geldstrafe" zu erwarten hat, ist nicht der Einzige, mit dem Koller im Clinch liegt - auch mit dem kommenden Gegner Köln gibt es Zoff. Im "Express" lehnte der 48-Jährige eine Friedensofferte von Wolfgang Overath ab: "Das kommt reichlich spät", sagte er.

Zoff auch mit Overath

Hintergrund: Als frisch bestätigter FC-Präsident hatte Overath Koller im Juni 2004 mit seiner ersten Amtshandlung entlassen. Der Schweizer war gerade abgestiegen. Dass ihm Overath nun die Hand reichen will ("Seit dieser Sache damals habe ich ein schlechtes Gewissen"), lässt Koller kalt: Er habe "derzeit andere Sorgen."

Nämlich einen erneuten Abstiegskampf. Mit zuletzt vier Pleiten am Stück. Und eine beginnenden Selbstzerfleischung.

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