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Lukas Podolski kehrte 2009 vom FC Bayern München zum 1. FC Köln zurück © getty

Kölns Trainer Solbakken überrascht mit einer harten Entscheidung. Podolski ist kein Kapitän mehr. Geromel wird Nachfolger.

Von Reinhard Franke

München - Schon vor dem ersten Anpfiff kracht es beim 1. FC Köln.

Für die Fans kommt die Nachricht genauso überraschend wie für viele Experten.

Lukas Podolski ist nicht mehr FC-Kapitän. Dies ist für die Kölner quasi so tragisch wie der Ausfall des Karnevals.

Was vorher durchsickerte, ist nun auch offiziell. Kölns neuer Trainer Stale Solbakken will, dass Pedro Geromel künftig die Binde trägt.

Podolski reagiert via Facebook

Die Reaktion des Entmachteten ließ nicht lange auf sich warten: "Hi Leute, natürlich bin ich enttäuscht, unter anderem über die Art und Weise, wie der Verein in den letzten Wochen mit diesem Thema umgegangen ist", schrieb Podolski auf seiner Facebook-Seite:

"Ich kann die Gründe nicht zu 100 Prozent nachvollziehen, aber ich werde die Entscheidung respektieren und professionell damit umgehen."

Stolbakken bittet um Verständnis

Stolbakken hatte offenbar von vorneherein mit einkalkuliert, welches Echo es auf den Kapitänswechsel geben würde.

"Ich kann nachvollziehen, welche Reaktionen diese Entscheidung auslöst, und ich verstehe die Enttäuschung einiger Fans. Gleichzeitig bitte ich alle Fans um Verständnis, dass meine Entscheidung eine Entscheidung für die gesamte Mannschaft darstellt", sagte Solbakken am Montag.

Der Coach weiter: "Unser Ziel ist es, sportlichen Erfolg zu haben, und dafür ist es unerlässlich, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen."

Noch herrscht Schweigen

Die Entmachtung des FC-Idols ist für viele Anhänger des Vereins eine mittlere Katastrophe, für Solbakken stand der Entschluss aber schon länger fest. Geplant, Podolski im Amt zu lassen, hat der neue Coach offenbar nie.

[kaltura id="0_9gfawcdl" class="full_size" title="Vom Kapit n zum Matchwinner "]

Wie sonst ist es zu erklären, dass er noch "zwei, drei Gespräche" führen müsse. Wenn er sich direkt für eine Weiterbeschäftigung Podolskis als Kapitän entschieden hätte, wäre ein einziges Gespräch nötig gewesen 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

Riether Vize-Kapitän

"Pedro Geromel steht im Zentrum der Mannschaft, wird als Kapitän die neue Kultur des Teams vorleben und unser sportliches Gesamtkonzept verkörpern", meinte Solbakken, der aber auch den abgesetzten Podolski in die Pflicht nahm:

"Auch ohne Kapitänsbinde sind die Erwartungen an Lukas Podolski bereits sehr hoch. Er ist ein zentraler Spieler für den 1. FC Köln und übernimmt mit seiner Persönlichkeit eine Verantwortung über den Verein hinaus."

Den Wolfsburger Neuzugang Sascha Riether bestimmte Solbakken zum Stellvertreter von Geromel. "Ich habe Respekt vor Lukas. Er hat all meine Unterstützung", sagte Geromel.

Geromel soll gehalten werden

Der Schachzug mit dem gebürtigen Brasilianer könnte sich lohnen. Der Innenverteidiger soll so an den FC gebunden werden. Das Ganze hat nur einen Haken:

Der Star-Verteidiger will den FC eigentlich verlassen, hat sich am Wochenende gar geweigert in den Mannschatsbus einzusteigen und meldete sich tags darauf krank.

Geromel kokettiert mit einem hoch dotierten Angebot aus der Ukraine - 7,5 Millionen Euro Ablöse wurden geboten. Diese Summe soll dem FC aber zu niedrig gewesen sein. "Ich habe so etwas auch schon flüstern hören", gesteht Sportdirektor Volker Finke im "Express".

"Aber die Gerüchte gibt es schon seit März. Wir führen keine Gespräche mit anderen Klubs."

Daum empört

Finke hatte sich dagegen aus der Entscheidung in der brisanten "K-Frage" rausgehalten und nur den Wunsch geäußert, dass Solbakken und Podolski unabhängig von der Entscheidung auf einer Wellenlänge funken.

Schon jetzt empört ist Kölns Ex-Trainer Christoph Daum . Er kann Solbakkens Entscheidung nicht nachvollziehen und meint im "Express":

"Selbstredend, dass Poldi der Kapitän ist. Durch ihn hat der FC nach Bodo Illgner erstmals wieder international gesehen ein Gesicht bekommen!"

Für Daum muss Präsident Wolfgang Overath nun einschreiten und ein Machtwort sprechen. "Er muss alle an einen Tisch holen."

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