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Frank Arnesen war zwei Jahre Sportdirektor beim FC Chelsea © getty

Im 11. Teil der SPORT1-Interviewserie spricht Frank Arnesen über die Neuzugänge von seinem Ex-Klub und über die Kapitänsfrage.

Von Thorsten Mesch

Hamburg - Ein Hauch vom FC Chelsea weht durch Hamburg. Mit dem neuen Sportchef Frank Arnesen sollen in der Hansestadt wieder Erfolge gefeiert werden.

Vor allem nach dem sportlich schwachen und strukturell chaotischen letzten Jahr.

Nun steht er Däne an der Spitze der sportlichen Leitung beim HSV. Gemeinsam mit Trainer Michael Oenning soll etwas Großes entstehen. Für ihn ist Oenning ein "Glücksfall".

"Wenn Michael nicht kurz vor mir als Trainer installiert worden wäre, wäre er sicherlich nicht erste Wahl gewesen", gibt der 54-Jährige zu.

"In jedem Gespräch wurde ich sicherer in meiner Meinung über ihn. Seine Philosophie passt exakt zu meiner. Er hat mich einfach überzeugt. Er ist der Richtige für den HSV."

Im 11. Teil der SPORT1-Interviewserie spricht Arnesen über die Neuzugänge von seinem Ex-Klub Chelsea, über die offene Kapitänsfrage und den schweren Start in die Bundesliga-Saison.

SPORT1: Herr Arnesen, wie beurteilen Sie die Qualität des neuen HSV?

Frank Arnesen: Ich bin zufrieden und zuversichtlich, denn die Mannschaft arbeitet sehr gut und sehr hart.

SPORT1: Einige der jungen Spieler scheinen eine andere Körpersprache zu haben als in der vergangenen Saison. Durch den Weggang mehrerer "ranghöherer" Spieler wirken sie wie befreit. Wie sehen Sie es?

Arnesen: Das kann ich nicht beurteilen, weil ich in der vergangenen Saison nicht hier war. Es ist wichtig für die Spieler und die Trainer, wie die jungen Spieler reagieren, im Training und dann im Spiel. Ich bin auch sehr zufrieden mit den jungen Spielern.

SPORT1: Sind junge Spieler wie Bruma oder Mancienne schon reif für die Bundesliga?

Arnesen: Die jungen Spieler, die wir geholt haben, besitzen alle Qualität. Man muss ihnen aber Zeit geben, sich einzugewöhnen. Das Land, die Sprache, die Liga - alles ist neu, darum müssen die erfahrenen Spieler den jüngeren helfen - auf dem Platz und auch außerhalb. Dadurch wird ihnen der Übergang erleichtert.

SPORT1: Welche Stärken bringen Mancienne und Bruma mit?

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Arnesen: Michael hat zwei Jahre Erfahrungen in der Premier League gesammelt, Jeffrey ist ein Riesentalent. Er hat zwar nur bei Leicester gespielt, aber davor mit der ersten Mannschaft bei Chelsea trainiert. Auch die anderen jungen Spieler machen jeden Tag einen Schritt nach vorn und arbeiten sehr hart. Ich glaube, wir haben einen guten Kader.

SPORT1: Herrscht nach einem eher negativen Jahr nun Aufbruchsstimmung?

Arnesen: Ich kann und will nicht über letztes Jahr reden, aber ich sehe, dass die Atmosphäre in diesem Jahr sehr, sehr gut ist und dass die Spieler sehr gut arbeiten. Es ist ein guter Anfang.

SPORT1: Sind die Planungen für die Saison schon komplett abgeschlossen? (SERVICE: Die Sommerfahrpläne)

Arnesen: Momentan sind wir zufrieden. Aber wir sind offen, wenn sich etwas ergibt.

SPORT1: Wer soll die jungen Spieler führen? Kann es Mladen Petric sein?

Arnesen: Es sind fünf Spieler weggegangen, die sehr wichtig waren für die Hierarchie der Mannschaft. Man kann aber nicht jemanden zum Führungsspieler ausrufen. Petric, Westermann, Jarolim, Aogo und Drobny sind die älteren Leute. Und wenn die voran gehen, machen es jüngere Spieler vielleicht auch. Das ist ein Prozess in der Mannschaft.

SPORT1: Denken Sie, dass die kommende Saison ein Übergangsjahr für den Verein wird?

Arnesen: Ich rede nicht über einen Übergang. Ich sage: Wir wollen eine Mannschaft sein, die gut spielt, alles gibt und sich nicht versteckt. Wir wollen auch von außen als Mannschaft gesehen werden und nicht nur als individuelle Spieler.

SPORT1: Ihre Ziele mit dem HSV?

Arnesen: Unsere Philosophie muss sein, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen. Wir wissen, dass es nicht passieren wird, aber wir müssen die Mentalität ausstrahlen.

SPORT1: Der HSV hat zum Saisonstart schwere Auswärtsgegner. Ein Nachteil? (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan)

Arnesen: Ich habe kein Problem damit. Das erste Spiel in Dortmund ist fantastisch für die Mannschaft und den ganzen Verein. Es ist an einem Freitagabend, es wird in vielen Ländern live übertragen. Das ist es doch, was alle Fußballer wollen. Wir spielen auch nicht im Europapokal, deshalb können wir das Spiel genießen.

SPORT1: Was hat Sie am HSV bisher überrascht? Wie sind Ihre bisherigen Eindrücke?

Arnesen: Ich hatte viele Informationen im Hinterkopf, aber man muss selbst erfahren, was im Verein vorgeht. Ich habe immer gewusst, dass der HSV ein ganz großer und traditionsreicher Verein mit tollen Fans ist. Darum bin ich hier, denn es ist fantastisch, für diesen Verein zu arbeiten.

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