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Frankck Ribery kann erneut eine Vorbereitung nicht komplett absolvieren © imago

Der Entwarnung folgte die Ernüchterung. Bayern-Star Ribery fällt für das Pokalspiel aus, womöglich sogar noch länger.

Vom FC Bayern berichten Reinhard Franke und Christian Ortlepp

München - Nach der ersten Entwarnung folgte der Schock:

Franck Ribery fehlt dem FC Bayern nun doch länger.

Der Franzose hatte sich am Sonntag im Training des Rekordmeisters am Knöchel verletzt und musste die Übungseinheit abbrechen.

Eine genauere Untersuchung am Montag ergab, dass der 28-Jährige schwerer verletzt ist als zunächst angenommen.

Zuletzt war Ribery im Trainingslager am Gardasee wieder ganz der Alte. Er machte Späße mit den Fans und Mitspielern, war glücklich endlich schmerzfrei trainieren zu können und verstand sich blendend mit Trainer Jupp Heynckes.

Ribery traurig und niedergeschlagen

Doch am Montag war das ein anderer Ribery, der an der Säbener Straße auf Krücken zu seinem Auto humpelte. Sein Blick war traurig und er war niedergeschlagen.

Zu SPORT1 sagte er: "Ich muss fünf Tage pausieren. Am Samstag und Sonntag werde ich nur Krafttraining machen können, am Montag gehe ich laufen."

Die genaue neue Diagnose: Sprunggelenksverletzung im linken Unterschenkel. Schon wieder, denn genau an der Stelle hatte Ribery schon vor drei Jahren eine Syndesmoseriss.

"Ich kann nicht spielen"

Für das DFB-Pokalspiel bei Eintracht Braunschweig am 1. August wird Ribery, der jetzt fünf Tage Gips tragen muss, definitiv ausfallen. "Ich kann nicht spielen. Es ist schade für mich, aber ich habe ja gleich geahnt, dass es eine schwerere Verletzung ist."

Dann fügte er noch hinzu: "Ich hoffe, dass ich zum Bundeligastart gegen Mönchengladbach wieder dabei sein kann. Aber wir dürfen kein Risiko eingehen."

Ob er bis zum Ligastart eine Woche später gegen die "Fohlen" wieder einsatzfähig ist, ist damit fraglich. Damit fehlt Ribery bereits zum vierten Mal in einer Saisonvorbereitung, seit er 2007 zum FC Bayern kam.

Im Sommer 2010 fehlte Ribery in der Vorbereitung wegen einer Leisten-Operation, 2009 hatte er hartnäckige Patellasehnenprobleme im linken Knie und 2008 legte ihn ein Syndesmosebandriss im linken Sprunggelenk flach.

Heynckes vorsichtig optimistisch

Trainer Jupp Heynckes zeigte sich am Montagabend trotz der nun schlechteren Diagnose optimistisch. "Ich sehe das nicht so dramatisch. Die Verletzung ist nicht so schwerwiegend. Das sind Verletzungen, die passieren können", sagte Heynckes am Montagabend.

Er rechne damit, dass Ribery schon am Wochenende mit der Rehabilitation beginnen und in der kommenden Woche "unter Umständen schon wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Ich denke, dass er gegen Gladbach wieder im Aufgebot steht."

Der FC Bayern sei aber durchaus auch in der Lage, "Franck auch einmal für ein, zwei Spiele zu ersetzen".

[kaltura id="0_jk8i8p62" class="full_size" title=" Ich hoffe f r Gladbach "]

Training sofort abgebrochen

Heynckes hatte das Training sofort nach dem Zwischenfall am Sonntag abgebrochen, die zuvor gute Stimmung vor rund 3000 Fans an der Säbener Straße war schlagartig gekippt.

Schließlich setzen die Münchner große Hoffnungen in Ribery, der nach zahlreichen Verletzungspausen in den vergangenen Jahren in der neuen Saison ebenso wie der FCB wieder angreifen will.

"Ich erwarte, dass Franck seine alte Form findet. Auch wenn man ein Weltklassespieler ist, muss man sich vorbereiten und arbeiten", erklärte Heynckes.

"Wenn das so ist, dann denke ich, dass wir wieder mit Franck erfolgreich sind." Vorstandsvorsitzender Karl-heiz Rummenigge fügte im "kicker": "Ribery ist ein super Spieler, der nur gesund bleiben muss."

Sonderschichten am trainingsfreien Tag

Ribery hatte die Vorgaben des Trainers eifrig erfüllt und zuletzt am trainingsfreien Freitag gemeinsam mit Jerome Boateng, Alaba und Jörg Butt Sonderschichten absolviert.

"Ich will einfach noch fitter werden", sagte der Dribbel-König danach.

"Das Extra-Lauftraining habe ich eingelegt, um noch schneller in Fahrt zu kommen. Ich fühle mich im Moment richtig gut, sowohl körperlich als auch mental."

"Verspüre wieder Sensationsgefühl"

In einem Interview einige Tage früher war er sogar noch weiter gegangen. Er verspüre wieder "dieses Sensationsgefühl, das mich in meiner ersten Bayern-Saison beflügelt hat", meinte Ribery da.

Und weiter: "Wenn ich nun wieder hundertprozentig fit und frei im Kopf bin, dazu ein gutes Verhältnis mit dem Trainer habe - also wenn diese Basis wieder stimmt -, kann ich das Niveau von Messi erreichen. Das steht für mich außer Frage."

Nun der Rückschlag - ausgerechnet vor dem direkten Aufeinandertreffen mit Lionel Messis FC Barcelona beim "Audi Cup".

Am Dienstag und Mittwoch gastieren der FC Barcelona, der AC Mailand und Internacional Porto Alegre in der Allianz Arena.

Immerhin haben die Münchner mehrere Spieler im Kader, die die Position im linken offensiven Mittelfeld übernehmen könnten:

Der in der Vorbereitung überzeugende David Alaba, der wiedergenesene Ivica Olic oder Toni Kroos, der in dieser Rolle bei Bayer Leverkusen unter Heynckes zum Nationalspieler aufstieg.

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