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Jupp Heynckes ist zum dritten Mal Trainer des FC Bayern München © imago

Der Bayern-Trainer trifft im Audi-Cup auf einen alten Bekannten. Porto Alegres Coach sagt dem großen FC Barcelona den Kampf an.

Vom Audi-Cup berichtet Thorsten Mesch

München - Auch die kleinen Probleme mit der Simultanübersetzung brachten Jupp Heynckes nicht aus der Ruhe.

Der Trainer des FC Bayern spielte auf der Pressekonferenz am Vorabend des Audi-Cups (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) seine große internationale Erfahrung aus.

Die Fragen der brasilianischen Journalisten verstand der 65-Jährige, der lange in Spanien und Portugal als Coach tätig war, auch ohne Dolmetscher.

Am Ende antwortete er einem Radioreporter aus Porto Alegre, der Heynckes Meinung zu Breno wissen wollte, einfach auf Spanisch.

Riberys Verletzung "nicht so schwerwiegend"

Doch es war nicht Bayerns brasilianischer Abwehrspieler, der im Mittelpunkt der Fragestunde vor knapp 100 Pressvertretern im noblen Hotel Westin Grand am Münchner Arabellapark, stand.

Franck Riberys Knöchelverletzung, Manuel Neuers erstes Spiel als Bayern-Torwart in der Allianz Arena und das angebliche Interesse des AC Mailand an Bastian Schweinsteiger waren die brennenden Themen des frühen Abends.

Aus seiner Sicht stelle sich Riberys Verletzung "als nicht so schwerwiegend dar. Ich gehe davon aus, dass er am Montag schon wieder auf dem Trainingsplatz fußballspezifisch arbeiten kann", gab Heynckes vorsichtige Entwarnung zum Gesundheitszustand des Franzosen.

Alaba oder Müller?

Der FC Bayern sei aber durchaus auch in der Lage, "einen Spieler wie Ribery auch einmal für ein, zwei Spiele zu ersetzen", betonte der Coach.

"David Alaba ist ein junger und talentierter Spieler, der die Position spielen kann. Thomas Müller könnte auch die linke Position einnehmen. Ich sehe überhaupt kein Problem", erklärte Heynckes.

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Tymoshchuk in der Startelf

Der ehemalige Bundesliga-Torjäger gab bereits Teile der Bayern-Startelf für das Halbfinale am Dienstagabend gegen den AC Mailand (ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) bekannt.

"Manuel Neuer und Rafinha spielen von Anfang an", verriet Heynckes. Auch Anatoliy Tymoshchuk werde gegen den italienischen Meister von Beginn an auflaufen.

Duell der Boatengs fällt aus

Das erste Halbruder-Duell seit der WM 2010 zwischen Jerome Boateng und Milans Kevin Prince fällt jedoch aus. "Jerome Boateng ist etwas später gekommen und wird dann am Mittwoch sein erstes Spiel bestreiten", erklärte Heynckes.

Der Neuzugang Jvon Manchester City muss sich also bis zum Spiel um Platz drei oder dem Finale am Mittwochabend gedulden.

Keine Angst um Neuer

Dem mit Spannung erwarteten ersten Spiel von Manuel Neuer im Fröttmaninger Stadion sieht Heynckes gelassen entgegen, Probleme mit radikalen Fangruppierungen befürchtet er nicht.

"Ich denke, dass Manuel bisher mit der gesamten Situation außergewöhnlich reif umgegangen ist", meinte Heynckes über den von Schalke 04 verpflichteten Nationaltorhüter. "Die Zeit wird das regulieren. Der Verein gibt den Takt an, nicht eine relativ kleine Gruppe von Fans."

"Schweinsteiger ist unverkäuflich"

Auf das kolportierte Interesse der Mailänder an Schweinsteiger angesprochen, meinte der Bayern-Trainer süffisant:

"Das Interesse habe ich schon vernommen, als ich noch nicht beim FC Bayern war. Ich denke, dass er unverkäuflich ist."

Milan mit Staraufgebot

Mailands Trainer Massimiliano Allegri hielt sich in Bezug auf die Wechsel-Spekulationen vornehm zurück.

"Im Sommer gibt es immer viele Gerüchte", sagte der Milan-Coach und ergänzte: "Mich geht das nichts an, ich rede nur über meine Spieler."

Die "Rossoneri" sind mit einem Staraufgebot, zu dem neben Zlatan Ibrahimovic, Clarence Seedorf, Antonio Cassano und Kevin Prince Boateng auch die ehemaligen Bayern-Profis Massimo Oddo und Mark van Bommel gehören, nach München gereist.

Barcelona ohne Messi später angereist

Bevor die Mailänder und die Bayern um einen Platz im Finale kämpfen, ermitteln Internacional Porto Alegre und der FC Barcelona den anderen Endspielteilnehmer.

Da Barca, das ohne Supertar Lionel Messi, Weltmeister Carles Puyol und Neuzugang Alexis Sanchez antreten wird, am Montag noch nicht angereist war, fehlte auch Trainer Pep Guardiola.

Kampfansage von Porto Alegres Coach

Porto Alegres Coach Osmar Loss nutzte die Gelegenheit und sagte dem Champions-League-Sieger einen heißen Tanz an.

"Wir waren in den letzten fünf Jahren das erfolgreichste Team in Südamerika und sind deshalb nicht nervös", meinte Loss.

Drei Ex-Bundesligaprofis im Kader

Die Brasilianer, die mit den ehemaligen Bundesligaprofis Andres d'Alessandro (Wolfsburg), Tinga (Dortmund), Ze Roberto (Schalke) angereist sind, befinden sich in ihrer Liga bereits mitten im Spielbetrieb und wollen beim erstmals seit 2009 ausgetragenen Turnier für Furore sorgen.

"Wir haben 2006 den Weltpokal gewonnen und sind in den letzten zehn Jahren stark gewachsen. Sie kennen uns vielleicht nicht ganz so gut, in Südamerika kennt man uns sehr gut", erklärte Loss und ergänzte forsch:

"Ein Sieg gegen Barca wäre eine Überraschung, aber wir haben das Potenzial dafür und wir werden versuchen, das Turnier zu gewinnen."

Heynckes peilt Turniersieg an

Auch Jupp Heynckes traut dem vermeintlichen Underdog ein gutes Abschneiden zu.

"Sie sind sehr gut organisiert und sehr gut ausgebildet. Es wäre für mich keine Überraschung, wenn sie hier sehr stark auftreten würden", sagte der Bayern-Coach.

Für seine Mannschaft sei der Audi-Cup "eine Standortbestimmung - auch für die neuen Spieler".

Nach Platz drei beim LIGA total!-Cup wollen die Bayern die silberne Trophäe in München behalten, wie Heynckes betonte: "Natürlich haben wir auch die Ambition, zu gewinnen."

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