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Christian Träsch (l.) wechselte 2007 von 1860 München zum VfB Stuttgart © getty

Christian Träschs Wechsel nach Wolfsburg ist endlich perfekt. Bei SPORT1 spricht er über Magath, Ziele und ein Wiedersehen.

Von Reinhard Franke

München - Was lange währt, wird endlich gut.

Das wochenlange Transfer-Hickhack um Christian Träsch (Bericht) endete für den Nationalspieler und Felix Magaths VfL Wolfsburg mit einem Happy End. Der VfB Stuttgart erhält geschätzte neun Millionen Euro Ablöse 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

Der Defensiv-Allrounder ist "natürlich sehr froh, dass es letztendlich geklappt hat" und soll bei den "Wölfen" im Mittelfeld eine Schlüsselrolle übernehmen, nachdem er zuletzt in Stuttgart meist als rechter Verteidiger im Einsatz war.

Im Gespräch mit SPORT1 schildert der frühere Sechziger seine ersten Eindrücke von Magath und Wolfsburg. Außerdem umreißt er seine persönlichen Ziele mit dem VfL.

SPORT1: Herr Träsch, Ihr Wechsel zum VfL Wolfsburg ist nach langem Hin und Her seit Montag endlich perfekt. Sie haben einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Wie froh sind Sie jetzt?

Christian Träsch: Ich bin natürlich sehr froh, dass es letztendlich geklappt hat. Ich erfülle mir einen Traum. Es ist ein sehr wichtiger Schritt für mich. Ich glaube beim VfL Wolfsburg kann man sehr Großes erreichen, man hat beste Voraussetzungen. Auch Herr Magath (Felix Magath, Trainer VfL Wolfsburg, Anm. d. Red.) hat große Ziele und ich möchte einfach ein Teil dieser Ziele sein. Deswegen werde ich mich hier auch zu 100 Prozent reinhängen, dass das eine erfolgreiche Saison wird.

SPORT1: Warum hat sich der Wechsel so lange hingezogen. Waren Sie sich unsicher?

Träsch: Nein, von meiner Seite war es immer klar, aber natürlich mussten sich die Vereine wegen des Transfers einigen. Zum Glück hat es am Ende geklappt.

SPORT1: Sie wechseln vom Süden in den Norden. Vor Ihrer Zeit beim VfB Stuttgart waren Sie beim TSV 1860 München. Was macht den VfL Wolfsburg für Sie so interessant?

Träsch: Es war Herr Magath, der mich unbedingt wollte, der mich immer angerufen hat und mich neugierig gemacht hat - und zum Schluss auch überzeugt hat. Er hat nie locker gelassen. In Wolfsburg sind Top-Bedingungen. Von daher fiel mir die Entscheidung nicht schwer.

[kaltura id="0_3bsked1l" class="full_size" title="Magaths Wolfsrudel nimmt Formen an"]

SPORT1: Wie genau hat Herr Magath Sie denn überzeugt?

Träsch: Dass ich Teil der neuen erfolgshungrigen Mannschaft werden kann, dass man die internationalen Plätze erreichen möchte und dass man in Wolfsburg attraktiven Fußball spielen will. Felix Magath hat ehrgeizige Ziele und die will ich auch erreichen. Da entsteht etwas?

SPORT1: Sie waren in Stuttgart der Dauerbrenner, machten in der zurückliegenden Saison alle 34 Spiele und hatten noch einen Vertrag bis 2012. Waren Sie dort von Trainer Bruno Labbadias Zielen nicht mehr so überzeugt?

Träsch: Ich war vier Jahre beim VfB und denke eine Luftveränderung bringt jeden persönlich weiter. Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Stuttgart, bin dort Bundesligaspieler geworden und habe dem Verein auch sehr viel zu verdanken, aber jetzt will ich sportlich einfach den nächsten Schritt gehen.

SPORT1: Glauben Sie, dass Wolfsburg schon in der neuen Saison ganz vorne mitmischen kann?

Träsch: Klar will ich mit Wolfsburg auch Titel gewinnen, aber das Ziel ist erst einmal, die internationalen Plätze zu erreichen.

SPORT1: Mit Marcel Schäfer kennen Sie ja schon einen neuen Kollegen.

Träsch: Ja, richtig. Mit Marcel habe ich früher bei 1860 im Internat zusammen gewohnt. Das war eine tolle Zeit. Er hat mir von Wolfsburg nur vorgeschwärmt. Aber ich kenne auch Patrick Helmes und Arne Friedrich von der Nationalmannschaft sehr gut.

SPORT1: Apropos Nationalmannschaft. Hat sich Joachim Löw bei Ihnen gemeldet und schon zum Wechsel gratuliert?

Träsch: Natürlich. Er freut sich für mich und steht voll hinter meiner Entscheidung.

SPORT1: Nicht alle Spieler des VfL leben in Wolfsburg. Wo werden Sie wohnen?

Träsch: Meine Frau (Jenny, Anm. d. Red.) und ich wohnen erst mal im Hotel, sind noch auf der Suche und sind auch zuversichtlich, dass wir schon bald etwas finden werden in Wolfsburg. Und was die Stadt angeht. Ich komme aus Ingolstadt, also auch einer Konzernstadt von Volkswagen, schließlich ist dort Audi zu Hause. Ich habe mich in Ingolstadt sehr wohl gefühlt und glaube auch, dass ich mich in Wolfsburg sehr wohl fühlen werde. Hier kann man top leben. Hier hat man alles was man braucht. Ich fühle mich jetzt schon sauwohl.

SPORT1: Diese Meinung teilen nicht viele. Mit Verlaub, aber Wolfsburg gilt ja nun nicht als Topadresse zum Leben.

Träsch: Ich bin ein Typ, der nicht so den großen Trubel braucht. Alle, die das sagen, sollen einfach mal nach Wolfsburg kommen. Das ist eine sehr schöne Stadt. Die Autostadt ist wirklich top. Wer sagt Wolfsburg wäre langweilig, der war noch nicht hier.

SPORT1: Nochmal die Frage: War es wirklich nur der Name Magath, der Sie gereizt hat nach Wolfsburg zu gehen? Auch Schalke war an Ihnen interessiert.

Träsch: Ich habe es schon betont. Hier sind wirklich Top-Bedingungen und Magath ist ein Super-Trainer und die Mannschaft hat einen tollen Charakter, wie ich gleich am ersten Tag feststellen konnte.

SPORT1: Sie klingen wirklich sehr begeistert von Ihrem neuen Arbeitgeber. Sie konnten gleich am ersten Tag den Charakter der Mannschaft erkennen?

Träsch: Es war nur der erste Eindruck in der Kabine, aber der war schon klasse. Man kommt rein und hat so ein erstes Gefühl. Ich wurde sehr höflich aufgenommen und alle sind wirklich nett zu mir. Ich habe mich einfach wohl gefühlt, als ich die Jungs zum ersten Mal getroffen habe.

SPORT1: Hat Ihnen Marcel Schäfer schon das ein oder andere gezeigt?

Träsch: Ja, aber ich habe auch mit Christian Gentner (Ex-Kollege in Stuttgart, Anm. d. Red.) schon darüber gesprochen, der auch in Wolfsburg war. Er hatte hier eine schöne Zeit und sicher wird mir Marcel einiges zeigen. Ich will jetzt erst mal ankommen, mich einleben und akklimatisieren.

SPORT1: Mit ausruhen dürfte aber nicht viel sein. Haben Sie keine Angst vor Medizinbällen?

Träsch: Sie meinen wegen des harten Trainings von Herrn Magath (lacht)? Nein, davor habe ich keine Angst. Das macht einen nur stärker, denn im Fußball kommt man über die Fitness. Eine harte Vorbereitung oder überhaupt hartes Training gehört einfach dazu, wenn man Fußballprofi ist. Das ist schon in Ordnung.

SPORT1: Das wird Herr Magath gerne hören. Er schätzt Sie als mannschaftsdienlichen Spieler. Wie ist Ihr Verhältnis?

Träsch: Es ist ein typisches Trainer-Spieler-Verhältnis. Man spricht miteinander. Wir haben uns aber gleich sehr gut verstanden. Und Herr Magath schätzt offenbar an mir, dass ich immer 100 Prozent geben will. Von daher wird das klappen zwischen uns. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

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