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Ex-Regionalliga-Coach Marcus Sorg (l.) beerbt Robin Dutt als Cheftrainer in Freiburg © getty

Im 12. Teil der SPORT1-Interviewserie spricht Marcus Sorg über sein bevorstehendes Bundesliga-Debüt und die Personalie Cisse.

Von Christian Akber-Sade

München - Marcus Sorg ist der neue starke Mann in Freiburg. Der 45-Jährige steigt vom Coach der zweiten Mannschaft zum Posten des Bundesliga-Cheftrainers auf.

Die Breisgauer beendeten die vergangene Saison auf einem guten neunten Platz und hatten mit dem Abstiegskampf nichts zu tun. Eine Wiederholung dieser Leistung wäre für den Sport-Club ein Riesenerfolg.

Vieles hängt auch von dem Verbleib des umworbenen Top-Stürmers Papiss Demba Cisse ab. "Wir werden alles Vertretbare versuchen, um Papiss hier zu behalten", sagt Sorg.

Der Coach weiß aber auch, "dass ein Moment kommen kann, bei dem man als Trainer wenig Argumente hat."

Im 12. Teil der SPORT1-Interviewserie für den Saisonstart spricht Sorg über sein bevorstehendes Debüt als Bundesliga-Trainer, über die Ziele des SC Freiburg und über die Freundschaft zu seinem Vorgänger Robin Dutt.

SPORT1: Spätestens mit Ihrem Debüt am 6. August in Augsburg sind Sie Bundesliga-Trainer. Wie fühlt sich das an?

Marcus Sorg: Es macht natürlich Spaß. Ich bin ja bereits seit drei Jahren im Verein und deshalb ist es für mich nicht ganz so neu, da das Umfeld das alte ist, nur in neuer Funktion. Ich bin sehr zufrieden und froh, dass ich hier mit einem tollen Trainerteam und einer guten Mannschaft arbeiten kann.

SPORT1: Zu diesem Team gehört auch Top-Torjäger Cisse. Wie sicher sind Sie, dass er trotz der vielen lukrativen Angebote in Freiburg bleibt?

Sorg: Wir werden alles Vertretbare versuchen, um Papiss hier zu behalten. Er ist ein sehr guter und wichtiger Spieler für uns. Es kann aber ein Moment kommen, bei dem als Trainer man wenig Argumente hat. Aber wir wollen alles daran setzen, dass er bleibt.

SPORT1: Gibt es denn eine Tendenz?(316092DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Sorg: Nein, aber ich will mich auch nicht mit täglich wechselnden Wasserstandsmeldungen befassen. Bis zum 31. August ist alles möglich, aber wir wollen natürlich frühzeitig Klarheit.

SPORT1: Können Sie bestätigen, dass die Schmerzgrenze des SC bei 15 Millionen liegt?

Sorg: Was die Ablöse betrifft, wenden Sie sich besser an den Sportdirektor. Der kennt sich bei den Zahlen besser aus.

SPORT1: Sie haben bereits mit Garra Dembele einen neuen Stürmer geholt. Könnte er Cisse auf Anhieb ersetzen?(SERVICE: Die Sommerfahrpläne)

Sorg: Ich denke, man tut keinem einen Gefallen, wenn man ihn als Ersatz für Papiss bezeichnet. Jeder Spieler hat seine eigene Identität und Garra ist auch ein ganz anderer Spieler. Er hat sehr gute Eigenschaften wie Schnelligkeit, Kampfkraft und Zielstrebigkeit zum Tor. Aber unser Ziel ist es, dass auch Papiss bleibt. Beide können definitiv zusammenspielen.

SPORT1: Es gibt auch Spekulationen über Torhüter Oliver Baumann. Gehen Sie davon aus, dass Sie ihn trotz der Vertragsverlängerung vorzeitig ziehen lassen müssen?

Sorg: Sein Vertrag läuft bis 2015, er wurde erst vor wenigen Wochen vorzeitig verlängert. Das spricht für sich und wir sind froh über seine Verlängerung. Er weiß auch, was er an uns hat, hier kann er sich weiterentwickeln.

SPORT1: Eine andere Baustelle sind die Ausfälle von Bastians, Butscher und Krmas. Sehen Sie sich derzeit gezwungen in der Defensive nachzulegen?

Sorg: Nein. Natürlich ist es nicht optimal, wenn auf einer Position zwei Spieler mit Butscher und Bastians hinten links ausfallen. Aber wir haben auch im Nachwuchsbereich den einen oder anderen Spieler, den wir hochziehen können.

SPORT1: Was ist Ihr Ziel für die kommende Saison? (DATENCENTER: Bundesliga-Spielplan 2011/12)

Sorg: Unsere Ziele als Mannschaft sind klar: Wir wollen so schnell wie möglich die Liga-Zugehörigkeit sichern und die gute Arbeit der vergangenen Jahre weiterführen. Mit einem Auge werden wir natürlich auch immer auf unser Nachwuchszentrum schauen, dass wir den einen oder anderen Spieler bei uns integrieren können.

SPORT1: Der Europa-Pokal ist kein Thema?

Sorg: Es wäre vermessen, beim Vergleich mit der Liga-Konkurrenz nach Europa zu schauen. Da haben auch unsere Fans ein feines Gespür entwickelt. Sie wissen, dass durch die unterschiedlichen Ausgangssituationen in Freiburg der Klassenerhalt das Ziel ist.

SPORT1: Haben Sie Kontakt mit Ihrem Vorgänger Robin Dutt?

Sorg: Selbstverständlich. Wir kennen uns seit zehn Jahren. Nur weil wir jetzt in unterschiedlichen Vereinen trainieren, wird sich an unserer persönlichen Freundschaft nichts ändern.

SPORT1: Was wollen Sie anders machen als Robin Dutt?

Sorg: Wir wollen nichts zwanghaft verändern, sondern auf der guten Arbeit aufbauen. Es beginnt keine neue Zeitrechnung. An manchen Punkten wollen wir natürlich ansetzen, die in der Statistik zu erkennen sind. Zum Beispiel das Zweikampfverhalten, das bei uns noch ausbaufähig ist. Ansonsten wollen wir den eingeschlagenen Weg auf der Vereins-Philosophie basierend fortsetzen.

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