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Bastian Schweinsteiger (l.) verwandelte den entscheidenden Elfmeter gegen Milan © getty

Die Münchner bestimmen die Partie gegen Milan. Im Elfmeterschießen halten die Nerven. Robben muss verletzt vom Platz.

Vom Audi Cup berichten Thorsten Mesch und Daniel Rathjen

München - Das Traumfinale ist perfekt, der FC Bayern trifft im Endspiel (Mi., ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) um den Audi Cup auf den FC Barcelona.

Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes gewann ihr Halbfinale gegen den AC Mailand mit 6:4 nach Elfmeterschießen. Nach der regulären Spielzeit hatte es nach Toren von Zlatan Ibrahimovic und Toni Kroos 1:1 (1:1) gestanden.

Zuvor hatte sich der Champions-League-Sieger gegen den ehemaligen Weltpokalsieger Internacional Porto Alegre aus Brasilien ebenfalls im Duell vom Punkt durchgesetzt (Bericht).

Robben am Mittwoch zur Untersuchung

"Toni hat bisher eine sehr gute Vorbereitung gespielt. Er war in allen Testspielen einer der Besten. Ich habe ihm vor seinem Urlaub gesagt, dieses Jahr ist für die eine große Chance. Das war heute sehr stark, aber er muss sich im physischen Bereich noch weiter verbessern", sagt Heynckes nach der Partie.

Noch unklar ist, wie der Gesundheitszustand von Arjen Robben ist. Der Niederländer wurde in der zweiten Halbzeit ausgewechselt, nachdem er sich in einem Zweikampf verletzt hatte.

"Bei der Verletzung handelt es sich nur um eine Prellung", erklärte Heynckes direkt nach dem Spiel. Eine genaue Diagnose soll eine Untersuchung am Mittwoch ergeben.

Für Kroos und Co. gab es zu Spielbeginn - und nach der warmen, offiziellen Verabschiedung für den ehemaligen Bayern-Kapitän Mark van Bommel, der ein Präsent und ein Bild von sich mit der Meisterschale überreicht bekam - in der mit 66.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena allerdings bereits nach vier Minuten die kalte Dusche.

Nach langem Pass von Daniele Bonera tauchte Ibrahimovic völlig frei vor Manuel Neuer auf, der gegen den flachen Rechtsschuss des Schweden in die linke Ecke keine Abwehrchance hatte.

Warmer Empfang auch für Neuer

Apropos Neuer: Der Empfang für den Neuzugang aus Schalke vor der Südtribüne war alles andere als negativ. Im Gegenteil: Der Nationaltorhüter wurde frenetisch gefeiert.

Vor allem, als er einen Schuss von Antonio Cassano, der ebenfalls frei vor ihm aufkreuzte, entschärfte (12.).

Der Gastgeber benötigten eine Weile, um sich zu finden. Für den verletzten Franck Ribery agierte Thomas Müller auf der linken Seite, in der Zentrale durfte Kroos ran.

Chancen en masse

In der Innenverteidigung setzte Heynckes auf Holger Badstuber und Daniel van Buyten. Das Bruder-Duell zwischen Jerome und Kevin-Prince Boateng, der in Milans Startelf stand, blieb also wie erwartet aus.

An Einsatzwillen mangelte es den Münchnern nicht, eher an Präzision und Glück im Abschluss. Bastian Schweinsteiger scheiterte nach einem Pass von Mario Gomez nur knapp (7.), Kroos setzte einen direkten Freistoß aus 17 Metern hauchdünn über den Kasten (15.).

Auch wenn die Laufwege noch nicht ganz zusammenpassten, die Bayern hatten die Italiener ab der 15. Minute im Griff und drängten auf den Ausgleich.

[kaltura id="0_jk8i8p62" class="full_size" title=" Ich hoffe f r Gladbach "]

Rafinha verpasste das 1:1 mit einem Schuss aus spitzem Winkel noch (21.), ebenso Mario Gomez ( 24.).

Kroos trifft mit links

Es dauerte bis zur 34. Minute, ehe es im Kasten von Christian Abbiati klingelte. Mit einem trockenen Linksschuss ins untere rechte Eck von der Strafraumlinie egalisierte Kroos den Spielstand.

Der deutsche Rekordmeister blieb gegen sehr tief stehende Gäste spielbestimmend und wäre durch Rafinha beinahe noch vor der Pause in Führung gegangen. Den Schuss des Brasilianers lenkte Abbiati jedoch mit einer Glanztat an die Latte (41.).

Nach der Pause ging der Dauer-Beschuss des Milan-Kastens sofort weiter: Einen Weitschuss von Kroos lenkte Abbiati zur Ecke. Einen Flachuss von Robben (52.) meisterte der Italiener ohne Mühe.

Böses Foul an Robben

Bei Milan - für Ibrahimovic kam nach dem Wechsel Alberto Paloschi - blieben Offensivaktionen Mangelware.

Das Spiel plätscherte etwas vor sich hin - bis ein Foul die Zuschauer von ihren Sitzen riss: Milans Linksverteidiger Taye Taiwo grätschte Robben an der Torauslinie um, und der Niederländer schrie laut auf vor Schmerz.

Nach einer Behandlungspause kehrte Robben zwar noch einmal aufs Spielfeld zurück, musste aber schließlich doch raus und warf dann sogar aus Frust über Taiwos Attacke seinen Schuh Richtung Auswechselbank.

Heynckes erklärte nach dem Spiel die Situation: "Arjen war enttäuscht, er wollte heute unbedingt 90 Minuten spielen."

Debüt für Boateng

Heynckes brachte David Alaba und Luiz Gustavo für Robben und Anatoliy Tymoshchuk.

Milan-Trainer Massimiliano Allegri wechselte Cassano aus und brachte Robinho, doch die nächste Chance hatten die Bayern.

Nach einem Pass von Kroos lief Gomez in den Strafraum, doch Abbiati warf sich dem Nationalstürmer entgegen (67.).

Nach 70 Minuten wechselte Heynckes Boateng für Rafinha ein, für den Neuen war es die Premiere im Bayern-Trikot. Da Kevin-Prince aber wenige Minuten zuvor vom Platz gegangen war, begegneten sich die Halbbrüder zumindest nicht auf dem Rasen.

Schweini bleibt cool

Mit den Wechseln kam bei den Bayern zwar etwas mehr Schwung ins Spiel, Zwingendes sprang aber nicht mehr heraus.

Wie im ersten Halbfinale musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Alaba, Gomez, Müller und Kroos trafen für die Bayern, Paloschi schoss über das Tor, Schweinsteiger verwandelte cool - und der Jubel war riesengroß.

Im Finale kommt es zum Duell mit dem FC Barcelona. Trainer Pep Guardiola hatte gegen Porto Alegre viele Nachwuchsspieler eingesetzt.

Xavi spielte gar nicht, Andres Iniesta, David Villa, Pedro und andere Stars absolvierten nur eine Habzeit. Am Mittwochabend kann man durchaus eine andere Barca-Mannschaft erwarten.

Porto Alegre und Mailand bestreiten zuvor das Spiel um den dritten Platz (Mi., ab 18 Uhr im LIVE-TICKER).

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