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Lukas Podolski feierte 2003 beim 1. FC Köln sein Bundesligadebüt © getty

Trainer Solbakken bringt nach der Aussprache den Abschied des Stars ins Spiel. Potenzielle Nachfolger werden schon gehandelt.

Von Eric Böhm

München - Die Kapitäns-Entscheidung beim 1. FC Köln ist gefallen, der Streit um Ex-Spielführer Lukas Podolski (Bericht und Video) verschärft sich.

Nach einer überfälligen Aussprache zwischen dem degradierten "Prinzen" von Köln und FC-Trainer Stale Solbakken während eines gemeinsamen Waldlaufes am Dienstag bringt der Norweger sogar einen Abschied seines Topstars ins Spiel.

"Das kann man im Fußball nie ausschließen. Lukas hat noch zwei Jahre Vertrag. Es waren vier, fünf schwere Tage für ihn", sagte Solbakken der "Bild".

Podolski meldet sich vom Training ab

Podolski selbst schweigt, lässt die Verantwortlichen seinen Frust über die aktuelle Situation aber deutlich spüren.

Am Dienstag meldete sich der Nationalstürmer vom Training ab - offiziell wegen entzündeter Nasennebenhöhlen.

"Er hat Kopfschmerzen und Probleme mit den Nasennebenhöhlen", berichtete Solbakken.

Zwei Stunden später tauchte Podolski dann doch auf dem Trainingsplatz auf und teilte dem Chefcoach mit, er werde einen Waldlauf absolvieren, woraufhin sich Solbakken anschloss.

Keine Annäherung

Das Vier-Augen-Gespräch brachte aber offenbar keine Annäherung. Im Gegenteil: Die klaren Worte des Trainers müssen Podolski zu denken geben.

Aus seiner Enttäuschung über den Verlust der Binde machte Kölns Publikumsliebling keinen Hehl (Bericht), und jetzt bringt der frischverpflichtete Trainer auch noch von sich aus einen eventuellen Wechsel ins Spiel.

Das 3:1 im Test gegen die Nationalmannschaft Luxemburgs in Troisdorf (Bericht) verpasste Podolski wegen seiner Beschwerden ebenfalls, ob er am Sonntag in der ersten Runde des DFB-Pokals beim SC Wiedenbrück 2000 auflaufen wird, ist unklar.

Es drängt sich die Frage auf, ob "Poldi" bewusst verjagt werden soll, um finanziellen Spielraum für das neue Konzept von Volker Finke zu schaffen.

[kaltura id="0_zvbmiibu" class="full_size" title="F r Poldi komt es kn ppeldick"]

Finke betont Teamgedanken

Der Sportdirektor betont gebetsmühlenartig, dass das Wohl der Mannschaft über dem eines einzelnen steht, selbst wenn er der große Held des Anhangs ist.

"Fußball geht nur im Team. Fußball ist konzeptionell und nicht nur eine Person", unterstrich Finke seine Philosophie gegenüber SPORT1.

In diesem Zusammenhang ist es vorstellbar, dass Solbakkens Affronts gegenüber Podolski keine Alleingänge des 43-Jährigen sind, schließlich war der Norweger Finkes Wunschkandidat.

Abschied möglich?

Es ist nicht das erste Mal, dass der Stürmer seit der Rückkehr aus München 2009 aus seiner Sicht an der Nase herumgeführt wird.

Vom damaligen Manager Michael Meier wurden ihm hochkarätige Transfers und eine stetige Weiterentwicklung des Klubs versprochen, stattdessen ging es in den letzten zwei Jahren nur gegen den Abstieg.

"Die Spieler müssen das Gefühl haben, dass sie im Verein eine sehr gute Unterstützung bekommen", meinte Solbakken jüngst.

Podolskis Gemütslage ist davon momentan weit entfernt. "Bild" berichtet, dass der 26-Jährige gegenüber Freunden bereits gesagt haben soll, bei einem interessanten Angebot sei er weg.

Nachfolger werden gehandelt

Mit dem eingesparten Geld könnte ein neuer Stürmer finanziert werden.

Als mögliche Nachfolger im FC-Trikot wird neben Torjäger Rafael Soriano - in der abgelaufenen Saison 32 Tore in 37 Spielen für die zweite Mannschaft des FC Barcelona - auch John Carew gehandelt.

Spaniens ehemaliger U-21-Nationalspieler Soriano zeigt sein Können gerade beim Audi-Cup in München (Bericht), hat bei Barca aber kaum eine Perspektive.

Der 31-jährige Norweger Carew spielte mit Solbakken dagegen noch gemeinsam in der Nationalmannschaft und wäre nach seinem Abschied von Aston Villa ablösefrei zu haben.

Bei einem plötzlichen Abgang Podolskis wäre alledings der Imageschaden für den 1. FC Köln wohl noch schlimmer als der sportlich erhebliche Verlust.

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