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Takashi Usami wurde 2010 zum besten jungen Spieler der J-League gewählt © getty

Bayerns Japaner wirbelt und zeigt gegen Barcas B-Elf, dass er eine Alternative ist. Die Abwehr bleibt indes verbesserungswürdig.

Vom Audi-Cup berichtet Daniel Rathjen

München - Es gab wenige Lichtblicke.

Aber immer wenn Takashi Usami ein Dribbling gelang, schien die Sonne aufzugehen. (434891DIAHSOW: Die Bilder vom Audi Cup)

Ein Raunen ging durch die mit 66.000 Zuschauern gefüllte Allianz Arena, Gegenspieler Jonathan dos Santos sah dem Japaner einige Male perplex hinterher.

Der Neuzugang des FC Bayern wirbelte gegen den FC Barcelona gehörig und zeigte beim 0:2 im Finale des Audi Cups am Mittwochabend (zum Bericht) erstmals, dass er durchaus eine Alternative auf den Flügeln werden kann.

"Der Junge hat das gut gemacht"

In diesen Zeiten, wo Arjen Robben und Franck Ribery wieder einmal verletzt sind, kann das durchaus wichtig sein.

"Für Usami ist das eine ganz andere Welt hier, auch der Fußball. Der Junge hat das aber gut gemacht", lobte Bayern-Trainer Jupp Heynckes den 19-Jährigen.

Dass das Terrain noch etwas ungewohnt ist für den Mittelfeldspieler war in der Tat sichtbar, doch Usami ist dabei, sich zurechtzufinden.

Ein Traum wird wahr

Mittlerweile hat er eine Wohnung in der Münchner City gefunden, am 1. August zieht er um. Bislang war er im Hotel untergebracht.

"Der Kontakt zu Bayern war schon länger da. Ich bin sehr froh, dass es geklappt hat mit dem Transfer. Es war ein Traum hierher zu wechseln", erzählt er.

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Die Fragen an ihn beantwortet er geduldig und oft, er spricht leise mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Dabei jederzeit an seiner Seite: Sein Dolmetscher.

Körperliche Defizite

Gemeinsam bewältigten sie nach dem Match gegen Barca den Ansturm der Medien. Aus seiner Heimat waren rund 20 Journalisten anwesend, denen er gefühlte Stunden zur Verfügung stand. Höflich ist er in jedem Fall.

Aber: "Körperlich ist er noch nicht so stabil, dass er nach hinten das hohe Tempo geben kann", merkt Heynckes an. Er legt weiterhin größten Wert auf die Defensivarbeit, die im Vergleich zum letzten Jahr stark verbessert werden soll.

Das Turnier um den Audi Cup war die letzte Standortbestimmung, bevor es am Montag in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Eintracht Braunschweig ernst wird.

[kaltura id="0_udrd4tbn" class="full_size" title="Die Verletzungssorgen der Bayern"]

Abwehr noch nicht sattelfest

Bis dahin hat Heynckes noch einiges an Arbeit vor sich. Sowohl gegen Barca, als auch am Vortag gegen den AC Mailand (zum Bericht) war der Abwehrverbund noch nicht sattelfest.

Rafinha ist auf der rechten Seite gesetzt, er musste am Mittwoch jedoch mit Muskelproblemen in der 54. Minute das Feld verlassen. Wahrscheinlich hat er seine Probleme aber schnell überwunden.

Links ist Kapitän Philipp Lahm eine feste Größe, zwischen den Außenverteidigern herrscht noch Unklarheit.

Badstuber und van Buyten vorne

Daniel van Buyten und Holger Badstuber konnten sich in den Vorbereitungsspielen abstimmen, deshalb ist davon auszugehen, dass sie auch gegen Braunschweig auflaufen.

Ob sie auch danach zusammen verteidigen, ist fraglich. Neuzugang Jerome Boateng lieferte eine starke Leistung ab und übt damit sogleich ordentlich Druck aus.

"Wir sind auf einem guten Weg. Aber es dauert noch ein bisschen, bis wir wirklich soweit sind", sah Badstuber ein. "In Braunschweig herrscht nach dem Aufstieg und dem guten Saisonstart Euphorie, da müssen wir uns voll konzentrieren."

Tymoshchuk neben Schweinsteiger

Überlegen muss Heynckes auch noch bei der Position im defensiven Mittelfeld neben Bastian Schweinsteiger.

Dass Anatoliy Tymoshchuk am Dienstag gegen Milan, dem inoffiziellen Test für die erste Elf, von Beginn an als "Sechser" auflief, war ein Fingerzeig. Der Ukrainer scheint den Kampf gegen Luiz Gustavo gewonnen zu haben.

Toni Kroos und David Alaba, die ebenfalls dort agieren könnten, machten zuletzt eher als "Zehner" beziehungsweise auf dem linken Flügel auf sich aufmerksam.

"Immer in der Lage, ein Tor zu machen"

In der Offensive herrschen ohnehin keine Nöte, das ist allen bewusst, wie Bastian Schweinsteiger betont: "Vorne sind wir immer in der Lage, ein Tor zu machen. Aber wenn man zu weit auseinandersteht, dann verliert man. Wir versuchen jetzt kompakter zu stehen."

Die Testwochen sind offiziell vorbei - in Kürze wird es richtig ernst.

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