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Malik Fathi absolvierte bislang zwei A- Länderspiele für Deutschland © getty

Malik Fathi spricht mit SPORT1 über seine Entscheidung, endgültig nach Mainz zu wechseln und glaubt an eine erfolgreiche Saison.

Von Matthias Becker

München - Eigentlich hatten sie sich in Mainz schon längst mit dem Abgang von Malik Fathi abgefunden - doch plötzlich ging alles ganz schnell:

Statt, wie erwartet, von Spartak Moskau zum Heimatklub Hertha BSC zu wechseln, landete Fathi letztlich doch wieder in Mainz.

Zwei Mal war er zuvor an die Rheinhessen ausgeliehen worden, nun unterschrieb er bis 2014.

Für die Mainzer ein enorm wichtiger Transfer, schließlich verließ mit Christian Fuchs der Linksverteidiger der vergangenen Erfolgssaison den Klub Richtung Schalke 04. Diese Lücke soll Fathi, trotz Trainingsrückstands, schnell schließen.

Im 14. Teil der SPORT1-Interviewserie spricht Malik Fathi über das besondere Umfeld bei den 05ern und erklärt, warum der stets prognostizierte Mainzer Absturz auch in dieser Saison ausfällt.

SPORT1: Zuletzt haben Sie selbst einen Trainingsrückstand eingeräumt. Wie sieht es momentan denn aus?

Malik Fathi: Ich fühle mich ganz gut. Es fehlen zwar noch ein paar Prozent, aber ich dachte, ich wäre noch weiter im Rückstand. Deswegen bin ich ganz zufrieden.(SERVICE: Die Sommerfahrpläne)

SPORT1: Der endgültige Wechsel nach Mainz kam etwas überraschend. Zuletzt gingen viele von einer Rückkehr zur Hertha aus. Wie kam es zur Einigung mit Mainz?

Fathi: Ich hatte zwei, drei Möglichkeiten, die alle interessant waren. Ich hätte nach Berlin, aber auch in die Türkei gehen können. Mainz hat sich am konstantesten und zuverlässigsten reingehängt. Deshalb bin ich mit der Entscheidung auch sehr glücklich.

SPORT1: Es war letztlich also nicht nur eine Vernunftentscheidung.

Fathi: Als ich die Entscheidung getroffen habe, war ich sehr glücklich damit. Hier habe ich ein Umfeld, wie ich es bis jetzt noch nicht erlebt habe. Natürlich war es ein Wechselbad der Gefühle: Die Heimat wäre interessant gewesen, aber auch ein Wechsel in die Türkei hätte seinen Reiz gehabt. Aber die Entscheidung ist für Mainz gefallen ? und es ist die richtige.

SPORT1: Was macht denn das Mainzer Umfeld so besonders?

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Fathi: Es ist sehr herzlich und familiär, aber auch sehr professionell. Hier ist alles sehr schön, aber mit höchsten Anforderungen und besten Gegebenheiten.

SPORT1: Ist Ihr Standing im Team sogar noch besser geworden? Nach dem Abgang von Christian Fuchs ist die Position hinten links schließlich dauerhaft frei, vergangene Saison mussten Sie ins Mittelfeld ausweichen.

Fathi: Ich will überhaupt nichts geschenkt haben. Konkurrenz gehört immer dazu, um das Gefühl zu haben zu Recht zu spielen. Ein starker linker Verteidiger ist gegangen und ich bin jetzt erst mal vorne dran. Aber auch ich muss meine Leistung bringen und bestätigen. Das hat immer positive und negative Aspekte. Durch die Konkurrenz konnte ich letzte Saison auch auf einer neuen Position Erfahrungen sammeln. Das hat mir sehr gefallen.

SPORT1: Sie haben als einer der wenigen Profis im Kader etwas mehr internationale Erfahrung: Ist eine Mehrfachbelastung wirklich ein Nachteil?

Fathi: Es hat Vor- und Nachteile. Durch die englischen Wochen kann man sich auch sehr gut einspielen. Zudem fallen harte Trainingseinheiten weg. Aber es gibt natürlich ein Limit, vor allem wenn viele Spieler auch noch in der Nationalmannschaft aktiv sind.

SPORT1: Wie jedes Jahr wird Mainz ein besonders schweres Jahr prophezeit. Was halten Sie solchen Unkenrufen entgegen?

Fathi: Ich denke, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen werden, weil wir uns nicht zu sehr an der Vergangenheit orientieren. Wir haben viele Neuzugänge und jeder muss bei null starten, wie schon in den letzten Jahren. Nur der Blick von außen hat sich geändert, weil wir an den Leistungen von letzter Saison gemessen werden.

SPORT1: Die Abgänge von Fuchs, Andre Schürrle und Lewis Holtby tun weh. Welchen Eindruck haben Sie von den Neuzugängen denn bisher gewonnen?

Fathi: Die bringen alle ein ähnliches Talent mit und sind dabei, sich voll in der Mannschaft zu integrieren. Das Potenzial ist auf jeden Fall da, die abgewanderten Spieler zu ersetzen.

SPORT1: Was ist denn drin für Mainz in dieser Saison?

Fathi: Das Ziel ist ? wie jedes Jahr ? über 40 Punkte zu haben und den Abstieg definitiv zu verhindern. Über alles was zusätzlich kommt, freuen wir uns.

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