vergrößernverkleinern
Jerome Boateng (r.) spielte zwischen 2007 und 2010 für den Hamburger SV © dpa

Bei SPORT1 spricht Bayern neuer Abwehr-Star über seinen Einstand in München. Auch von seinem Halbbruder gibt es Zuspruch.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - "Da geht es doch nach oben, oder?", fragt er.

Jerome Boateng irrte nach dem ersten Härtetest beim Audi Cup noch etwas orientierungslos durch die Katakomben der Allianz Arena.

Er war auf der Suche nach den Fahrstühlen.

Auch sportlich will der Defensivspezialist hoch hinaus. Da weiß Boateng genau, wo es hingehen soll.

Der Wechsel von Manchester City zum FC Bayern war der nächste Schritt in der Karriere des 22-Jährigen.

Boateng mit Einstieg zufrieden

In München will er Titel sammeln, in der Nationalmannschaft zur festen Größe werden. Die Voraussetzungen bringt er alle mit.

"Meine ersten Eindrücke waren gut. Ich habe mich gefreut, dass ich zum Einsatz gekommen bin. Der Einstieg wurde mir hier sehr leicht gemacht", verrät Boateng im Gespräch mit SPORT1.

"Das richtige Pflaster für ihn"

Zuspruch gab es auch von seinem Halbbruder Kevin-Prince. Zu SPORT1 sagt der:

"Deutschland ist das richtige Pflaster für ihn. Beim FC Bayern kann er zu dem Spieler werden, der seinem riesigen Potenzial entspricht."

Das Bruderduell auf dem Platz blieb dieses Mal aus. Als Jerome im Halbfinale gegen den AC Mailand nur eingewechselt wurde, war Kevin-Prince schon ausgewechselt worden.

"Nicht so schlimm, ich glaube, die nächste Gelegenheit kommt", schmunzelt Jerome und denkt dabei wohl zwangsläufig an die Champions League.

[image id="3bbfe88c-6471-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Noch keine Ansprüche

Einen Vorgeschmack konnte er sich am Mittwoch im Duell mit dem FC Barcelona holen und es wirkte, als hätte der Hip-Hop-Fan reichlich Appetit. (zum Bericht)

Boateng zeigte bei seiner Premiere in der Innenverteidigung, dass er der im vergangenen Jahr äußerst anfälligen Bayern-Defensive die nötige Stabilität verleihen könnte.

Er selbst bezeichnet das als "guten Test vor dem Pokal", will daraus aber keine Ansprüche ableiten: "Ich fühle mich gut, aber der Trainer entscheidet, ob ich spiele."

Jupp Heynckes war mit der Vorstellung von Boateng immerhin "sehr zufrieden". Trotz Trainingsrückstand habe der 13,5-Millionen-Euro-Mann "gegen einen Klassegegner sehr sicher" gestanden: "Wir haben über 90 Minuten nur eineinhalb Torchancen zugelassen."

Boateng stellte sein Auge für den Mitspieler unter Beweis und strahlte viel Ruhe aus.

[kaltura id="0_me2wvbqe" class="full_size" title="Neue Autos alte Ziele"]

Van Buyten noch mit Vorsprung

Einmal klärte er per Hacke, ein anderes Mal artistisch mit vollem Körpereinsatz. Bei einem Ausflug in die Offensive wäre ihm mit einer sehenswerten Direktabnahme aus 22 Metern dann beinahe noch der Ausgleich gelungen - im Gegenzug erzielte Barca das 2:0. (434891DIAHSOW: Die Bilder vom Audi Cup)

"Es macht Spaß mit der Mannschaft aufzulaufen und ich freue mich auf die neue Saison", betont Boateng nun. Mit Spielpraxis will er sich die nötige restliche Fitness holen, um schnellstmöglich Stammspieler zu werden. "Nur so geht das", weiß er.

Noch muss er sich wohl hinten anstellen. Daniel van Buyten hat auf seiner Position durch Erfahrung und Eingespieltheit noch Vorsprung.

Doch das Vertrauen in den Belgier ist bei den Bayern-Bossen geringer geworden. Den FC Bayern als Abwehrchef durch die Saison zu führen, trauen sie ihm nicht ohne weiteres zu.

Boateng soll die Zukunft gehören. Zusammen mit Holger Badstuber wird er mittelfristig die Innenverteidigung bilden.

Gewisses Risiko bleibt

Trotz seiner hohen Qualität bedeutete seine Verpflichtung aber auch ein gewisses Risiko. Weder bei ManCity noch beim Hamburger SV konnte der Profi mit ghanaischen Wurzeln konsequent auf seiner Lieblingsposition agieren.

Zudem war er in der vergangenen Saison viel verletzt, eine Knie-OP warf ihn ebenfalls zurück. "Ich will nun zeigen, dass ich eine ganze Saison durchspielen kann", stellt er klar.

Bei ihm - und diese Eigenschaft hat er mit seinen Kollegen vor dem Saisonstart gemein - überwiegt die Zuversicht.

Kein zweites Vestenbergsgreuth

Spätestens am Montag sollte die gröbste Arbeit erledigt sein, damit der FC Bayern nicht wieder einmal ein böses Erwachen erlebt. Erinnerungen an Weinheim, Homburg oder Vestenbergsgreuth werden wach. (DATENCENTER: DFB-Pokal)

Auch gegen Braunschweig hatte es 1982 schon ein Aus gegeben, damals in der zweiten Runde.

"Jeder weiß, wie schwer Pokalspiele sind - gerade in der ersten Runde", sagt Boateng und steigt in den Fahrstuhl.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel