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Clemens Tönnies (55) ist seit 2001 Aufsichtsratsvorsitzender bei Schalke 04 © getty

Der Schalke-Boss verbittet sich Kampfansagen an die Bayern und will Harmonie. Magath stellt er ein durchwachsenes Zeugnis aus.

Gelsenkirchen - Nach zwei turbulenten Jahren soll es beim DFB-Pokalsieger Schalke 04 endlich beschaulich zugehen.

"Es darf kein Gerede mehr von der Meisterschale geben, kein 'Jetzt greifen wir die Bayern an'", sagt Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies dem "kicker".

"Wir möchten jetzt einfach mal in Ruhe arbeiten."

Tönnies bringen selbst die 216 Millionen Euro Verbindlichkeiten nicht aus der Ruhe:

"Wenn ich jedoch den Gegenwert sehe, den wir da haben, dann möchte ich diese Aktiva-Passiva-Rechnung mal quer durch die gesamte Liga machen. Da stehen wir nicht nur im Mittelfeld, sondern weiter oben."

Enspannte Situation auch ohne internationale Einnahmen

Man könnte in der kommenden Saison auch ohne die Einnahmen aus dem Europapokal auskommen, weil man eine "hervorragende Entwicklung im Bereich Marketing und Merchandising" habe.

"Wir haben als Gegenwert die Arena, das Trainingsgelände, die Mannschaft", sagte der Fleisch-Unternehmer.

Für den Schuldenabbau seien keine zusätzlichen Einnahmen aus dem internationalen Geschäft notwendig:

"Wir haben eine hervorragende Entwicklung im Bereich Marketing und Merchandising. Dazu kommen Einnahmen durch das eigene Stadion."

"Viele Gräben sind jetzt zugeschüttet"

Das Stadion sei 2017 oder 2018 abbezahlt. Nach einem schweren Jahr mit großen internen Querelen sieht Tönnies der Zukunft optimistisch entgegen.

"Viele Gräben sind jetzt zugeschüttet", sagte der 55-Jährige.

Auch mit der Zusammenarbeit mit den Führungsfiguren Horst Heldt und Peter Peters ist er "hochzufrieden".

Tönnies betonte, dass man mit Manager Heldt und Trainer Ralf Rangnick weiter den Weg der Konsolidierung gehen werde.

Tönnies tritt gegen Magath nach

Schlechter kommt der im März entlassene Trainer Felix Magath weg. Die Ära Magath beschrieb Tönnies wie folgt:

"Magath hat für's erste Jahr eine positive Bilanz, in fast allen Bereichen. Und im zweiten Jahr eine sehr schlechte in vielen Bereichen.

"Erstes Jahr gut. Zweites Jahr sehr schlecht", sagte Tönnies trotz des Einzuges in das Viertelfinale der Champions League und des Erreichens des DFB-Pokalfinales unter Magath.

Die Königsblauen stürzten im zweiten Jahr von Trainer, Manager und Sportdirektor Felix Magath trotz massiver Aktivitäten auf dem Transfermarkt mit der Verpflichtung von Superstar Raul als Vizemeister auf den 14. Rang der Fußball-Bundesliga ab.

Unter Nachfolger Rangnick schafften die Knappen den Einzug in das Halbfinale der Königsklasse und holten den DFB-Pokal.

Magath hatte in der Spielzeit 2009/10 mit dem Revierklub sensationell die Vize-Meisterschaft errungen.

"Wenn es schlecht läuft, dann kann ich nicht weg"

Doch von sportlich mageren Zeiten lässt sich Tönnies nicht entmutigen.

"Wenn es schön ist, dann will ich nicht weg. Und wenn es schlecht läuft, dann kann ich nicht weg", sagte der seit 2001 amtierende Aufsichtsrats-Boss.

Auch auf menschlicher Ebene zeigte er sich von Magath, jetziger Coach des VfL Wolfsburg, enttäuscht. "Er hatte ein tolles erstes Jahr, dann ist er in Urlaub gefahren und als ein völlig anderer Mensch wiedergekommen. Da passte nix mehr", sagte er.

Özil "großes Missverständnis"

Zum Bruch mit dem Coach sei es nicht zuletzt durch dessen Umgang mit Heldt gekommen, erklärte Tönnies.

Das Kapitel Magath dürfte damit abgeschlossen sein.

Ebenso wie der Fall Mesut Özil (Real Madrid), der ein "großes Missverständnis" war. Anders ist die Sache beim zu Bayern München abgewanderten Nationaltorwart Manuel Neuer gelagert.

Tönnies glaubt, dass der Fußballer des Jahres "irgendwann mal nach Schalke zurückkehrt".

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