vergrößernverkleinern
Mit der U19-Nationalmannschaft wurde Zieler 2008 Europameister © getty

Ron-Robert Zieler spricht mit SPORT1 über die neuen Erwartungen in Hannover und seine persönlichen Ziele in er kommenden Saison.

Von Daniel Rathjen

München - In der letzten Saison ist Ron-Robert Zieler zur neuen Nummer eins im Tor der Hannoveraner aufgestiegen.

Der 22-Jährige hatte mit seinen Paraden großen Anteil am überraschenden vierten Platz von 96. Der Verein kehrt damit nach 19 Jahren wieder auf die internationale Fußball-Bühne zurück.

Der gebürtige Kölner wechselte 2010, nach zwei Jahren in der Jugend und im Reserve-Team von Manchester United, zu den Niedersachsen.

Im 15. Teil der SPORT1-Interviewserie spricht Ron-Robert Zieler über die Erwartungshaltung in Hannover, seine persönlichen Ziele und eine unkomplizierte Mannschaft.

SPORT1: Herr Zieler, für Hannover gehen Sie erstmals als unumstrittener Stammtorwart in eine Saison. Inwiefern gibt Ihnen das Selbstvertrauen?

Ron-Robert Zieler: Natürlich ist es gerade für einen Torhüter wichtig, wenn er weiß, dass er spielt. Das Vertrauen des Trainers tut jedem Spieler gut. Dann kann man sich ganz auf seine Aufgabe auf dem Platz konzentrieren. Ich empfinde es als Verpflichtung, dieses Vertrauen mit guten Leistungen zu rechtfertigen.

SPORT1: Mit welchen Zielen gehen Sie in die neue Runde?

Zieler: Wir wollen wieder erfolgreich Fußball spielen und unsere Fans begeistern. Das ist zunächst einmal unabhängig von einem Tabellenplatz. Ich persönlich möchte die vergangene Saison bestätigen, mich in meinem Spiel weiter verbessern. Das sind meine Ziele.

SPORT1: Nach dem 0:0 im Test gegen Lyon gab es Pfiffe der 96-Fans. Glauben Sie, dass Platz vier aus der vorigen Saison zur Hypothek wird?

Zieler: Nein. Ich habe auch, offen gestanden, nicht viele Pfiffe gehört. Unsere Fans, die durch ihre Unterstützung sehr maßgeblich an unserem Erfolg beteiligt waren, brauchen wir auch in der kommenden Saison. Am Sonntag haben uns über 3500 Fans nach Lübeck zum Pokalspiel begleitet. In Hannover herrscht eine große Vorfreude, auf alles das, was kommt.

SPORT1: Haben Sie im Umfeld des Klubs festgestellt, dass die Erwartungen generell gestiegen sind?

Zieler: Das kann ich nicht sagen, nein. Die 96-Fans haben sehr lange auf den Europapokal gewartet - jetzt werden wir international spielen. Und das ist natürlich großartig. Es wäre vermessen, wenn wir sagen: "Platz vier werden wir wieder schaffen." Das ist auch nicht der entscheidende Punkt. Ich halte es für wesentlich, dass wir es trotzdem versuchen wollen. Niemand weiß, was die Saison bringt. Für uns ist entscheidend, dass wir frühzeitig einen Abstand nach unten legen.

SPORT1: Wäre das Erreichen der ersten fünf Ränge denn realistisch?

Zieler: (lächelt) Wir wissen doch, dass im Fußball nichts planbar ist. Auf keinem Zettel stand vor der vergangenen Saison: "Und 96 wird Vierter!" Geschafft haben wir es aber trotzdem. Wir wissen, was wir als Team leisten können. Unser Zusammenhalt ist richtig gut, wir haben viele herausragende Spieler und funktionieren auf dem Platz als Einheit. Ich bin aber auch sicher, dass uns kein Kontrahent etwas schenken wird.

SPORT1: Wo sind Ihnen Stärken und Schwächen aufgefallen in der Vorbereitung?

Zieler: Die Mannschaft hat einen großen Willen und ist bereit, für ihren Erfolg hart zu arbeiten. Daran hat sich im Vergleich zur vergangenen Saison nichts geändert.

SPORT1: Der Zusammenhalt ist Hannovers großes Plus. Was tun Sie persönlich, damit die Harmonie erhalten bleibt?

Zieler: Harmonie ist ein Ausdruck, der nicht immer passt. Manchmal tun auch Spannungen einer Mannschaft gut. Aber dafür hat unser Trainer Mirko Slomka auch ein sehr feines Gespür, der weiß, wann er Reizpunkte setzen muss. Ich glaube, dass sich die neuen Spieler, wie Christian Pander, Henning Hauger, Artur Sobiech oder Samuel Radlinger, sehr schnell bei uns zu Recht finden konnten. Wir sind ein unkompliziertes Team.

SPORT1: Eine neue Erfahrung für alle wird die Teilnahme an der Europa League. Kann Hannover auch dort für eine Überraschung sorgen?

Zieler: Wir wollen unbedingt in die Gruppenphase. Doch dafür müssen wir uns zunächst einmal in den Playoffs durchsetzen. Es macht wenig Sinn, über mehr zu spekulieren. Vielleicht kriegen wir am Freitag bei der Auslosung schon einen richtigen Brocken und müssen bereits in den ersten zwei Spielen für eine Überraschung sorgen. Ich bin davon überzeugt, dass es jeder Gegner gegen uns schwer haben wird.

SPORT1: Angenommen, 96 steht am Saisonende wieder unter den ersten Fünf. Was werden Sie dazu beigetragen haben?

Zieler: Darüber mag ich nicht spekulieren. Ich will mithelfen, dass wir am Samstag mit einem Sieg gegen Hoffenheim starten. Dort drei Punkte zu holen, ist für 96 nach wie vor ein großes Ziel.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel