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Sebastian Kehl (r.) will gegen Gladbach die Hinrunde mit einem "Dreier" beenden © imago

Im Gespräch mit Sport1.de lässt Sebastian Kehl durchblicken, dass der BVB den UEFA-Cup noch nicht aus den Augen verloren hat.

Von Kristof Reitemeyer

Dortmund - Nach einer verkorksten Saison im Vorjahr schnuppert Borussia Dortmund erstmals wieder an den internationalen Rängen.

Mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach würde der BVB (ab 20 Uhr LIVE ) zumindest über Nacht bis auf einen Punkt an einen UEFA-Cup-Platz heranrücken.

"Für uns es wichtig, noch einmal einen Dreier zu landen", erklärt Kapitän Sebastian Kehl gegenüber Sport1.de: "Vor allem zu Hause, hier haben wir den ein oder anderen Punkt liegen gelassen."

Sollte das nicht gelingen, wäre die gute Ausgangsposition für den Angriff nach oben in der Rückrunde verspielt. Doch will der BVB überhaupt angreifen?

Klopp schreibt UEFA-Cup ab

Trainer Jürgen Klopp sorgte am Donnerstag für Irritationen, als er erklärte, dass der UEFA-Cup für ihn keine Rolle spielt.

"Die Mannschaft hat sich toll entwickelt. Aber wo stehen wir? Richtig, wir sind Achter. Da sind noch mehrere Klubs, die besser sind", wird "Kloppo" von der "Bild" zitiert.

Dem 41-Jährigen zufolge wäre der Einzug in das internationale Geschäft nur dann ein Thema, wenn "dem einen oder anderen Verein die Lizenz entzogen" werden würde. Und dass, obwohl die Borussia momentan nur vier Punkte hinter Platz fünf zurück liegt.

Klopp sucht diese Chance eher im DFB-Pokal. Er will Dortmund wie im letzten Jahr ins Finale führen, gibt aber gleichermaßen zu bedenken: "Dafür müssen wir erst mal Bremen schlagen."

"Keine öffentlichen Ziele"

Auch Sebastian Kehl (Porträt), der zurzeit noch an einer Knochenstauchung im Sprunggelenk laboriert, will bei Sport1.de offiziell zwar nichts von dem Angriff auf den UEFA-Pokal wissen: "Wir haben von Anfang an keine Zielsetzung in der Öffentlichkeit abgegeben und wir werden auch jetzt nicht damit anfangen."

Trotz aller Tiefstapelei steht aber fest: Dortmund hat ungeachtet einiger Rückschläge und zuletzt zweier torloser Unentschieden eine ordentliche Hinrunde gespielt.

"Wir haben auswärts 14 Punkte geholt. Ich glaube das lässt sich sehen", erklärt Verteidiger Mats Hummels: "Jetzt werden wir zu Hause noch einen Sieg folgen lassen und dann haben wir auch eine richtig gute Hinserie gespielt."

Probleme im Sturm

Die größte Problemzone der Mannschaft liegt in der Offensive, wo es an Durchschlagskraft mangelt. Neuverpflichtung Mohamed Zidan konnte mit drei Saisontreffern noch nicht wirklich überzeugen.

Auch Torjäger Alex Frei läuft seiner Form hinterher, wird aber gegen Gladbach wohl seine Chance neben Valdez, der nach überstandenem Muskelfaserriss zurückkehrt, erhalten.

"Ein großer Schritt"

Dafür hat die Mannschaft unter Klopp (Porträt) vor allem in der Defensive eine große Entwicklung durchgemacht.

"Jürgen Klopp achtet besonders darauf, dass sich wirklich alle an der Defensivarbeit beteiligen und sich da niemand rausnimmt", erklärt Florian Kringe das Erfolgsrezept.

"Da haben wir als gesamte Mannschaft eine großen Schritt nach vorne gemacht", so der Ersatzkapitän.

Neuer Vertrag für Weidenfeller?

Auch Torwart Roman Weidenfeller kommt nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser in Form. Seit 418 Minuten musste er nicht mehr hinter sich greifen.

Zudem kann er durch den Überraschungstransfer von Timo Hildebrand nach Hoffenheim auf einen neuen Vertrag hoffen. Auch Dortmund hatte sich für den siebenmaligen Nationaltorwart interessiert und plant nun bis 2011 mit Weidenfeller.

Die Abwehr der Borussia gehört momentan zu den besten in Deutschland, nachdem man in der letzten Saison noch Schießbude der Liga war.

Kehls Plan: Oben dranbleiben

"Wir wollen die Hinrunde mit einem Erfolgserlebnis abschließen und vor der Winterpause noch einmal an die vorangegangenen Erfolge anknüpfen," stellt Kehl klar.

Dabei lässt er auch durchblicken, dass entgegen aller Beteuerungen die internationalen Ränge noch nicht ganz aus den Augen verloren wurden. Mit einem "Dreier" wolle man schließlich "auch den Anschluss halten".

Die Borussia hat bisher gleichermaßen Licht und Schatten gezeigt. Gegen Gladbach wird sich zeigen, was zur Halbzeit überwiegt und wohin der Weg führt.

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