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Trauriges Ende: Michael Thurk schoss in 104 Spielen 51 Tore für den FC Augsburg © getty

Torjäger Michael Thurk spricht bei SPORT1 über sein Ende beim FC Augsburg. "Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen."

Von Reinhard Franke

München - Nach seiner Ausbootung bei Bundesliga-Neuling FC Augsburg will sich Torjäger Michael Thurk Thurk (ab 18.30 Uhr zu Gast in Bundesliga aktuell auf SPORT1) vorerst nicht auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber machen.

Im SPORT1-Interview lässt der 35-Jährige seiner Enttäuschung freien Lauf und glaubt, dass der Verein eine falsche Entscheidung getroffen hat.

Thurk hat noch einen Vertrag bis 2012, der sich im Falle des Klassenerhalts um ein Jahr verlängert.

Ein weiteres Gespräch mit den Verantwortlichen schließt er aus.

SPORT1: Herr Thurk, Sie wurden am Montag beim FC Augsburg vom Spiel- und Trainingsbetrieb freigestellt, sollen sich einen neuen Verein suchen. Wie geht es Ihnen?

Michael Thurk: Natürlich bin ich riesig enttäuscht über diese Entscheidung, weil ich sie auch nicht nachvollziehen kann. Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist. Ich bin der Meinung, dass ich der Mannschaft mit Sicherheit noch weitergeholfen hätte. Aber die Entscheidung ist getroffen worden und ich habe die zu akzeptieren. Und das werde ich auch.

SPORT1: Der Verein gab an, dass es rein sportliche Gründe sind. Ist das so?

Thurk: Ich habe auch viel gelesen und gehört und es kamen immer wieder komische Gerüchte auf von wegen ich würde Poker spielen bis tief in die Nacht. Das sind alles Sachen, wo ich nicht weiß, wo die herkommen.

SPORT1: Sie haben sich nichts zuschulden kommen lassen?

Thurk: Ich bin schon ab und zu mit meinem Nachbarn zu einem Pokerturnier gefahren, aber ich bin kein Zocker. Das ist kein Geldspiel, sondern da spielt man um Punkte in einer Rangliste. Da gehe ich auch nicht regelmäßig hin, das mache ich nur ab und zu. Ein anderes Gerücht war, dass der Verein mich schützen muss und so eine Pressemitteilung rausgibt. Ich habe mir absolut nichts zuschulden kommen lassen. Das kann ich so nicht stehen lassen.

SPORT1: Sie sind ein verdienter Spieler in Augsburg, haben in 104 Spielen 51 Tore für den FC Augsburg erzielt waren auch jetzt in der Vorbereitung der erfolgreichste Stürmer. Wollen Sie die Suspendierung so einfach hinnehmen?

Thurk: Was soll ich machen? Sicher tut es weh, aber ich muss es ja hinnehmen. Die Entscheidung steht und ich habe keine andere Möglichkeit, als das zu akzeptieren. Ich denke, dass es keine gute Entscheidung war. Auch für die Mannschaft nicht. Ich werde das akzeptieren und der Verein hat meinen Vertrag zu akzeptieren. Ich werde mich aber weiter in Augsburg fithalten und auf meine Chance warten.

[kaltura id="0_h9hwx20z" class="full_size" title="FCA trennt sich von Thurk"]

SPORT1: Sie haben noch bis 2012 Vertrag, der sich im Falle des Klassenerhalts um ein Jahr verlängert. Sie wollen sich also keinen neuen Verein suchen?

Thurk: Nein. Ein Vereinswechsel kommt für mich überhaupt nicht in Frage, weil meine Familie sich hier sehr wohl fühlt. Mein Sohn (Leon, vier Jahre, d. Red.) ist hier in der Stadt aufgewachsen und er hat hier viele Freunde und ich möchte ihn nicht aus diesem Umfeld rausnehmen.

SPORT1: Sind Sie ein Typ, der seinen Vertrag aussitzt?

Thurk: Damit habe ich kein Problem. Solange meine Familie sich hier wohlfühlt, ist das auch für mich in Ordnung. Ich werde mich weiter anbieten und dann sehen wir, was die Zukunft bringt.

SPORT1: Sie dürfen auch nicht mit der zweiten Mannschaft trainieren. Warum?

Thurk: Ich hatte am Dienstag nochmal ein Gespräch mit Herrn Rettig (FCA-Manager Andreas Rettig, d. Red.) und er sagte mir, dass ich kein Training vom FC Augsburg zur Verfügung gestellt bekomme. Er sagte, dass ich das beim Arbeitsgericht einklagen soll.

SPORT1: Herr Rettig riet Ihnen den Verein zu verklagen?

Thurk: Eigentlich möchte ich den FC Augsburg nicht verklagen. Ich muss mir da noch Gedanken machen. Rettig sagte, dass ich freigestellt bin und vors Arbeitsgericht gehen kann. Ich bekomme gar kein Training, auch wenn es mir rein rechtlich zusteht. Ich hoffe einfach, dass ich nochmal meine Chance bekomme und wenn ich sie bekomme, werde ich da sein.

SPORT1: Glauben Sie wirklich daran?

Thurk: Momentan weiß ich gar nicht, wie es weitergeht. Aber nochmal: ich habe kein Interesse daran den Verein zu verklagen, weil ich hier eine super schöne Zeit hatte und mir der FCA etwas bedeutet. Ob das menschlich alles korrekt ist, was der Verein da macht, das müssen andere beurteilen. Ich denke das hätte man anders lösen können, indem man mich hätte einfach mit trainieren lassen.

SPORT1: Wie ist die Reaktion innerhalb der Mannschaft?

Thurk: Die können es alle nicht fassen, weil die der Meinung sind, dass ich der Mannschaft weiterhelfen kann und der Meinung bin ich auch. Und ich denke auch ein Großteil der Fans denkt so.

SPORT1: Gibt es noch ein Gespräch mit dem Trainer oder Manager?

Thurk: Da gibt es nichts mehr zu besprechen. Das ist eine definitive Entscheidung. Ich muss mich für nichts entschuldigen oder etwas gerade rücken. Wenn es etwas z besprechen gibt, dann muss der Verein auf mich zukommen.

SPORT1: Sie sind Vollblutfußballer. Wollen Sie so Ihre Karriere ausklingen lassen?

Thurk: Ich will mich nicht einfach aus dem Staub machen und zu einem anderen Verein gehen. Ich will auf meine Chance warten, will unbedingt in Augsburg bleiben. Aber ich weiß noch überhaupt nicht wie es weitergehen soll. Ich werde aus dieser Entscheidung nicht schlau.

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