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Mario Götze spielte von 2001 bis 2010 in der Jugend von Borussia Dortmund © getty

Mario Götze hat seine erste Profi-Spielzeit im Sturm genommen. Gegenüber SPORT1 "droht" er aber eine weitere Steigerung an.

Von Matthias Becker

München - Große Schlagzeilen über kleine Verletzungen sind im deutschen Fußball nichts Ungewöhnliches.

So fieberten regelmäßig Millionen Fans mit der "Wade der Nation" von Michael Ballack.

Als Mario Götze Mitte Juli mit zwei dicken Zehen, fachmännisch in einem Badelatschen verpackt, durch ein Mainzer Hotel spaziert, hält sich die Aufregung noch in Grenzen.

Einen Schlag auf den Fuß hat der offensive Mittelfeldspieler von Meister Borussia Dortmund tags zuvor beim LIGA total!-Cup abbekommen. Nichts Wildes, dennoch dürften solch kleine Blessuren in sehr naher Zukunft Titelseitenpotenzial haben.

"Captain Future" hat Bewunderer

Selbst zurückhaltende Fachleute sehen den 19 Jahre alten Dortmunder auf dem Weg zur Weltkarriere. Er kann in den nächsten Jahren für den deutschen Fußball die Bedeutung erlangen, die Ballack viele Jahre hatte. Wenn es reicht.

"Aber ich denke, ich kann gut damit umgehen", versichert Götze im Gespräch mit SPORT1: "Ich habe das richtige Umfeld. Die halten mich auf dem Boden, was sicherlich nicht ganz so einfach ist."

"Captain Future" betitelte das Magazin "11 Freunde" kürzlich ein Porträt über Götze und griff zur eigentlich verpöhnten Formulierung vom "deutschen Lionel Messi".

Selten hat ein deutscher Jungstar nach so kurzer Zeit durch die Bank so viele Bewunderer gehabt wie Götze. Ob Bundestrainer, Vereinscoach, Journalisten oder Fans.

Räume, wo keine sind

Warum das so ist? Zum einen natürlich, weil Götze ein herausragender Fußballer ist.

Mit einer einzigen Bewegung bei der Ballmitnahme erschließt er sich Räume, von denen viele Kollegen nicht mal wissen, dass sie existieren. Er kann den Ball unter Druck behaupten und perfekt in den Lauf eines Mitspielers weiterleiten.

Der Vergleich mit Messi, einem der erklärten Vorbilder Götzes, ist also nicht komplett von der Hand zu weisen, auch wenn man sich den Bewegungsablauf des nur 1,71 Meter kleinen Dribblers und den des Weltfußballers vom FC Barcelona anschaut. Lediglich bei der Torgefährlichkeit trennen Götze noch Welten von Messi.

Er hat das Potenzial, um die (deutsche) Fußball-Welt aus den Angeln zu heben - und bleibt dabei auch noch so gelassen und nüchtern, dass es fast schon weh tut.

[kaltura id="0_ba42bt0o" class="full_size" title="Der Meister l dt zum n chsten Fest"]

BVB-Trainer Jürgen Klopp macht sich keine Sorgen um seinen Hochtalentierten. "Mario weiß seit seinem 15. Lebensjahr, dass er ein außergewöhnlicher Fußballspieler ist. Damit ist er seitdem sensationell umgegangen", erklärt Klopp SPORT1.

Götze sei ein völlig normaler Junge seines Alters behauptet Klopp, "mit dem Zusatz, dass er außergewöhnlich Fußball spielen kann und ein hochintelligenter Kerl ist."

"Wie letztes Jahr - nur besser"

Der Sohn eines Professors für Datentechnik hat die Bundesliga schon in der Meister-Saison der Borussia im Sturm erobert. Sechs Tore, 15 Vorlagen - und das im ersten kompletten Profi-Jahr.

Für Götze kein Grund, auszurasten. "Ich persönlich habe immer noch Luft nach oben. Jeder Spieler kann sich immer verbessern", sagt er zu SPORT1: "Ich will die Leistung bringen, die ich im vergangenen Jahr gebracht habe - und vielleicht noch besser sein."

Götze und Kagawa begeistern

In der Vorbereitung deutete er an, dass sich die Dortmunder Fans auf eine weitere außergewöhnliche Spielzeit freuen können. Ob in Mainz (vor der Zehenprellung) oder beim letztlich gegen Schalke verlorenen Supercup.

Götze und der wieder genesene Shinji Kagawa brannten beim BVB ein Offensiv-Feuerwerk ab, das die Frage aufwirft, warum alle Welt immer von Franck Ribery und Arjen Robben als bester Offensivabteilung der Bundesliga schwärmt?

Zumal den Dortmundern zusätzlich die Defensivarbeit nicht fremd ist.

Generalprobe verpasst

Beim Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) werden sich wieder alle Augen auf Götze richten.

Als der BVB den HSV im Finale des LIGA total!-Cups vor zwei Wochen 2:0 (Bericht) schlug, schlappte der noch mit Badelatschen durch die Katakomben.

Die Hamburger können sich also auf einiges gefasst machen.

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