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Nils Petersen (r.) stand im Finale des Audi Cup gegen den FC Barcelona in der Startelf © getty

Bayerns Neuzugang Nils Petersen spricht bei SPORT1 über seine Rolle in Bayerns Hierarchie und die Unterschiede im neuen Umfeld.

Von Matthias Becker

München ? Eigentlich galt er als die Überraschung der Sommerpause.

Für bescheidene 2,8 Millionen Euro hatte der FC Bayern München Nils Petersen von Energie Cottbus geholt (241095DIASHOW: Bayerns Planspiele).

Als Backup für Mario Gomez war der Zweitliga-Torschützenkönig gedacht, machte in der harten Vorbereitung aber gleich einen hervorragenden Eindruck ? und traf das Tor.

Beim Pokal-Erfolg in Braunschweig (Bericht) saß der Neue dann aber trotzdem 90 Minuten auf der Bank. Für den bescheidenen 22-Jährigen aber kein Problem.

Im 16. Teil der SPORT1-Interviewserie spricht Petersen über seine Position in der Bayern-Hierarchie, die Umstellung auf die Arbeit beim Rekordmeister und die Hoffnung auf ein System mit zwei Stürmern.

SPORT1: Von Cottbus nach München - wie sind Sie mit Ihrem und dem Stand der Mannschaft zufrieden?

Nils Petersen: Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen und es mir sehr einfach gemacht. In der Vorbereitung hatten wir positive und negative Ergebnisse. Es gibt also keinen Grund, euphorisch zu sein, es gibt noch Fehler, die wir abstellen müssen.

SPORT1: Sie gelten als Überraschung der Vorbereitung. Registrieren Sie so etwas?

Petersen: Dass ich zu den Gewinnern gezählt werde, freut mich natürlich. Aber ich weiß, dass ich noch ganz am Anfang stehe und noch sehr viel Zeit vor mir liegt, in der ich mich beweisen muss. Aber ich habe jeden Tag die Chance dem Trainer zu zeigen, dass er auf mich bauen kann.

SPORT1: Ist der FC Bayern im Soll? Kurz nach dem Bundesligastart steht mit der Champions-League-Qualifikation schon ein ganz entscheidender Moment der Saison an.

Petersen: Wir wissen um den engen Zeitplan. Deswegen trainieren wir sehr intensiv. Das ist wegen der kurzen Vorbereitungszeit eine Umstellung. So ein Spiel wie gegen den HSV beim LIGA total!-Cup kommt da schon mal vor, weil man einfach müde und kaputt ist.

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SPORT1: Wie sehen Sie die Chancen auf Einsätze mit einem Mann wie Mario Gomez vor der Nase?

Petersen: Mario hat es verdient, gesetzt zu sein, er ist Torschützenkönig. Er ist in meinen Augen unantastbar. Ich versuche, von ihm so viel wie möglich mitzunehmen. Er ist menschlich top, wir haben Spaß und verstehen uns gut. Er ist ein super Stürmer und ich würde ihn nie öffentlich angreifen.

SPORT1: Bleibt Ihnen als Hoffnung die von Trainer Jupp Heynckes ins Auge gefasste gelegentliche Umstellung auf ein 4-4-2 mit zwei Stürmern?

Petersen: Der Trainer hat angesprochen, dass wir immer mal im Spiel reagieren müssen. Wir werden das auch noch trainieren. Aber in erster Linie zählt der Erfolg der Mannschaft und da müssen eben die besten Spieler auflaufen. Wenn man da in diesem Moment nicht dazugehört, muss man sich damit abfinden. Ich weiß, dass meine Chancen kommen wird. Egal wo ich hingekommen bin, habe ich mich immer erst mal hinten anstellen müssen und es letztlich doch geschafft mich durchzusetzen. Ob das ein, zwei oder drei Jahre dauert, weiß man nicht.

SPORT1: Können Sie sich neben Mario Gomez denn auch von anderen Kollegen was abgucken? Der Unterschied zum Training bei Energie Cottbus dürfte enorm sein.

Petersen: Natürlich, gerade von der Qualität und der Intensität her ist das ein enormer Sprung. Es macht aber einfach Spaß, weil man jeden Tag versucht, sich weiterzuentwickeln, Sachen aufzuschnappen und besser zu werden, um das höhere Niveau zu erreichen. Dann erkennen die Kollegen auch: "Den kann ich immer anspielen, der macht was draus."

SPORT1: Vom Trainer Pele Wollitz sind Sie zum Trainer Jupp Heynckes gekommen. Ein großer Sprung?

Petersen: Mit meinen Trainern hatte ich bisher immer Glück. Von Jupp Heynckes hatte ich gehört, dass er ein guter Trainer ist und jetzt habe ich es auch selbst gemerkt. Er versucht jedem Spieler zu vermitteln, dass er wichtig ist, gerade den jungen Spielern. Er findet eine gute Mischung aus Kritik und Lob.

SPORT1: Wer sind beim angestrebten Meistertitel denn die größten Rivalen?

Petersen: Auf alle Fälle Dortmund. Außerdem gibt es immer Mannschaften, die oben mit reinstoßen können, das hat man letzte Saison bei Mainz und Hannover gesehen. Auch Bayer Leverkusen wird sicher eine gute Rolle spielen.

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