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Per Mertesacker wechselte 2006 von Hannover 96 zu Werder Bremen © getty

Die Rückkehr des Abwehrchefs ist für die verletzungsgeplagten Bremer ein wichtiges Zeichen. Auch ein Neuzugang bahnt sich an.

Bremen - Er grätschte, köpfte und gab lautstark Anweisungen - nach mehr als zwölf Wochen Pause spielte Per Mertesacker, als wäre er nie weg gewesen.

Im letzten Härtetest mit Werder Bremen gegen den FC Everton (Bericht) vor dem Bundesliga-Start gab es kaum einen Zweikampf, den der 1,96-Meter-Abwehrhüne nicht für sich entschied. (DATENCENTER: Bundesliga)

Am Ende hatte Mertesacker, der wegen einer Fersenoperation ausgefallen war, maßgeblichen Anteil daran, dass Bremen gegen den Premier-League-Klub ohne Gegentor blieb.

"Ich habe nie zurückgezogen"

"Ich war selbst überrascht, dass das schon so dynamisch aussah", sagte Mertesacker. "Ich habe mich körperlich im gesamten letzten Jahr nicht einmal so gut gefühlt wie heute. Ich habe nie zurückgezogen, das ist ein Indiz dafür, dass ich die Verletzung im Kopf ganz woanders hingeschoben habe."

Auch Werder-Trainer Thomas Schaaf attestierte seinem Kapitän ein starkes Comeback: "Es ist wichtig, dass er wieder auf dem Platz ist. Ich glaube, dass er hochmotiviert war. Ihm ist vieles gelungen."

Szenenapplaus für "Merte"

Wie wichtig Mertesacker nicht nur für die Leistung des Teams ist, zeigte die Reaktion des Publikums.

Die Fans, die nach der peinlichen 1:2-Pokalpleite beim Drittligisten 1. FC Heidenheim (Bericht) noch den Aufstand geprobt hatten, bedachten jeden gewonnenen Zweikampf des Abwehrchefs mit Szenenapplaus.

[kaltura id="0_5msyh6ww" class="full_size" title="Werder Raus aus der Krise"]

Offensivspiel hapert

Bei seiner Auswechslung (56.) erhoben sich die Fans von den Sitzen und spendeten dem Rückkehrer Beifall.

Dass die Norddeutschen für den Bundesliga-Start gegen den 1. FC Kaiserslautern (Sa., ab 15Uhr im LIVE-TICKER) allerdings noch eine Schippe drauflegen müssen, wurde vor allem in der Anfangsphase deutlich.

Werder brauchte lange, um gegen die harmlosen Briten ins Spiel zu kommen, immer wieder gab Trainer Schaaf von der Seitenlinie energische Anweisungen. Ein geordnetes Offensivspiel fand in den ersten 30 Minuten kaum statt.

Neuzugänge brauchen noch Zeit

Die Neuzugänge Mehmet Ekici, Andreas Wolf, Lukas Schmitz und Sokratis Papastathopoulos wirkten noch nicht eingespielt.

"Die Verkrampfung nach dem Aus im Pokal war spürbar", sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. "Für mich ist das 1:0 wichtig, weil wir wieder lernen müssen zu gewinnen. Wir müssen lernen, so ein Spiel mit 1:0 dann auch mal über die Zeit zu bringen."

Ob Werders Hoffnungsträger Mertesacker am Samstag über 90 Minuten auf dem Platz stehen kann, ist noch nicht sicher.

"Bei Prognosen bin ich ganz schlecht", sagte Mertesacker, lächelte aber verheißungsvoll. "Das werden wir in den nächsten Tagen sehen."

Ignjovski-Wechsel vor dem Abschluss?

Neben Rückkehrer Mertesacker könnte es in Bremen bald weitere personelle Verstärkungen geben. (316092DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Am Mittwoch kündigte der von seinem Innenbandriss genesene Stürmer Claudio Pizarro an, wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen. "Am Donnerstag werde ich testen, wie mein Knie auf die vollständige Belastung reagieren wird, um eventuell am Samstag gegen Kaiserslautern wieder auf der Bank Platz nehmen zu können", sagte Pizarro.

Außerdem dürfte die Verpflichtung des Mittelfeld-Allrounders Alexander Ignjovski (20, OFK Belgrad) kurz bevor stehen. Werder-Boss Klaus Allofs vielsagend: "Man muss immer mit Überraschungen rechnen.

Auch der Einsatz von Per Mertesacker gegen Everton war so eine Überraschung."

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