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Roman Neustädter wechselte 2009 von Mainz 05 zu Borussia Mönchengladbach © getty

Roman Neustädter spricht im SPORT1-Interview über den Auftakt beim FC Bayern, seinen Durchbruch in Mönchengladbach und die Ziele.

Von Reinhard Franke

München - Früher war es das Duell der beiden besten Mannschaften Deutschlands, heute sind die Vorzeichen klar verteilt:

Fast-Absteiger Borussia Mönchengladbach reist als krasser Außenseiter zum deutschen Rekordmeister Bayern München (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER).

"Es wird ein schweres Spiel", sagt Trainer Lucien Favre, der auf den verletzten Martin Stranzl verzichten muss:

"Die Bayern haben eine tolle Mannschaft und sind für mich gemeinsam mit Dortmund Favorit auf die Meisterschaft."

Auch die Statistik spricht eindeutig gegen die Gäste: Von 43 Begegnungen in München konnte die Borussia nur einmal gewinnen, beim 2:1 am 14. Oktober 1995.

Doch Roman Neustädter geht zuversichtlich in die Partie.

Im SPORT1-Interview spricht der defensive Mittelfeldspieler über die Ziele mit Gladbach, die Erfahrungen im Abstiegskampf der Vorsaison und die junge "Fohlen"-Truppe.

SPORT1: Herr Neustädter, am Sonntag geht?s gleich zum Auftakt zum FC Bayern. Keine Angst vor der gefährlichen Bayern-Offensive?

Roman Neustädter: Unsere Truppe freut sich, in München zu spielen. 10000 Gladbach-Fans unterstützen uns dort. Wir brennen, wir sind heiß und wollen endlich, dass es los geht.

SPORT1: Was ist drin für Gladbach in der neuen Saison?

Neustädter: Das Plus der Vorbereitung war, dass wir eingespielt waren. Wir sind noch nicht bei 100 Prozent , aber das kommt jetzt. Die Mannschaft ist größtenteils so zusammen geblieben und jetzt schauen wir einfach mal, was für uns drin ist. Wir denken wirklich von Spiel zu Spiel - wie in den letzten vier Spielen der alten Saison.

SPORT1: Sie waren in der letzten Rückrunde einer der Aufsteiger bei der Borussia. Was haben Sie sich selber vorgenommen?

Neustädter: Ich gehe ohne Erwartungen in die neue Saison. Ich schaue nicht, was in ein paar Monaten ist. Ich schaue von Tag zu Tag, von Spiel zu Spiel.

SPORT1: Unter Lucien Favre wurden Sie in der letzten Rückrunde im Abstiegskampf Stammspieler. Wie ist Ihr Verhältnis?

Neustädter: Er ist ein Trainer, der gerne mit uns jungen Spielern arbeitet und viel mit jungen Spielern redet, ihnen sagt, was er von ihnen erwartet und wie sie sich verbessern können. Bei ihm gibt es einen ständigen Austausch. Jeder kann zu ihm kommen, wenn er ein Problem hat.

SPORT1: In Ihrem ersten Jahr bei Borussia hatten Sie null Einsätze, letztes Jahr lief es ausgerechnet im harten Abstiegskampf sehr gut für Sie. Sie bildeten neben Havard Nordtveit die Doppel-Sechs.

Neustädter: Ja, das war schon krass. Wir waren in der Rückrunde eine noch jüngere Truppe als in der Vorrunde. Aber ich glaube, dass uns junge Spieler die ganze Situation nicht so belastet hat. Natürlich war der Druck da, bei einer Niederlage hätte es vorbei sein können.

SPORT1: Auch ein junger Torwart wie Ihr Kollege Marc-André ter Stegen zeigte keine Nerven. Kann ein junger Spieler doch besser mit Druck umgehen, wenn es hart auf hart kommt?

Neustädter: Der Trainer hat uns immer diesen Druck genommen. Und so konnten wir uns in den schwierigen Wochen ganz auf den Sport konzentrieren und haben es dann zum Schluss geschafft. Wir waren einfach unbelastet im Vergleich zu den älteren Spielern, die schon in der Hinrunde gespielt hatten. Wir haben aber als Mannschaft funktioniert.

SPORT1: Wie hat Sie der Abstiegskampf verändert?

Neustädter: Das hat mich geprägt und ich habe viel an Erfahrung gesammelt. Jetzt weiß ich, wie ich damit umgehen muss. Das kann in jungen Jahren sehr gut sein.

SPORT1: Sie sind in der Ukraine geboren und sollen mal eine Anfrage gehabt haben, für die ukrainische Nationalmannschaft zu spielen. Stimmt das?

Neustädter: Eine konkrete Anfrage hatte ich nicht, aber es stimmt, dass es immer Spekulationen gab. Die wollten wohl, dass ich in die Ukraine wechsel und dann dort für die Nationalelf spiele. Ich hatte auch mal eine Anfrage von der kasachischen Nationalmannschaft, aber das kommt für mich nicht in Frage.

SPORT1: Ihr Vertrag läuft nur noch eine Saison. Wollen Sie bleiben?

Neustädter: Ich möchte gerne bleiben. Ich fühle mich wohl und das braucht ein Spieler, um gute Leistungen zu bringen. Ich glaube, wir werden bald verhandeln.

(316092DIASHOW: Die Wechselbörse)

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