vergrößernverkleinern
Seit 2006 arbeitet Matthias Sammer als Sportdirektor für den DFB © getty

Vor dem Südderby: Bayern-Coach Klinsmann nimmt Matthias Sammer wegen der Trainerlizenz für Markus Babbel in die Pflicht.

München - Es herrscht Wirbel vor dem Südgipfel zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr LIVE).

Jürgen Klinsmann geht auf Konfrontationskurs mit DFB-Sportdirektor Matthias Sammer.

Der Münchner Coach fordert für den Stuttgarter Teamchef Markus Babbel eine Ausnahmegenehmigung zum Erwerb der Bundesliga-Trainerlizenz.

"Alle müssen gleich behandelt werden. Es gab einen Sonderlehrgang für die Welt- und Europameister. Davon haben Matthias und ich profitiert und genauso gehört sich das für den Markus", sagt er.

Babbel, Europameister von 1996, hatte damals genau wie Lothar Matthäus nicht an dem Kurzlehrgang des DFB teilnehmen können, weil er noch als Spieler aktiv war.

Für Rekordnationalspieler Matthäus wurde eine Ausnahme gemacht, die Klinsmann nun auch für Babbel einfordert.

"Babbel muss den Kurs machen"

"Es ist selbstverständlich, dass sich der DFB mit dem VfB zusammensetzt und eine Lösung findet, dass er den Kurs macht und weiter die schöne Traineraufgabe in Stuttgart wahrnehmen kann", meinte der schon in seiner Zeit als Bundestrainer mit Sammer aneinandergeratene Klinsmann.

Babbel hatte nur bis zum Saisonende eine Sondergenehmigung erhalten, um die Nachfolge von Armin Veh als VfB-Trainer antreten zu können.

Danach müsste er den normalen Trainerkurs machen und könnte nicht mehr gleichzeitig Coach in Stuttgart sein, wie er selbst betont.

Zeitlicher Engpass

"Diese Möglichkeit schließe ich aus - dafür ist der VfB Stuttgart eine Nummer zu groß. Ich kann nicht von Montag bis Donnerstag in Köln auf der Sporthochschule Kurse belegen und dann am Freitag nur noch für das Abschlusstraining einfliegen. Das funktioniert nicht, da mache ich mir nichts vor", sagte Babbel in einem Interview mit der "WELT".

Sammer hatte zuvor erklärt: "Diese Teamchef-Lösungen, die es schon häufiger gab, sind nur ein Bluff. Die Vereine suggerieren damit: Im Grunde kann den Job jeder machen, der selbst gespielt und ein paar Titel gewonnen hat. Das hat nichts mit Markus Babbel zu tun."

Der Trainer-Job müsse "etwas Besonderes sein", betonte der DFB-Sportdirektor weiter: "Er braucht eine intensive Ausbildung und Zeit. Deshalb dauert der Lehrgang inzwischen ein Jahr."

Auf Dauer würde er deshalb "keine Ausnahmen zulassen. Für eine Übergangszeit sollte dies weiter möglich sein".

Sammers harte Linie

Sammer selbst hatte seine Trainer-Lizenz in einem Kurzlehrgang für verdiente Nationalspieler bekommen. Dies sieht der Europameister von 1996 im Nachhinein als Fehler.

"Ich habe mich danach privat auf die Schulbank gesetzt, bei Dozenten weitergebildet, Praktika bei Real und Arsenal absolviert. Die Theorie ist die Mutter aller Praxis."

Babbel besitzt die A-Trainerlizenz, allerdings fehlt ihm der für die Bundesliga nötige Fußballlehrerschein.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel