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Tomas Pekhart (l.) erzielte in seinem ersten Bundesligaspiel sein erstes Tor © getty

In einer über weite Strecken ereignisarmen Partie trifft der neue FCN-Stürmer kurz vor Schluss zum Sieg. Berlin bleibt blass.

Berlin - Aufsteiger Hertha BSC Berlin hat sein Comeback im Oberhaus verpatzt.

Nach 455 Tagen Erstliga-Abstinenz unterlag die "Alte Dame" zum Start der 49. Bundesliga-Saison gegen den 1. FC Nürnberg 0:1 (0:0).

Der tschechische Angreifer und Neuzugang Tomas Pekhart (80.) erzielte auf Vorarbeit von Jens Hegeler das Tor des Tages (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die gesamte Hertha-Abwehr wurde dabei düpiert. Damit knüpften die Berliner an die schwache Heimserie aus der Abstiegssaison an und sind damit seit insgesamt 17 Bundesliga-Heimspielen sieglos.

Lange Zeit Schlafwagen-Fußball

Vor 61.118 Zuschauern im Olympiastadion zeigten beide Mannschaften lange Zeit Schlafwagen-Fußball. 438367(DIASHOW: Der 1. Spieltag)

Statt des erhofften Fußballfestes in der Hauptstadt erlebten die Fans einen müden Sommerkick. Herthas Spieler wirkten bei ihrem Bundesliga-Comeback äußerst nervös und mutlos.

Die ebenfalls nur mäßigen Nürnberger hatten leichte optische Vorteile und konnten daraus auch Kapital schlagen.

"Drei Punkte - fertig"

"Hier in Berlin ist nicht leicht zu spielen. Wir haben die Ruhe bewahrt und dann eiskalt zugeschlagen", sagte Hegeler.

Club-Trainer Dieter Hecking meinte: "Man muss der neuen, jungen Mannschaft ein Kompliment machen, vor 60.000 ein solches Spiel zu zeigen. Wir müssen aber im Umkehrspiel noch besser werden. Aber: erster Spieltag, drei Punkte geholt - fertig."

"Sind ohne Mumm angetreten"

Herthas Trainer Markus Babbel war dagegen enttäuscht: "Heute haben zuviel Angst, zuviel Respekt gehabt und sind ohne Mumm angetreten. Vom ganzen Auftreten her war es enttäuschend. Die Spieler haben sich zu sehr unter Druck gesetzt. Wir müssen ohne Respekt auftreten. Wir werden genauso zielstrebig weiterarbeiten wie in den letzten Wochen."

Die Gäste hatten den besseren Start in die Begegnung. Nach einem Eckball von Markus Mendler kamen die Nürnberger erstmals bedrohlich nah vor das Hertha-Tor, jedoch schoss Verteidiger Klose den Ball deutlich über das Gehäuse (5.).

Hertha-Offensive lahmt

Die Berliner taten sich auf der Gegenseite mit dem Offensivspiel schwerer und drangen gar nicht erst bis in in den gegnerischen Strafraum vor.

In der im Mittelfeld umkämpften Begegnung versuchten es die Franken vor allem mit hohen Bällen in den Strafraum. Szenen vor dem Tor blieben aufgrund des nicht vorhandenen Spielaufbaus beider Mannschaften Mangelware.

Anstatt konzentriert nach vorn zu spielen, versuchten es vor allem die Gastgeber mit Einzelaktionen oder planlos nach vorn geschlagenen Bällen - und blieben dabei erfolglos.

Beste Chance durch Feulner

Nach dem Seitenwechsel zeigte zumindest der Gast aus Nürnberg etwas mehr Engagement und spielte sich einige Chancen heraus. Markus Feulner hatte dabei noch die beste Möglichkeit, als er aus 20 Metern abzog.

Der Berliner Schlussmann Kraft konnte den Ball jedoch entschärfen (58.). Auch Mendler (53.) und Pekhart (61.) scheiterten am neuen Hertha-Keeper, der wie die ganze Berliner Mannschaft nervös wirkte.

Raffael kommt nach der Pause

Babbel brachte zur zweiten Halbzeit in Raffael für den blassen Tunay Torun einen weiteren Kreativspieler, doch das Spiel der Hausherren blieb sehr verkrampft und hatte keinerlei Überraschungsmomente.

Die Spieler zeigten auch läuferisch keinen übergroßen Einsatz, das Spiel ohne Ball ließ noch zu wünschen übrig.

Babbel hatte zur Saisonpremiere im heimischen Olympiastadion zunächst in der Startformation auf vier neue Spieler vertraut.

Torhüter Kraft sowie Maik Franz, Andreas Ottl und Torun kamen zu ihren ersten Einsätzen, während Hecking in Pekhart, Feulner und Klose drei neuen Spielern das Vertrauen schenkte.

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