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Per Mertesacker (r.) und Aaron Hunt freuen sich über den Bremer Sieg © imago

Trotz des Erfolgs über den FCK verweigert Mertesacker ein Bekenntnis zu Werder. Fällt der Abwehrchef dem Sparzwang zum Opfer?

Bremen - Natürlich wusste Per Mertesacker, dass die Frage kommen würde.

Bremens Innenverteidger hatte gegen den 1. FC Kaiserslautern eine überragende Leistung gezeigt und Werder als Kapitän zum 2:0 (0:0)-Erfolg (Bericht) geführt. (438367DIASHOW: Der 1. Spieltag)

Es wäre ein passender Moment gewesen, um nach den wochenlangen Spekulationen um einen Wechsel zu sagen: "Ich bleibe bei Werder. Basta!"

Doch das tat Mertesacker nicht. Wieder einmal. Stattdessen sagte er: "Einen Wechsel auszuschließen, ist schwierig in der Situation, in der sich Werder befindet. Es muss überall gespart werden. Was da genau passiert, kann ich jetzt noch nicht sagen."

Mertesacker gibt Stabilität

Nur wenige Minuten zuvor war Mertesacker nach dem intensiven Spiel zu Boden gesackt. Lange Zeit lag der Nationalspieler fast regungslos auf dem Rasen.

Der 26-Jährige war nach seiner langen Verletzungspause (Fersenoperation) mit den Kräften einfach am Ende.

"90 Minuten waren für mich grenzwertig", sagte Mertesacker, der der Werder-Defensive die lange vermisste Stabilität gab.

Und so stand eine Woche nach dem peinlichen Pokal-Aus beim Drittligisten 1. FC Heidenheim (1:2) nicht die löchrige Abwehr im Mittelpunkt, sondern Markus Rosenberg. Der Stürmer feierte ein vielumjubeltes Comeback an der Weser.

Matchwinner Rosenberg

Der Schwede war 2010 nach schwachen Leistungen für ein Jahr an Racing Santander ausgeliehen worden.

Am Samstag erlöste er sein altes neues Team nach 60. Minuten, als er erst einen Abpraller aus kurzer Distanz über die Linie drückte und später mit einem tollen Kopfball (81.) alles klar machte.

"Markus ist zielstrebiger geworden. Er arbeitet jetzt mehr für sich und die Mannschaft", sagte Trainer Thomas Schaaf, "wir haben insgesamt wesentlich flüssiger und zielstrebiger gespielt als zuletzt."

Verdienter Erfolg

Eine Einschätzung, die auch die 41.100 Zuschauer im Weserstadion teilten. Werder war über 90 Minuten die klar bissigere Mannschaft.

Das Team kombinierte sich immer wieder schnell vor das Tor der Gäste.

Ärger über Walch

"Wenn Bremen zur Hälfte 3:0 führt, dürfen wir uns nicht beschweren", sagte Kapitän Christian Tiffert.

Auch für seinen Trainer war die Chancenlosigkeit deutlich. "Das war von uns zu wenig, um in Bremen etwas zu holen", sagte Marco Kurz, der sich zudem über Clemens Walch ärgerte.

Kurz wollte den Mittelfeldspieler Sekunden vor dem zweiten Gegentor einwechseln. Doch Walch hatte sein Trikot vergessen.

"Auch das passiert in der Bundesliga", sagte Kurz und lächelte verkniffen.

Allofs: Wichtig fürs Betriebsklima

Die Bremer waren nach ihrem ersten Bundesliga-Auftaktsieg seit fünf Jahren (4:2 bei Hannover 96 am 13. August 2006) dagegen sehr zufrieden.

"So wie wir gespielt haben, mussten die Tore irgendwann fallen", sagte Doppel-Torschütze Rosenberg.

Geschäftsführer Klaus Allofs meinte: "Für das allgemeine Betriebsklima ist der Sieg natürlich sehr wichtig."

Wie lange bleibt Merte?

Nur wie lange Per Mertesacker noch mit seinen starken Leistungen zur guten Laune an der Weser beiträgt, bleibt weiter unklar.

"Warum sollte Per ein Bekenntnis zu Werder abgeben", fragte Allofs, "hundertprozentige Vorhersagen sind im Fußball sehr schwierig."

Die Transferperiode endet am 31. August. Bis dahin müssen die Werder-Fans wohl um ihren Abwehr-Boss bangen.

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