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Christian Seifert arbeitet seit Juli 2005 für die Deutsche Fußball Liga © getty

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert spricht im SPORT1-Doppelpass Klartext und übt heftige Kritik am frühen Länderspiel-Termin.

München - Christian Seifert hat im SPORT1-Doppelpass heftige Kritik am frühen Länderspiel-Termin am nächsten Mittwoch geübt.

"Das ist Blödsinn, Teil zwei", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga.

Und weiter: "Teil eins war der doppelte Termin Anfang Juni. Mittelfristig müssen sich die internationalen Verbände darauf einstellen, was den nationalen Ligen guttut, und den Terminkalender mit mehr Weitblick erstellen."

Auch zahlreiche Trainer und Funktionäre aus der Bundesliga wie Jürgen Klopp und Karl-Heinz Rummenigge hatten zuvor die Ansetzung des Länderspiels unmittelbar nach dem Start der neuen Bundesliga-Saison moniert.

Außerdem forderte Seifert in der Sendung von DFB-Präsident Theo Zwanziger ein gemeinsames Vorgehen in den Gremien von FIFA und UEFA:

"Ich glaube nicht an eine große Reform. Es ist generell viel besser, wenn wir erst einmal eine einheitliche deutsche Position finden und nicht gleich einen Fünf-Punkte-Plan öffentlich diskutieren."

SPORT1 fasst die wichtigsten Aussagen aus dem "Doppelpass" zusammen:

Christian Seifert über...

die Länderspiel-Unterbrechung:

"Das ist ein sehr, sehr ärgerliches Thema. Der Rahmenkalender der FIFA wird auf die nächsten Jahre hin festgelegt. Wir dürfen nicht vergessen, dass da nicht elf Maschinen spielen, sondern elf Menschen.

Selbst wenn der DFB nicht spielen würde, würde ein Kagawa trotzdem nach Südkorea fliegen. Wir haben viele ausländische Nationalspieler, das macht ja auch die Qualität aus.

Das Prinzip kann nicht sein, dass ein Verband sagt, wir spielen nicht. Vielmehr muss es dahin gehen, dass dieser Terminkalender mit mehr Weitblick und Verständnis für das Tagesgeschäft erstellt wird."

die Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA:

"Die WM-Vergabe an Russland und Katar war der Gipfel - diese Mischung aus Eitelkeiten und Peinlichkeiten, die da zusammen kamen, war nur noch sehr schwer erträglich.

Ob man dem Präsidenten Sepp Blatter, unter dem sich dieses System entwickelt hat, überhaupt große Schritte machen kann, oder ob das erst geht, wenn es einen neuen Präsidenten gibt, darauf wird man warten müssen.

Es ist de facto so: Wenn man sich das Wissen um die Organisation FIFA anschaut, kann man gar nicht so viel Humor haben, um zu sagen, da geht alles mit rechten Dingen zu. Grundsätzlich würde ich mir mehr Ehrgeiz wünschen, die Umstände aufzuklären."

die Stärke der Bundesliga:

"Die Liga ist deutlich stärker als in den letzten zehn Jahren. Das ist auch der Grund, warum der vierte Champions League Platz dazugekommen ist. Die UEFA-Fünfjahreswertung ist schon eine relevante Aussagegröße. Man darf jetzt nicht selbstgefällig werden. Es ist aber auch nicht so, dass wir uns zurücklehnen."

[kaltura id="0_8jdbz5as" class="full_size" title="Der Doppelpass in neuem Gewand"]

Hertha-Trainer Markus Babbel über...

Berlins Chancen in der Bundesliga:

"Ich bin von der Qualität dieser Mannschaft zu 100 Prozent. Sie hat ein unglaublich hartes Jahr in der Zweiten Liga bewerkstelligt. Gegen Nürnberg wollten wir daran anknüpfen, aber weil sich die Spieler zu sehr unter Druck gesetzt haben, sind wir leider gescheitert. Aber wir haben noch 33 Spiele vor der Brust und wir werden am 34. Spieltag definitiv nicht abgestiegen sein."

Gründe für die Niederlage gegen Nürnberg:

"Wir haben gestern einfach ein schlechtes Spiel gemacht. Wir haben uns zu wenig bewegt und zu wenig entscheidende Zweikämpfe für uns gewonnen.

Wir hatten ein wirklich tolles Publikum, es war eine unglaubliche Stimmung da und ich hatte gehofft, dass wir dadurch ein bisschen gepusht werden. Aber wir sind vor dieser tollen Kulisse etwas erstarrt - das ist natürlich sehr ärgerlich."

seine berufliche Zukunft:

"Ich habe 16 Jahre für den FC Bayern gespielt, es ist ein Verein, der mir sehr am Herzen liegt - ohne Wenn und Aber. Ich habe immer Lust auf München. Aber es gibt auch andere Vereine. Jetzt bin ich bei Hertha BSC unter Vertrag und gebe alles, was in mir steckt, diesem Verein und vor allem dieser Mannschaft. Was in zehn oder 15 Jahren sein wird, weiß ich nicht."

über die Neuzugänge aus München:

"Mir gefallen Thomas Kraft und Andreas Ottl. Ich wollte Spieler, die in diese Truppe hinein passen. Ich habe bei ihnen ein gutes Gefühl und ich bin sehr froh, dass sie da sind."

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