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Gladbachs Filip Daems (l.) behauptet den Ball gegen Bayerns Rafinha © getty

Der FC Bayern dominiert eine gute Stunde gegen Mönchengladbach, dann verspekuliert sich Torwart Neuer. Auch ein Verteidiger patzt.

Aus der Allianz Arena berichtet Daniel Rathjen

München - Es sollte der furiose Auftakt einer Meistersaison sein.

Stattdessen herrschte bereits am ersten Spieltag Frust beim FC Bayern.

Der deutsche Rekordmeister ist mit einer 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach gestartet (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Den Treffer für die taktisch hervorragend eingestellten und disziplinierten Gäste erzielte Igor de Camargo in der 62. Minute nach einem Patzer von Bayern-Keeper Manuel Neuer (438367DIASHOW: Der 1. Spieltag).

Für den Fastabsteiger der letzten Saison war es erst der zweite Sieg in München seit dem 2:1 im Oktober 1995.

Beckenbauer: Bayern war hilflos

"Die Spieler wussten, dass das eine schwere Kiste wird. Aber sie wussten auch, dass etwas Außergewöhnliches möglich war. Teilweise haben wir uns weit hinten reindrücken lassen. Aber wir haben am Ende das Glück provoziert", sagte Gladbachs Coach Lucien Favre.

Franz Beckenbauer meinte: "Das haben sich die Mannschaft, Zuschauer und Verantwortlichen der Bayern anders vorgestellt. Wer weiß, wofür die Niederlage gut war, aber ich sehe derzeit das Gute noch nicht. Gladbach hat nicht viele Chancen zugelassen. Daran sieht man schon die Hilflosigkeit der Bayern."

Viel Ballbesitz, keine Chancen

An Einsatz mangelte es den Münchnern nicht, eher an Durchschlagskraft.

Die Bayern, bei denen Franck Ribery zunächst noch auf der Bank Platz nahm, taten sich von Beginn an schwer gegen enorm defensive Gäste, die oft mit der kompletten Mannschaft hinter dem Ball agierten.

Mit dem wieder genesenen Arjen Robben auf der rechten Seite versuchte der Rekordmeister Druck aufzubauen, sich Überlegenheit zu verschaffen. Die Münchner hatten zwar permanent den Ball, kamen allerdings nicht durch.

Ein frühes Tor hätte vielleicht auch eine frühe Entscheidung bedeutet.

Aber weder Mario Gomez nach einer Flanke von Thomas Müller (7.) noch Toni Kroos mit einem Schuss aus 17 Metern gelang es, Keeper Marc-Andre ter Stegen zu überwinden.

Gladbach macht Räume eng

Die "Fohlen" blieben diszipliniert, machten die Räume eng, zermürbten so den Gegner und lauerten auf Konter.

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Ideenlos, ratlos wirkte der FC Bayern - Fehlpässe häuften sich, den Flanken mangelte es an Präzision, Robben, wahrscheinlich auch noch beeinträchtigt von seiner jüngsten Verletzung, lief sich häufig fest und wirkte noch nicht ganz fit.

Der Abteilung Attacke, für die die Offensivreihe von Borussia Dortmund aktuell der Maßstab in Deutschland ist, fehlte die Power und Spritzigkeit.

Chancen waren rar, Kroos probierte es noch einmal aus der Distanz (38.), Bastian Schweinsteiger setzte einen Kopfball im Anschluss einer Kroos-Ecke über den Kasten (44.).

Herzlicher Empfang für Neuer

Und beinahe wären die Gastgeber noch mit einem Rückstand in die Pause gegangen, denn nach einem schönen Doppelpass mit dem agilen Marco Reus visierte Juan Arango den linken oberen Winkel an.

Bayern-Keeper Manuel Neuer, der herzlich von den Fans in der Südkurve empfangen wurde, musste sich ordentlich strecken, um den Ball zu entschärfen (42.).

Bayern-Druck hält an

Die Spielverhältnisse blieben zu Beginn der zweiten Halbzeit gleich. Bayern drückte, Gladbach verteidigte.

Gomez hatte Pech bei einem Kopfball nach einer Müller-Flanke, den ter Stegen gerade noch vom kurzen Pfosten kratzen konnte (49.).

Gladbach jubelt zu früh

Es ging nochmal ein Ruck durch die mit 69.000 Zuschauern einmal mehr ausverkaufte Arena. In der 55. Minute verwertete Gomez einen Robben-Eckstoß ans Aluminium. Der Druck auf das Gäste-Gehäuse nahm zu.

Plötzlich zappelte der Ball allerdings im Münchner Netz. Arango verwandelte einen Freistoß aus der Distanz direkt (59.) - die Gladbach-Fans jubelten bereits, doch Schiri Babak Rafati (Hannover) hatte zuvor ein Stürmerfoul erkannt.

Neuer und Boateng patzen

Der wirkliche Führungstreffer für die Gäste fiel zwei Minuten später.

Neuer schätzte einen langen Ball von Havard Nordtveit falsch ein, sprintete heraus und kam zu spät, weil de Camargo schon seinen Kopf hingehalten hatte.

Auch Verteidiger Jerome Boateng machte in dieser Szene eine sehr schlechte Figur und zögerte zu lange.

Mit Wut im Bauch suchten die Münchner, bei denen jetzt auch Ribery im Spiel war, die Antwort. Robben prüfte ter Stegen erneut (66.).

Müller trifft, aber im Abseits

Bayern-Trainer Jupp Heynckes leitete die Schlussoffensive ein und brachte Neuzugang Nils Petersen, der sein Bundesliga-Debüt feierte.

In der 77. Minute zappelte die Kugel nach einem Kopfball von Müller dann auch noch im Netz der Borussia, das Schiedsrichter-Gespann erkannte aber eine passive Abseitsposition von Gomez.

Doch auch mit der Brechstange ging in der Schlussphase aber nichts mehr.

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