Für den Kölner zeigt SPORT1-Experte Thomas Helmer kein Verständnis. Wenn Raul dagegen gehen würde, könnte er das nachvollziehen.

Hallo Fußball-Freunde,

Dortmund glänzt, Schalke patzt - ich muss sagen, der erste Spieltag hatte es schon in sich.

So sehr mich der Götze-Zauber beim 3:1 gegen den HSV fasziniert hat, hat mich jedoch die Poldi-Vorstellung enttäuscht.

Mit der Leistung, die er in der Nationalmannschaft bringt und mit den Ansprüchen, die er auch in Köln hat, muss Lukas Podolski vorneweg marschieren.

Beim 0:3 gegen Magaths "Wölfe" hat er jedoch jeglichen Biss vermissen lassen.

Ihm wurde die Kapitänsbinde entzogen - gerade in seiner schwierigen Situation muss man als Spieler eine Reaktion zeigen. Er ist das Aushängeschild des 1. FC Köln!

Ich wäre an seiner Stelle richtig sauer gewesen und hätte mir gesagt: Jetzt zeige ich es den Leuten erst recht! Ich verstehe nicht, warum er sich so hat hängen lassen.

Bei Raul dagegen hätte ich Verständnis, wenn er schmollt. Er hat in seiner Karriere schon wirklich viel erreicht und erlebt.

Und eines ist sicher: Bei solch einem Weltstar darf man eine gewisse Grenze nicht überschreiten.

Ihn in seinem Alter gegen seinen Willen auf eine Position zu setzen, die er nicht spielen möchte, ist gefährlich.

Raul ist ein stolzer Spanier. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er irgendwann - womöglich noch in diesem Sommer - sagt: Mir reicht's, das muss ich mir nicht bieten lassen.

Sein Vertrag läuft noch ein Jahr, wahrscheinlich prüft er bereits Alternativen, damit er seine Karriere angemessen ausklingen lassen kann.

Die Mission von meinem alten Teamgefährten Markus Babbel hat an diesem Wochenende indes erst so richtig Fahrt aufgenommen.

Auch wenn er es bei Hertha BSC in dieser Saison nicht leicht haben wird, traue ich ihm eine erfolgreiche Zukunft zu.

Macht er seine Sache weiter gut, wäre er für mich auch ein Kandidat für den Posten als Bayern-Coach. Warum sollte er es auch nicht machen?

Als Spieler hat er sich auch immer mit den Besten gemessen. Er hat 16 Jahre in München gespielt, ist dort aufgewachsen. Er hat sich immer durchgesetzt.

Und Markus muss das Ziel haben, einen großen Verein auf Champions League Niveau zu trainieren.

Mit Bayern II - pardon, der Hertha - wo Lell, Ottl und Kraft spielen, kann er ja jetzt erst mal noch ein bisschen üben. Ich bin gespannt, wo er mit den Berlinern am Ende landet.

Bis demnächst,Euer Thomas Helmer

Ex-Nationalspieler Thomas Helmer wird sich in der der neuen Saison als Experte im Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Strunz und Mario Basler ablösen.

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