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Thomas Müller bestritt gegen Gladbach sein 73. Bundesligaspiel für Bayern © getty

Müller nimmt nach der Auftaktpleite gegen Gladbach kein Blatt vor den Mund. Neuer gibt seinen Fehler zu. Gladbach glaubt an sich.

Von Björn Seitner

München - "Jetzt geht der Mist schon wieder los", entglitt es Thomas Müller.

Mit 0:1 hatte der FC Bayern München gerade seinen Saisonauftakt gegen Borussia Mönchengladbach verloren (Bericht). Dementsprechend angefressen war Müller, als er vor die Journalisten trat.

"Ich bin enttäuscht, aber eigentlich eher wütend. Wir hatten die Chancen und dann macht Gladbach ein Tor durch einen Spielzug, der eigentlich keiner war. Jetzt sind alle guten Vorsätze wieder beim Teufel", so Bayerns Linksaußen gegenüber LIGA total!.

"Ich bin sauer", fügte er noch genervt an - da war er sicher nicht der Einzige (438367DIASHOW: Der 1. Spieltag).

"Hilflos" gegen den Fastabsteiger

Uli Hoeneß verließ mit hochrotem Kopf die Tribüne. Zu entlocken war dem FCB-Präsidenten am Sonntagabend nichts.

Es sollte der Auftakt einer großen Saison werden, doch schon der Fastabsteiger der letzten Saison, der seit Oktober 1995 nicht mehr in München gewonnen hatte, stellte dem Rekordmeister ein Bein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Bayern agierten "hilflos", wie Franz Beckenbauer bei "Sky" analysierte: "Wer weiß, für was das gut ist. Aber im Moment kann ich nichts Gutes erkennen."

Teures Missverständnis

Das war dann wohl doch etwas hart und der "Kaiser" wollte nicht nur schwarzmalen: "Ich glaube jedoch nicht, dass die Mannschaft die gleichen Probleme bekommen wird wie in der letzten Saison. Dafür ist sie zu stark."

Nach der schwierigen vergangenen Spielzeit unter Trainer Louis van Gaal sollte mit Jupp Heynckes auf der Bank alles besser werden.

Beim spielentscheidenden Tor von Igor de Camargo in der 62. Minute war davon allerdings nichts zu sehen.

Bei einem hohen Ball von Gladbachs Mittelfeldmann Havard Nordtveit zögerte erst Jerome Boateng (kam für 13,5 Millionen Euro von Manchester City), dann faustete Keeper Manuel Neuer (kam für 22 Millionen Euro von Schalke 04) am Ball vorbei und die Kugel landete im Netz - ein Missverständnis von insgesamt 35 Millionen Euro.

Verletzung bei Boateng

"Als der hohe Ball kam, musste ich mich etwas defensiver verhalten, weil ich keine Rote Karte und Handspiel außerhalb des Strafraums riskieren konnte", erklärte Neuer.

Dennoch gab er seinen Fehler zu: "Es war keine leichte Situation. Vielleicht kann ich auch ganz wegbleiben, aber Fehler passieren eben."

Dem stimmte Philipp Lahm ganz und gar nicht zu: "Es war ein Missverständnis, dass so nicht passieren darf", sagte Lahm bei LIGA total!.

Boateng zog sich zudem offenbar eine Zerrung im Sprunggelenk zu. Heynckes geht jedoch davon aus, dass er trotzdem mit den anderen sieben Teamkollegen zum Testspiel der Nationalmannschaft gegen Brasilien am Mittwoch reist.

"Wir sind nervös geworden"

Im Gegensatz zu seinen Spielern war Heynckes nach der ersten Auftaktniederlage des FC Bayern seit zehn Jahren schon etwas gefasster.

"Gladbach hat sehr organisiert gestanden und die Räume eng gemacht. Wir haben uns zu wenig gute Torchancen erspielt und zu wenig Druck entwickelt", erklärte der Bayern-Coach und meinte zu Neuers Patzer:

"In der zweiten Halbzeit sind wir irgendwann nervös geworden und dann passieren solche Missverständnisse. Manuel hätte in dieser Phase sicher nicht rausgemusst."

Ter Stegen überragend

Die Gladbacher nahmen das großzügige Gastgeschenk dankend an. "Ich habe schon vorher gesagt, dass man auch hier Punkte holen kann. Jedes Team ist schlagbar, aber es erfordert immer eine geschlossene Teamleistung und die haben wir heute gezeigt", sagte der überragende Keeper Marc-Andre ter Stegen.

Seit seinem Bundesliga-Debüt am 10. April hat die Borussia pro Spiel nie mehr als ein Gegentor kassiert.

Favres Taktik geht auf

"Wir stehen sehr kompakt, schauen erst auf die Defensive und spielen dann nach vorne. Das ist auch die Philosophie des Trainers", sagte Marco Reus

"Der Trainer hat uns mit auf den Weg gegeben, dass wir an uns glauben sollen. Das haben wir getan. Beim Tor hatten wir natürlich auch Glück", so Reus.

Seine Mannschaft habe das Glück provoziert, erklärte "Fohlen"-Coach Lucien Favre: "Ich bin sehr glücklich über die drei Punkte, das ist sehr wichtig. Man hat gemerkt, dass die Mannschaft überzeugt war, dass wir hier etwas holen können."

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