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SPORT1-Reporter Reinhard Franke (r.) traf Dante nach dem Spiel zum Interview © getty

Im SPORT1-Interview spricht Gladbachs Dante über den Traumstart der Borussia, einen geplatzten Wechsel und über seine Haare.

Von Reinhard Franke

München - Mönchengladbachs Abwehrchef Dante gehört zu den kopfballstärksten Innenverteidigern in der Bundesliga.

Der 27-Jährige war in der letzten Saison einer der Garanten des Klassenerhalts für die Borussia. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In der Sommerpause gab es einige Spekulationen um einen möglichen Wechsel zu einem Topklub. Dante wollte weg.

Doch schließlich blieb er und ist glücklich, dass er sich für die Borussia entschieden hat. Im SPORT1-Interview zeigt er sich nach dem Auftaktsieg beim FC Bayern (Bericht) glücklich und verrät, dass die Fans sich bald wieder auf sein Markenzeichen, die wilde Haarpracht, freuen können.

SPORT1: Wie fühlen Sie sich nach dem tollen Auftaktsieg beim FC Bayern?

Dante: Auch für diesen Sieg gibt es nur drei Punkte, wenn er auch bei einem sehr großen Gegner zustande kam. Klar, ich bin sehr glücklich. Der Verein hat schon lange nicht mehr in München gewonnen (letzter Sieg am 14.10.1995, Anm. d. Red.). Es ist einfach super gleich das erste Auswärtsspiel zu gewinnen und dann bei diesem Gegner. Aber wir dürfen jetzt nicht durchdrehen, müssen weiter an uns arbeiten.

SPORT1: Haben Sie die Euphorie aus den letzten vier Spielen der alten Saison und aus der Relegation mitgenommen in diese Saison?

Dante: Ein bisschen. Wir hatten in der letzten Saison eine schwere Phase, aber durch den neuen Trainer (Lucien Favre, d. Red.) sind wir in eine Euphorie gekommen und durch seine taktische Klasse sind wir besser geworden. Es ist aber eine neue Kraft in der Mannschaft zu spüren. Wir haben ein neues Selbstvertrauen. Aber nochmal: wir müssen jetzt auf dem Boden bleiben. Es wird noch eine lange harte Saison. (438367DIASHOW: Der 1. Spieltag).

SPORT1: Was kann Borussia erreichen?

Dante: Ich bin ein Spieler, der sehr hohe Ziele hat. Aber wir wissen, dass wir eine sehr schwere Saison hinter uns haben. Jetzt kann das Ziel nur heißen so schnell wie möglich 40 Punkte zu holen. Dieses Ziel muss in allen Köpfen drin sein.

SPORT1: Wissen Sie, was 1998 passierte, als eine Mannschaft am ersten Spieltag in München gewonnen hat?

Dante: (lacht) Ja, das weiß ich. Kaiserslautern wurde Deutscher Meister. Das war einmalig. Eine Sensation. Aber wir sollen nicht zu viel reden und träumen. Wir dürfen nicht die letzte Saison vergessen.

SPORT1: Aber Sie sagen selber, dass Sie hohe Ziele haben. Sie wollen sicher nicht wieder Abstiegskampf erleben, oder?

Dante: Stimmt. Darauf habe ich keine Lust mehr. Gladbach ist ein sehr guter Verein mit vielen guten Spielern. Ich bin aber nicht hier, um zu sagen, was wir noch besser machen müssen. Wenn wir weiter so arbeiten wie zuletzt, dann können wir einiges erreichen in dieser Saison.

SPORT1: Haben Sie sich durch die letzte schwere Saison verändert?

Dante: Schon. Ich denke, dass wir im Leben immer dann lernen, wenn wir eine sehr schwere Situation bestehen müssen. Ich habe viel gelernt. Du darfst nie aufgeben, musst immer positiv denken und miteinander sprechen.

SPORT1: In der Sommerpause gab es Theater um Sie, weil Sie gerne zu einem anderen Verein gewechselt wären. Sie hatten einige Angebote, auch aus der Bundesliga. Wie froh sind Sie, dass Sie geblieben sind?

Dante: Ich habe immer gesagt, dass ich sehr hohe Ziele habe, aber ich respektiere auch diesen Verein. Borussia habe ich es zu verdanken, dass ich jetzt in der Bundesliga spiele. Wir haben oft und lange Gespräche geführt und jetzt bin ich hier und bleibe auch hier und darüber bin ich sehr froh. Ich weiß, dass viele Fans jetzt glücklich sind, dass ich bleibe.

SPORT1: Für viele Fans sind Sie ein Idol.

Dante: Ich bin dankbar und froh für den Respekt der Fans mir gegenüber. Ich bin wirklich sehr zufrieden, weil viele Leute in Gladbach Dante mögen. Hier habe ich eine besondere Position, die Fans lieben mich. In einem anderen Verein müsste ich mir vieles wieder neu erarbeiten. Für mich zählt jetzt nur Gladbach.

SPORT1: Wie ist Ihr Verhältnis zu Trainer Lucien Favre? War er enttäuscht von Ihnen, dass Sie den Verein im Sommer verlassen wollten.

Dante: Ich hatte gute Angebote, auch aus der Bundesliga. Der Trainer hat mich immer verstanden. Er hat gesagt, dass ich eine hohe Qualität und ein gutes Alter für einen Verteidiger habe. Er hat immer gesagt, dass er froh ist, wenn ich bleibe, er hat bis zum Schluss um mich gekämpft und jetzt ist alles gut. Auch Max Eberl (Gladbachs Sportdirektor, d. Red.) hat viel mit mir gesprochen. Seine Situation war nicht einfach. Auch er freut sich, dass ich weiter in Gladbach spiele. Ich hatte einfach das Gefühl, dass alle im Verein wollten, dass ich bleibe.

SPORT1: Ihr Markenzeichen waren immer Ihre wilden Haare. Nach dem Klassenerhalt haben Sie eine Wette verloren und haben die Haare abgeschnitten. Lassen Sie sie wieder wachsen?

Dante: Ich bin sehr froh, dass ich heute meine Haare nicht mehr habe, weil wir in der Bundesliga sind. Klar, die Fans warten darauf. Viele Fans haben meine Frisur als Perücke getragen, und jetzt wollen sie den alten Dante wieder haben. Auch meine Frau will die alte Frisur wieder haben (lacht). Und in acht Monaten sind sie ja wieder gewachsen.

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