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Per Mertesacker stand bisher 75-mal im Dress der Nationalmannschaft auf dem Platz © getty

Per Mertesackers Zukunft steht in den Sternen. Trotz gelungener Rückkehr in Bremen wäre Werder-Boss Klaus Allofs "gesprächsbereit".

Von Thorsten Mesch

München - Für die Abwehr von Werder Bremen war es die erhoffte Stabilisierung.

Nach langer Verletzungspause konnte Per Mertesacker am Samstag zum Saisonstart gegen den 1. FC Kaiserslautern durchspielen.

Beim 2:0-Erfolg gegen die Pfälzer (Bericht) war der neue Kapitän gleich einer der besten Bremer und meldete sich mit einer starken Leistung zurück.

Gut möglich, dass er damit jetzt wieder andere Vereine auf sich aufmerksam gemacht hat - was Werder wohlmöglich nicht ganz unrecht wäre.

Arsenal sucht Innenverteidiger

Einer der interessierten Klubs soll der FC Arsenal sein. Denn die Londoner sind aktuell auf der Suche nach einem zentralen Abwehrmann und hatten Mertesacker schon vergangenes Jahr auf ihrer Wunschliste.

"Für Nationalspieler ist es eine gute Sache, auch mal im Ausland Erfahrung zu sammeln. Ich habe gesagt, dass mich England reizt", sagte Mertesacker nach dem Spiel am Samstag.

Ein Wechsel in die Premier League wäre für den 26-Jährigen sportlich sicher eine Verbesserung.

Nach seiner diskreten letzten Spielzeit und einer mäßigen Vorstellung bei der WM könnte er ein Angebot von einem Verein wie Arsenal nicht abschlagen.

Bislang soll es noch keine Offerte geben, allerdings soll Mertesacker laut "Kreiszeitung" mit einem Verein schon sehr weit sein.

Allofs: "Wir wären gesprächsbereit"

Aus Werder-Sicht wäre Mertesackers Verkauf angesichts der angespannten finanziellen Situation nachvollziehbar.

Es müsse "überall gespart werden", erklärte Sportdirektor Klaus Allofs.

Mertesacker, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft und dann ablösefrei wäre, gehört bei den Norddeutschen zu den Besser-Verdienern.

Wirtschaftlich wäre der Transfer schlüssig.

"Einen Wechsel auszuschließen, ist schwierig in der Situation, in der sich Werder befindet", sagt Allofs: "Wenn ein Angebot käme, wären wir gesprächsbereit."

Kein klares Bekenntnis

Menschlich wäre Mertesackers Verkauf ein großer Verlust. "Ich bin stolz, Werder anführen zu dürfen. Ich bin mit Leib und Seele hier", macht der Abwehrchef seine Liebe zu den Grün-Weißen deutlich.

Ein echtes Bekenntnis zu Werder lässt er allerdings vermissen.

Er könne nicht sagen, ob er am 1. September noch bei Werder spielen werde, gab sich der Defensivmann am Samstag unschlüssig.

Allofs zeigte Verständnis für Mertesackers Zögern. "Das ist eine normale Situation. Im Fußball ist es schwer, solche Erklärungen abzugeben."

"Haben genügend Innenverteidiger"

Werder könne ja "auch kein Bekenntnis abgeben", deutete der Werder-Boss die Bereitschaft an, den Spieler abzugeben.

"Sollte Per sagen, dass er etwas anderes machen will und es für uns interessant ist, werden wir uns zusammensetzen", meinte Allofs und verwies auf die sich zumindest personell allmählich entspannende Lage:

"Wir haben genügend Innenverteidiger."

Mit den Zugängen Sokratis Papastathopoulos und Andreas Wolf, Sebastian Prödl und dem nach langer Verletzung an seiner Rückkehr arbeitenden Naldo hat Trainer Thomas Schaaf mehrere Alternativen.

Leverkusen fehlt ein Routinier

Für Mertesacker wäre England nach eigener Aussage erstes Ziel - vorstellbar wäre aber auch, dass es den Niedersachsen ins Rheinland verschlägt.

Bayer Leverkusen fehlt nach Sami Hyypiäs Karrierende ein erfahrener Mann in der zentralen Abwehr. Das wurde auch am Sonntag beim 0:2 in Mainz zum wiederholten Mal deutlich.

Mertesacker würde der nervös wirkenden Werkself mit seiner unaufgeregten Art und seiner Routine sicher gut tun.

Und das nötige Kleingeld hätte Leverkusen nach dem Verkauf von Arturo Vidal für 12 Millionen Euro Ablöse an Juventus Turin auch.

Gewissheit am Monatsende

England, Rheinland oder bleibt er am Ende doch in Norddeutschland?

"Alles steht in den Sternen", meinte Mertesacker.

Spätestens am 31. August wird es Gewissheit geben. Dann nämlich schließt das Transferfenster.

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