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Christian Nerlinger ist seit Juli 2009 Sportdirektor beim FC Bayern © imago

Der Sportdirektor fordert umfassende Änderungen. Um Neuer macht er sich keine Sorgen. Das Brasilien-Länderspiel stört ihn heftig.

München - Sportdirektor Christian Nerlinger hat nach dem Fehlstart in die Bundesliga-Saison bei Rekordmeister Bayern München eine Grundsatzdebatte angestoßen.

"Wir müssen etwas Grundsätzliches ändern, aggressiver werden. Man muss von der Einstellung her anders agieren, die Tore erzwingen. Es war teilweise zu statisch. Wir müssen versuchen, zwingender zu spielen", sagte Nerlinger der Münchner "tz".

Die Bayern hatten am Sonntag ihr erstes Ligaspiel zu Hause 0:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach verloren.(BERICHT: Dumm, schwach, sauer)

"Es wird sich einiges ändern"

In einem Chat mit den Fans auf der Internetseite der Bayern am Dienstag versuchte Nerlinger jedoch, die Lage zu beruhigen.

"Es war keine Leistung, die uns zu einer Besorgnis drängt. Die Enttäuschung ist da, aber es ist nicht so, dass wir in Panik verfallen", sagte der frühere Profi.

Er wolle "nicht nach einer Partie schwarzmalen oder die Mannschaft an den Pranger stellen", sagte Nerlinger weiter, betonte jedoch zugleich: "Gegen Wolfsburg wird sich einiges ändern. Wir müssen jetzt einiges justieren, von Spiel zu Spiel sehen, Schritt für Schritt. Wir müssen in die Gänge kommen." (438367DIASHOW: Der 1. Spieltag).

Duell gegen den Ex-Coach

Der FCB muss am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) beim VfL Wolfsburg mit dem früheren Bayern-Coach Felix Magath antreten.

Der VfL hatte zum Start 3:0 beim 1. FC Köln gewonnen.

Wir müssen am Samstag in Wolfsburg die Antwort geben auf die Niederlage und unbedingt gewinnen. Die Mannschaft weiß, worum es geht. Deswegen bin ich ganz sicher, dass wir drei Punkte holen, den absoluten Fehlstart vermeiden und in die Gänge kommen werden", sagte Nerlinger.

[kaltura id="0_cna7t5ou" class="full_size" title="Neue Bayern alte Probleme "]

Schweinsteiger besorgt

Der Manager glaubt an eine baldige Wende. "Die Mannschaft war natürlich niedergeschlagen, aber ich bin überzeugt, dass wir in die Spur kommen".

Er fügt hinzu: Wir müssen schauen, dass wir als Mannschaft funktionieren und die Automatismen greifen. Dann werden die Ergebnisse und auch die Titel automatisch kommen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir den Schalter sehr bald umlegen."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger dagegen mahnte in der "Bild": "Wir müssen viel klüger spielen. Sonst wird das keine gute Saison."quiz

Keine Sorgen um Neuer

Für Nationaltorwart Manuel Neuer, der beim Tor der Gladbacher durch Igor de Camargo entscheidend patzte, sieht Nerlinger derweil künftig keine Probleme.

"Manuel ist stark genug. Ich mache mir keine Sorgen", sagte er. Schweinsteiger pflichtete ihm am Dienstag bei der DFB-Pressekonferenz bei: "Manuel wird uns noch viel Freude machen", ist sich der Mittelfeldspieler sicher. (Nachbericht: Alle guten Vorsätze beim Teufel)

Ärger über Länderspiel

Erschwert wird den Bayern die Vorbereitung auf das Wolfsburg-Spiel durch die Abwesenheit zahlreicher Nationalspieler.

Deshalb kritisierte Nerlinger auch die Ansetzung des Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien am Mittwoch (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) zu einem solch frühen Saison-Zeitpunkt heftig.

"Das ist ein Unding, kommt zur Unzeit, macht überhaupt keinen Sinn und bringt sehr vieles durcheinander. Das ist sehr schlecht gelegt, überflüssig. Ich hoffe, dass diese Spiele, die absolut stören, in Zukunft nicht mehr stattfinden", sagte er.

Robben kehrt zurück

Immerhin eine aus Sicht der Bayern gute Nachricht vernahm Nerlinger am Dienstag. Nach der Absage des Länderspiels zwischen England und den Niederlanden wegen der Krawalle in London ist Oranje-Star Arjen Robben auf dem Rückweg nach München. (News: Länderspiel abgesagt)

"Das kommt uns nicht ungelegen", sagte Nerlinger.

Ab Mittwoch kann Coach Jupp Heynckes dann immerhin mit fünf Feldspielern üben.

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