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Bayerns Manuel Neuer wurde 2011 zum "Fußballer des Jahres" gewählt © dpa Picture Alliance

Bei SPORT1 spricht Bayern-Keeper Manuel Neuer über den Sieg gegen Brasilien, den Liga-Fehlstart und die nächste Aufgabe beim VfL.

Von Martin Volkmar

München/Stuttgart - Sieben Jahre war Manuel Neuer alt, als Deutschland zum letzten Mal gegen Brasilien gewann.

Am Mittwoch beendete die DFB-Auswahl durch den 3:2-Sieg in Stuttgart (Bericht) endlich die 18-jährige Durststrecke gegen den Rekord-Weltmeister.

Trotzdem war Manuel Neuer nicht rundum zufrieden, schließlich musste er zweimal hinter sich greifen.

Der 25-Jährige, Deutschlands Nummer 1 und "Fußballer des Jahres", blieb im Gegensatz zum Bundesliga-Auftakt mit seinem neuen Verein FC Bayern diesmal fehlerlos, konnte sich aber im Nationaltrikot kaum auszeichnen.

Gestärkt in die Wolfsburg-Partie

Dennoch geht Neuer laut eigener Aussage ebenso wie die sieben anderen Bayern-Profis im DFB-Trikot nach einer turbulenten Woche gestärkt ins schwere Spiel beim VfL Wolfsburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Im SPORT1-Interview spricht Manuel Neuer über die Bedeutung des Erfolgs gegen Brasilien, den Fehlstart gegen Mönchengladbach und die Aufgabe gegen die "Wölfe". (BERICHT: Bayern unter Druck - Beckenbauer warnt)

SPORT1: Herr Neuer, wie bewerten Sie den ersten deutschen Sieg gegen Rekord-Weltmeister Brasilien seit 1993?

Manuel Neuer: Das war natürlich eine schöne Sache, denn man spielt ja nicht jedes Jahr gegen Brasilien. Für die meisten von uns war es das erste Mal, auch für mich. Ich denke, wir haben über weite Strecken eine gute Leistung gezeigt und können zufrieden sein. Aber ein Torwart ist natürlich nicht zufrieden, wenn er zwei Gegentore bekommt.

SPORT1: Wie wichtig ist so ein Erfolg für die Entwicklung der Nationalmannschaft?

Neuer: So ein Sieg gegen eine große Fußball-Nation wie Brasilien gibt natürlich Selbstvertrauen. Auch die Atmosphäre im neuen Stuttgarter Stadion war ein tolles Erlebnis.

SPORT1: War es wie schon im Verein gegen Mönchengladbach wieder ein schwieriges Spiel für einen Torhüter, weil man nur wenige Bälle aufs Tor bekommt?

Neuer: Ein paar Mal musste ich ja mitspielen. Ich habe einfach versucht, Ruhe auszustrahlen, der Mannschaft zu helfen und von hinten aus zu dirigieren.

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SPORT1: Hilft Ihnen das Spiel nach der Niederlage mit den Bayern? (BERICHT: FCB - Dumm, schwach, sauer)

Neuer: Ein Sieg tut immer gut. Egal, ob man vorher verloren hat oder an einer strittigen Szene beteiligt war. Jetzt kommen die englischen Wochen mit einem Spiel alle drei, vier Tage. Da kann man sich durch Leistung das nötige Selbstvertrauen holen.

SPORT1: Hat sich das Länderspiel aus Ihrer Spielersicht gelohnt, nachdem es von den Vereinen ja sehr viel Kritik am Zeitpunkt unmittelbar nach Bundesliga-Start gekommen war?

Neuer: Ich freue mich immer über jedes Länderspiel, erst recht wenn es gegen eine Weltklassemannschaft wie Brasilien geht. Für uns war die Anreise aus München ja auch nicht so weit, deshalb fand ich das nicht stressig.

SPORT1: Sieben Bayern-Profis standen in der deutschen Startelf. Können Sie den Schwung des Erfolgserlebnisses in die Liga mitnehmen? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Neuer: Auf jeden Fall. Deshalb tut der Sieg uns allen gut.

SPORT1: Was macht Ihnen sonst noch Hoffnung, dass es besser wird als gegen Gladbach?

Neuer: Ich fand uns eigentlich in der Vorbereitung schlechter als gegen Gladbach. Das Problem war nur, dass wir kein Tor gemacht haben. Die Chancen waren ja da, Mario Gomez hatte Pech mit seinem Kopfball an den Pfosten. Wenn wir 1:0 in Führung gegangen wären, hätten wir auch gewonnen.

SPORT1: Was haben Sie sich nun gegen den VfL Wolfsburg vorgenommen?

Neuer: Wir wissen, dass es nicht einfach wird. Wolfsburg hat 3:0 in Köln gewonnen, daher können sie selbstbewusst zu Hause gegen uns auftreten. Wir haben auch ein gutes Spiel gegen Gladbach gemacht, aber leider verloren. Deshalb stehen wir jetzt natürlich etwas unter Zugzwang.

SPORT1: Das nächste Länderspiel Anfang September gegen Österreich wird Ihre erste Rückkehr seit dem Wechsel in die Schalker Arena sein. Freuen Sie sich darauf?

Neuer: Na klar. Ich freue mich immer, wenn ich in die Heimat komme. Wir können die Teilnahme an der EM-Endrunde perfekt machen. Österreich hat es uns im Hinspiel in Wien sehr schwer gemacht. Deshalb wollen wir diesmal eine bessere Leistung zeigen und möglichst gewinnen.

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