vergrößernverkleinern
Franck Ribery spielt seit 2007 beim FC Bayern München und schoss seitdem 31Tore © getty

Bayerns Supertechniker hofft auf eine Erfolgssträhne. Beim VfL soll die Mannschaft aggressiver auftreten. Van Gaal kritisiert er.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Auf einen Holper-Saisonstart wie in den vergangenen beiden Jahren hat Franck Ribery keine Lust.

Dass der FC Bayern von Beginn an der Konkurrenz hinterherläuft, ehe er sich an die Spitzengruppe heran kämpft, ist so gar nicht nach dem Geschmack des Franzosen.

"Bayern hat viele große Namen, wir müssen aber mehr Aggressivität zeigen", fordert der Edeltechniker vor dem zweiten Saisonspiel in Wolfsburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Die spielerische Klasse allein genügt eben nicht, wenn der Gegner mehr Meter macht und geschickt verteidigt.

Frühe Wochen der Wahrheit

Für 44 Millionen Euro haben die Münchner vor allem ihre Defensive runderneuert, doch nach der 0:1-Auftaktpleite (Bericht) gegen Gladbach kommen böse Gedanken auf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Wochen der Wahrheit beginnen für den FCB so früh wie nie zuvor.

Auf Wolfsburg folgt die Aufgabe in der Champions-League-Qualifikation gegen Zürich, danach kommt der HSV nach München.

Ribery will drei Siege

Ribery verlangt - na klar - drei Siege in Folge und will nach seiner Sprunggelenksblessur selbst alles für einen guten Saisonstart tun.

"Ich fühle mich gut, ich habe gut trainiert", sagt der 28-Jährige auf SPORT1-Nachfrage und berichtet von Sonderschichten, die er unter anderem am Dienstag eingelegt habe.

Mit Krafttraining und Extraeinheiten auf dem Fahrrad will Ribery seinen Körper für die nächsten Sololäufe fit machen.

[kaltura id="0_fjcf0h4w" class="full_size" title="Ribery Wir m ssen aufwachen "]

Robben muss passen

Am Mittwoch kehrte auch Arjen Robben von der niederländischen Nationalmannschaft zurück - die Krawalle in London, die zur Absage des Länderspieles führten, machten es möglich.

Vom Kreativduo "Rib und Rob" erwarten sich die Bayern künftig neue Ideen und vor allem Durchschlagskraft.

Allerdings fällt Robben für die Partie in Wolfsburg wegen Rückenschmerzen aus (BERICHT: Heynckes kitzelt Stars - Robben fällt aus).

Betonung auf dem Teamgedanken

Das Bayern-Ensemble wird aktuell von mehreren Seiten an seine Bringschuld erinnert: Ehrenpräsident Franz Beckenbauer mahnt bei SPORT1 altersweise an, dass Fußball "noch immer ein Laufspiel" ist, und Bastian Schweinsteiger findet, man solle überhaupt "mehr als Team auftreten".

Jörg Butt, zweiter Keeper hinter Manuel Neuer, hat den gleichen Gedanken. "Wir müssen einfach dahin kommen, wo wir 2010 waren, als wir ins Champions-League-Finale eingezogen sind", sagte Butt auf der vereinseigenen Homepage.

"Da hat man auch von außen gespürt, dass ein Kollektiv auf dem Platz steht, dass jeder für den anderen kämpft, dass nicht nur der Trainer versucht, Lösungen zu finden."

Kritik an van Gaal

Eine Einteilung in Künstler und Wasserträger darf es aus Bayern-Sicht nicht länger geben.

Ribery zumindest bietet sich gerne für die Rolle des Impulsgebers an. "Ich kann und will spielen, auch um meinen Rhythmus zu finden", erklärt und sieht sich für die Partie in Niedersachsen in der Startelf.

"Die zwei Jahre mit van Gaal waren sehr schwer", gibt er offen zu. Wenn er keinen Spaß habe, meint der Tempodribbler, schwinde eben auch die Lust auf dem Platz.

RIbery lobt Heynckes

Umso mehr lobt Ribery nun Jupp Heynckes, der dem Superstar anders als sein Vorgänger mehr Freiheiten gibt. Immer wieder packt Ribery das Wörtchen "Relation" ("Verhältnis") in seine Sätze, wenn er von seinem Chefcoach spricht.

Die Verbindung zu Heynckes passe jedenfalls, "wir machen auch Spaß".

"Brauchen mehr Tempo"

Wegen seiner gerade ausgestandenen Blessur hatte der Franzose auf das Länderspiel gegen Chile (1:1) verzichtet und so an der Säbener Straße quasi im kleinen Kreis ohne die übrigen Nationalspieler, weiter Gelegenheit, Heynckes' Linie kennenzulernen.

"Wir brauchen mehr Tempo, wir müssen arbeiten", fasst Ribery die Konsequenzen aus dem Gladbach-Spiel zusammen.

Zeit dafür bleibt FCB-Trainer Heynckes aber wenig, nur zwei gemeinsame Trainingseinheiten sind es bis zur Abreise nach Niedersachsen.

Nachhilfe beim "Aufwachen!"

Doch immerhin konnten sich Riberys deutsche Kollegen ja gegen Brasilien im Nationalteam einspielen. Sieben Bayern standen in Jogis Löw Startelf.

"Viele deutsche Nationalspieler - das ist auch sehr gut für die Automatismen beim FC Bayern, weil sich alle perfekt kennen", stellt Ribery fest.

Der Franzose spricht immer besser Deutsch, nur beim Wörtchen "Aufwachen" lässt er sich kurz von einem Bayern-Mitarbeiter aushelfen.

"Aufwachen!", betont Ribery dann, genau das müsse der FCB jetzt in Wolfsburg.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel